Alles, was du fürchtest von Peter Swanson #live

Alles, was du fürchtest von Peter Swanson #live

Januar 18, 2019 2 Von BenniCullen

Herzlich Willkommen zu diesem Beitrag <3

Es gab schon lange keinen #LIVE-Leseeindruck mehr, deshalb dachte ich mir, ich nehme euch mal wieder mit, denn aktuell klappt es mit dem Lesen wieder ganz gut und bevor das ein Ende hat (ich weiß, dass es im Februar stressig werden wird), nutze ich die Zeit sinnvoll 😀 Diesmal soll es um ein Buch von einem Autoren gehen, der mich mit einem Buch wirklich umgehauen und mir wirklich ein wahres Highlight beschert hat.Wer aber die #LIVE-Leseeindrücke noch nicht kennt: Hier nehme ich euch während des Lesens mit und halte meine Meinung intervallweise fest – klingt gut? Dann los geht’s!

Um welches Buch geht es also? Um Alles, was du fürchtest von Peter Swanson. Genau: Dem Peter Swanson, der 2016 Die Gerechte veröffentlicht und mich förmlich umgehauen hat. Denn was der Autor in dieser Geschichte gemacht hat, ist einfach so genial und so einmalig und so verrückt – ich musste es einfach lieben. Ich weiß, dass das Buch die Gemüter scheidet, aber ich zähle definitiv zu den Fans. Jetzt hat er also ein neues Werk veröffentlicht und es musste natürlich bei mir einziehen. Um was es geht? Lest selbst:

Was, wenn die Wahrheit deine furchtbarsten Ängste übertrifft?
Das Leben hat Kate Priddy gelehrt, dass man stets mit dem Schlimmsten rechnen muss. Um die Albträume, die sie seit Jahren verfolgen, endlich hinter sich zu lassen, stimmt sie einem Wohnungstausch mit ihrem Cousin Corbin zu: Sie wird seine Wohnung in Boston beziehen, er ihr Apartment in London übernehmen. Am Tag ihrer Ankunft jedoch wird die junge Frau aus der Nachbarwohnung ermordet aufgefunden. Corbin behauptet, Audrey kaum gekannt zu haben – aber warum besitzt er dann einen Wohnungsschlüssel von ihr? Auch Kates neuer Nachbar Alan scheint irgendetwas zu verbergen. Ohne es zu ahnen, schwebt Kate bald schon selbst in Lebensgefahr. Doch wem kann sie überhaupt trauen?

Ich finde ja, dass der Klappentext jetzt nicht mega gut klingt, eher ein bisschen Standard, aber ich weiß ja, was der Autor kann und deshalb freue ich mich auch darauf – hoffentlich werde ich nicht enttäuscht.

Wer übrigens wissen möchte, warum ich “Die Gerechte” so gefeiert habe – zum Buch gibt es sowohl einen #LIVE-Leseeindruck als auch eine Rezension… sucht euch selber aus, was ihr lesen wollt, beides ist spoilerfrei:

Hier geht’s zum #LIVE-Leseeindruck zu Die Gerechte!

Hier geht’s zur Rezension!

So, dann hättet ihr alle Informationen, die ihr braucht, los geht’s also mit diesem Beitrag – viel Spaß!

Dieser Beitrag ist 

SPOILERFREI!

Ich werde die Handlung der ersten Seiten nur kurz wiedergeben, ihr braucht also keine Angst haben, dass ich euch zu viel verrate (:

Das Buch wurde mir vom Verlag als kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt – ein herzliches Dankeschön dafür (:

Etappe 1: S. 11 bis S.59

Als erstes ist mir gleich aufgefallen, dass ich die Protagonistin so gar nicht leiden kann: Kate hat permanent Angstzustände, ist ständig müde, immer kurz vorm Ausflippen und macht absolut nichts, außer essen und schlafen. Okay, das wurde dann mit der Zeit besser, aber es zog meine ersten Eindrücke wirklich runter. Und auch die Story war erstmal etwas mau: Der Autor beschreibt die Fahrt zur neuen Wohnung in Boston, man lernt ein paar Figuren kennen und geht dann erneut einkaufen, essen und – natürlich schlafen. Ich war echt etwas enttäuscht, denn mit den Eindrücken von Die Gerechte im Hinterkopf konnte es ja nur in diese Richtung gehen, oder?

