Als ich Amanda wurde von Meredith Russo #urlaubsbücher2018

Als ich Amanda wurde von Meredith Russo #urlaubsbücher2018

September 2, 2018 0 Von BenniCullen

Titel: Als ich Amanda wurde
Autorin: Meredith Russo
Verlag: dtv
Seiten: 304
Ausgabe: Taschenbuch
Auflage: 1
ISBN-10: 3423717491
ISBN-13: 978-3423717496
Mehr Informationen gibt’s auf Thalia oder auf Amazon!

Amanda Hardy hieß nicht immer Amanda. Früher war sie Andrew. Jetzt hat sie endlich die Operationen hinter sich und ist auch biologisch ein Mädchen. Bei ihrem Vater in Tennessee, wo niemand sie kennt, möchte sie ein neues Leben beginnen. Zunächst scheint das auch zu klappen: Plötzlich gibt es Freundinnen statt Mobbing und bewundernde Blicke von Klassenkameraden. Doch dann verliebt sich Amanda. So richtig. Mit Grant erlebt sie eine wunderschöne Zeit. Er vertraut ihr und eigentlich will Amanda auch ihm vertrauen und ihm von ihrem früheren Leben erzählen. Nur wie? Amanda setzt auf Zeit – ein gefährliches Spiel …

Ich habe dieses Buch bei Paddilovesbooks zum ersten Mal gesehen und wusste einfach, dass ich es lesen möchte. Die Geschichte um Amanda, einem Transgender-Mädchen, die ihren Weg erst noch finden muss, hatte mich einfach schon vor Lesen total interessiert, weshalb ich sie mir sofort nach Anschauen des Videos ins Haus geholt habe 😀 Doch dann – wie so oft bei Leseratten – lag sie hier und ich kam einfach überhaupt nicht dazu. Deshalb stellte ich sie auf Instagram meinen Followern zur Auswahl (im Kampf gegen einen anderen Roman) und siehe da: Amanda gewann nicht nur mein Herz, sondern auch das von sehr vielen anderen Lesern. Und so nahm ich das Buch in den Urlaub mit und was soll ich sagen? Ich habe das Buch innerhalb eines Tages gelesen – doch von vorne.

Amanda fängt von vorne an: Nach ihrer Operation von einem Jungen zu dem Mädchen, dass sie heute ist, zieht sie von ihrer Mutter zu ihrem Vater, nachdem in ihrer Heimat furchtbares passiert ist. Doch auch dort hat sie es nicht einfach: Denn Amanda sieht zwar wie ein Mädchen aus, das heißt aber noch lange nicht, dass alles wunderbar klappt. Obwohl sie nach außen hin eine Schönheit ist und ihren Mitschülern positiv auffällt, macht sich Amanda ständig sorgen und kann ihr Leben gar nicht in vollen Zügen genießen – bis sie auf einen ganz besonderen Menschen trifft, der sie verändert. Denn die Liebe macht auch vor Geschlechtern keinen Halt.

Ich war einfach so verliebt. Besonders in Amanda. Sie ist so eine zarte kleine Maus, ich wollte sie ständig in den Arm nehmen und für sie da sein. Besonders am Anfang, wo sie es wirklich noch schwer hat und gefühlt niemand an ihrer Seite steht. Somit war ich tatsächlich ab der ersten Seite involviert und habe mich um sie gesorgt. Doch das änderte sich schnell, da ich mich so für Amanda freute. Denn in ihrer neuen Heimat hat sie zwar auch zu kämpfen, findet aber schnell Anschluss und auch der Love Interest kommt so schnell, dass ich es gar nicht glauben konnte (und mindestens genauso verliebt in ihn war wie Amanda). Doch als dann die letzten Seiten kamen, da war ich völlig fertig. Denn was Amanda erlebt, wie alles zusammenkommt und wie sie dann damit umgeht – das alles ist traurig, schockierend, macht wütend und gleichzeitig Stolz. Man kann es gar nicht verstehen, wenn man es nicht miterlebt hat. Einfach unfassbar.

Somit hatte die Story an sich schon mal volle Punktzahl. Doch dann kamen auch noch die Thematiken hinzu, die dieses Buch anspricht. Natürlich geht es vordergründlich um Transsexualität, aber nicht nur das: Die Autorin spricht auch den Unterschied zwischen Gender und Sexuality an, thematisiert Religion und ihre Konsequenzen für transsexuelle Menschen und schafft es auch jugendbuchbekannte Themen wie Liebe, Freundschaft und Schulstress perfekt in die Geschichte einzubauen. Das alles ist bei einem relativ dünnen Buch wirklich erstaunlich, doch noch erstaunlicher ist es, dass die Geschichte dem ganzen wirklich gerecht wird und es an keiner Stelle so wirkt, als hätte man hier noch mehr tun können. Die Autorin hat sich wirklich ganz genau Gedanken macht oder man spürt hier vielleicht, dass sie selbst trans ist – wer weiß.

Besonders beeindruckt hat mich eigentlich Amandas Entwicklung. Es ist so beeindruckt, wie sehr sie wächst und wie sehr sie mit jeder Seite zu sich selbst findet. Die oben beschriebene Bindung, die ich ihr gegenüber empfunden habe, wurde dadurch nur stärker, da ich sie am liebsten immer mehr bekräftigt hätte weiterzumachen und zu sich selbst zu finden. Gleichzeitig ist ihre Geschichte aber auch klar ihre ganz individuelle Geschichte. Die Autorin betont mit den Worten die sie für Amanda wählt ganz deutlich, dass das nicht für jeden transsexuellen Menschen gilt und dass wir es hier mit einem von ganz vielen Fällen zu tun haben. Doch sie betont es nicht nur – sie zeigt es auch mit Hilfe der Geschichte auf, was noch einmal mehr zu überzeugen weiß.

Insgesamt hat mich diese Geschichte nicht nur berührt, sie hat mir auch unfassbar viel beigebracht. Das Thema Transsexualität ist spätestens seit Caitlyn Jenner in aller Munde und ein wirklich guter Einstieg liefert da “Als ich Amanda wurde”. Meredith Russo spinnt um diese Thematik einen spannenden Plot, der schockiert, mitreißt und emotionalisiert, ohne dabei die wichtigen Zeichen außer Acht zu lassen, die ein solches Thema braucht: Respekt, Selbstbewusstsein und ganz viel Courage! Für ich ein ganz klares Highlight in diesem Jahr und ein Buch, dass ich noch mindestens einmal in meinem Leben lesen möchte. Deshalb gibt es auch fünf Sterne und eine ganz klare Leseempfehlung!