Alles nur Schicksal von Ally Taylor #urlaubsbücher 2018

Alles nur Schicksal von Ally Taylor #urlaubsbücher 2018

September 9, 2018 0 Von BenniCullen

Titel: Alles nur Schicksal
Autorin: Ally Taylor (Pseudonym von Anne Freytag)
Verlag: Selfpublisher
Seiten: geschätzt circa 120?
Ausgabe: eBook
Auflage: 1
Erscheinungstermin: Juli 2018 (?)
Mehr Informationen gibt’s auf Amazon!

New York City. Vier junge Frauen, ein gutaussehender Mann und viele lose Enden, die schließlich zu einem Neuanfang werden.

Dean hat schon oft gesagt, dass er gehen wird, doch er hat es nie getan – bis jetzt. Auf einmal sitzt Anouk alleine in deren ehemals gemeinsamer Wohnung. Und Matt hat eigentlich gewusst, dass Leticia nicht auf ewig in New York bleiben würde, aber als sie ihm dann eröffnet, dass sie einen Rückflug nach Kuba gebucht hat, weiß er trotzdem nicht, wie er damit umgehen soll. Genauso wenig wie Viola, die plötzlich ohne Job dasteht. Für eine Frau, die sich über ihren Erfolg definiert, ein herber Schlag. Sally wünschte, bei ihr ginge es nur um einen Job, bei ihr ist es der Vater, der überraschend stirbt – überraschend, weil sie seit Jahren nicht miteinander gesprochen haben. Und zu guter Letzt wäre da noch Karen, eine erfolgreiche Lektorin, die aus heiterem Himmel von ihrem Mann Daniel für eine andere verlassen wird.

Was sie verbindet, ist alles und nichts. Bis ihre Geschichten sich zu einem schicksalshaften Teppich verflechten, der erst am Ende ein Ganzes ergibt.

“Alles nur Schicksal” – Fünf Lebens-Geschichten, die zu einer werden, weil alles zusammenhängt.

Im Urlaub ging mir irgendwann der physische Lesestoff aus und so griff ich sehnsüchtig nach meinem Kindle. Darauf befanden und befinden sich auch immer noch zahlreiche Geschichten, die sich über die letzten Monate und Jahre angesammelt haben. Darunter auch: “Alles nur Schicksal” von Anne Freytag – ich meine natürlich Ally Taylor. Aufmerksam geworden auf diese Geschichte bin ich eigentlich nur, weil die Autorin in ihren Stories daraus vorgelesen hat und ich den Ton wirklich mochte. So kam es also, dass ich am Strand lag und das eBook begann – und es quasi inhalierte.

Wir lernen im Roman fünf Personen kennen, die alles eins gemeinsam hatten: Sie trennen sich irgendwie von ihren Partnern. Oder werden verlassen. Oder müssen sich trennen, weil es etwaige Umstände nicht anders zulassen. Das ist Ausgangspunkt der Geschichte, die sich daraufhin windet und wendet, bis bald eine Sache passiert: Die Leben kreuzen sich auf die ein oder andere Art und Weise. Da werden WGs aufgemacht, man lernt sich im Flugzeug kennen, verbringt einen Urlaub zusammen, hört sich im Radio oder sieht sich auf einer Party – manchmal ist die Begegnung ganz offensichtlich, manchmal auch nur total nebenbei. All das hat mich so fasziniert und mir immer wieder ein Lächeln auf die Lippen gezaubert. Anne Freytag versteht es einfach Geschichten zu erzählen und das auch, wenn sie unter ihrem Pseudonym schreibt. Die Geschichte hat diesen Alltagszauber, den die Autorin immer wieder so geschickt einfängt und weiß deshalb auch zu überzeugen – besonders im Sommer, wenn man entspannt und völlig losgelöst ist, tat das sehr, sehr gut.

Doch nicht nur die Geschichte konnte mich für sich einnehmen. Auch die Charaktere waren so unterschiedlich, dass man sich einfach in ihre Eigenarten verlieben musste. Und genau das feier ich so bei der Autorin: Ihre Figuren sind so unfassbar echt. Da ist niemand perfekt, sieht top aus und hat gefühlt nie Probleme. Im Gegenteil: Sie sind anstrengend, machen Fehler, geben nach, fallen rein und tun alles, was ein normaler Mensch eben auch tut. Genau deshalb wirken die Geschichten der Autorin wie aus dem Leben genommen und schriftlich festgehalten, was dazu führt, dass ich in meinem Kopf wirklich gedacht habe, ich könnte die Figuren treffen, würde ich nur nach New York reisen. So ein Gefühl schaffen die wenigsten Autoren bei mir auszulösen.

Dabei ist der Schreibstil so unverkennbar wie eh und je. Ohne große Worte beschreibt die Autorin die Szenen und lässt dabei keine Beschreibungen für die Figuren oder das Setting ins Zentrum. Manchmal fallen Bemerkungen nebenbei, wenn es darum geht, wie eine Person aussieht o. Ä., ganz oft aber verzichtet sie (besonders beim Setting) komplett auf Beschreibungen, was mir immer total gut gefällt, da ich so meiner Fantasie freien Lauf lassen kann. Deshalb zählt Anne Freytag mit ihren Jugendbüchern auch zu meinen Favoriten, eben weil sie so unverkennbar schreibt. Wer also mal wirklich einen außergewöhnlichen Schreibstil ausprobieren möchte, der ist hier genau richtig.

Insgesamt bin ich einfach nur hin und weg. “Alles nur Schicksal” ist der perfekte Kurzroman für den Sommer, da er nicht nur die Magie des Alltags perfekt einfängt, sondern auch mit seinen Charakteren und dem unverkennbaren Schreibstil überzeugt. Ally Taylor aka Anne Freytag zählt einfach zu meinen Favoriten, weshalb ich mich jetzt wohl an die New York Diaries setzen müsste, oder? Kennt die zufällig jemand und kann mir sagen wie sie so sind? Denn wenn sie nur ein kleines bisschen so strukturiert sind, wie diese Geschichte, dann weiß ich, was ich im nächsten Sommer lesen werde. Deshalb bekommt “Alles nur Schicksal” auch ganze 5 Sterne von mir!