Nichtsdestotrotz war ich interessiert, denn genau das zeichnet ja den Autoren aus: Erst ist alles relativ eintönig und dann dreht er die Geschichte plötzlich um – so zumindest im Vorgänger. Ich bin also sehr gespannt, was da jetzt noch kommt und besonders ob da jetzt noch was kommt 😀

Etappe 2: S. 60 bis 113

Schon auf den nächsten Seiten wurde es etwas interessanter, den die Geschichte hat eine neue Perspektive erhalten und erhält somit mehr Raum und mehr Tiefgang – denn wir lernen drei verschiedene Personen kennen mit den unterschiedlichsten Hintergründen und Erfahrungen. Diese Verwebung der persönlichen Lebensgeschichten, die Fokussierung auf einzelne Figuren, bevor man dann wieder andere Charaktere in den Mittelpunkt stellt – das ist wirklich gut gemacht und führt dazu, dass man dran bleibt und ständig überlegt, wie nun alle diese Geschichten zusammenhängen… oder auch eben nicht.

Des Weiteren kam eine Thematik auf, die mich schon seit geraumer Zeit interessiert und die in diesem Lesemonat Januar wahrscheinlich noch eine Rolle spielen wird – aber dazu später mehr. Wie dem auch sei: Ich habe überhaupt nicht mit der Verarbeitung dieses Themas gerechnet und bin wirklich sehr angetan von der Art und Weise der Darstellung – denn anders als es komplett zu verteufeln und eine typische Geschichte zu erzählen, schafft es Peter Swanson den Menschen hinter der Krankheit glaubhaft darzustellen. Und genau das imponiert mir, denn es ist wirklich schwierig ihn als jemanden wahrzunehmen, der eigentlich nur eins möchte: Zuneigung. Interesse. Und Aufmerksamkeit. Ohne jetzt zu viel verraten zu wollen 😀

Insgesamt gefiel mir der zweite Leseabschnitt wesentlich besser als der erste, die Story nimmt Fahrt auf und ich bin sehr gespannt, was jetzt noch folgt und wo der Turn kommt. Der Autor leitet schon gewohnt in die Irre, macht Hinweise und hofft, dass der Leser ihm vertraut – nur um ganz subtile Hinweise zu geben, die in jede Richtung gehen könnten. Ich finds richtig gut gemacht und bin schon mega gespannt… weiter geht’s also!

Etappe 3: S. 114 bis 207

Endlich! Ein typischer Peter Swanson: Er kam, stellte vor und drehte alles herum – oder gab zumindest tiefe Einblicke und ließ alles offen. Man erfährt sehr viel über die Vergangenheit einer Figur, was erstmal vielleicht gar nicht so zielführend erscheint, was dann aber vieles aufklärt und wirklich interessant macht. Scheinbar nebenbei lässt er dabei eine Szene passieren, die mich etwas schockiert hat – nicht, weil sie so eklig war, sondern weil sie so völlig ohne Vorankündigung passiert ist. Die, die es lesen werden, werden vielleicht verstehen, was ich meine. Um das aber vielleicht für diejenigen klarzustellen, die den Vorgänger kennen: Der Turn war zwar da, aber nicht ganz so krass wie bei Die Gerechte. Und auch viel subtiler und darauf aufbauend, dass man die Figuren besser kennenlernt und nicht, weil was total Entscheidendes in der Gegenwart passiert. Sprich: Es war mega interessant und es gab diesen Moment, den man vom Autoren erwartet, aber es war nicht das große Ding – das kommt hoffentlich noch.

Kommen wir zum Schreibstil: Dieser ist für mich spannend, sehr ausgeglichen, aber in der Perspektive von Kate (die mir jetzt übrigens viel sympathischer ist, wenn auch nicht gänzlich geheuer) auch sehr Monolog-lastig – diese Darstellung ihrer Gedankenwelt ist irgendwann halt auch mal ausgelutscht und nur an manchen Stellen wirklich nötig und zielführend. Insgesamt schätze ich die Erzählweise aber sehr und bin einfach Fan des Stils.

Zwischenfazit: Ich bin mehr denn je dran, aber eben noch nicht gänzlich geflasht wie ich es erwartet habe – angetan, aber noch wartend. Mal sehen, was da noch kommt.

Etappe 4: S. 208 und 310

Endspurt! Der zurückliegende Abschnitt war sehr durchmischt. Während die Story einige Wendungen nahm, die einzelne Erzählstränge zusammenliefen ließ, gab es dann doch einige Längen, die für mich nicht nötig waren. Außerdem sollte man ja meinen, dass Kate mittlerweile total in Boston angekommen ist – Fehlanzeige! Das ist etwas anstrengend. Darüber hinaus habe ich seit circa 150 Seiten eine Vermutung und befürchte gerade, dass sie eintritt – was mich echt enttäuschen würde, denn mit diesem Turn hätte ich ja dann schon gerechnet. Nicht, dass er total schlecht wäre, aber schon etwas mau… ich bin gespannt, was da kommt… hoffentlich etwas völlig Unerwartetes.

Zum Ende des Abschnitts (nach einer sehr langatmigen Mitte) nahm das alles dann wirklich Fahrt auf und ich rechne mit einem fulminanten Finale – wenn auch eines, das ich jetzt als eher unrealistisch bezeichnen würde. Die Kritik durfte sich der Autor (nicht von mir, aber von anderen Leserinnen und Lesern) bereits sehr oft bei Die Gerechte anhören (ich konnte da gar nicht zustimmen, aber okay) und diesmal finde ich es aber wirklich berechtigt. Ich sage jetzt natürlich nicht warum, aber ich sage mal so: Diese Story hier ist weitaus realistischer als die vorherige und dafür finde ich aber die Entwicklung sehr viel unglaubwürdiger. Also, die Story vorher war einfach schon so abgedreht, da fand ich dann unrealistische Wendungen nicht ganz so störend. Aber hier: Bisher war das alles irgendwie glaubhaft und nicht allzu abgedreht. Und dann kommt jetzt am Ende eine Situation, die finde ich sowas von abgespacet – aber nun gut, besser so und mit einem Lächeln als völlig langweilig 😀 Auf geht’s jetzt zum letzten Leseabschnitt (:

Etappe 5: S. 311 bis 399

Schluss, aus vorbei! Gerade eben habe ich das Buch beendet und bin zwigespalten. Einerseits finde ich, dass das Buch Vorbild sein sollte, für all jene Autoren, die durch verschiedene Perspektiven eine Geschichte erzählen und dabei entscheidende Details erst am Ende enthüllen wollen, in dem sie manche Personen später zu Wort kommen lassen. Andererseits kam wirklich alles so, wie ich mir das vorgestellt habe. Okay, ein Detail war wirklich richtig creepy und ich habe danach wirklich über meine Schultern geschaut – immer und immer wieder – aber so richtig gefalsht hat es mich schlussendlich doch nicht. Alles okay so, aber noch lange nicht der große Wurf wie der Vorgänger. Nun gut, sowas passiert schon mal, dennoch hatte ich viel Spaß beim Lesen und werde mir bestimmt auch die nächste Geschichte des Autoren besorgen. Denn es war ja auch von der Grundidee, dem Schreibstil und den Figuren wirklich gut gemacht – nur nicht allzu überraschend. Muss es ja aber auch nicht immer sein, oder?

Wie fandet ihr diesen Leseeindruck? Werdet ihr euch das Buch holen? Oder wartet ihr noch auf mein finales Fazit? Ich bin echt hin- und hergerissen. Es bleibt spannend 😀

Vielen Dank fürs Mitlesen und bis zum nächsten Mal,