Buch-Rezension: “Das Paket” von Sebastian Fitzek

Buch-Rezension: “Das Paket” von Sebastian Fitzek

November 11, 2016 11 Von BenniCullen
© Droemer Knaur

Titel: Das Paket
Autor: Sebastian Fitzek
Verlag: Droemer Knaur
Seiten: 368
Ausgabe: Gebundene Ausgabe (im Karton)
Auflage: 1
Preis: 19,99 €
ISBN-10: 3426199203
ISBN-13: 978-3426199206
Hier könnt ihr es kaufen: Verlag Amazon

Klappentext laut Amazon:
Der neue Psychothriller von Sebastian Fitzek!
Seit die junge Psychiaterin Emma Stein in einem Hotelzimmer vergewaltigt wurde, verlässt sie das Haus nicht mehr. Sie war das dritte Opfer eines Psychopathen, den die Presse den »Friseur« nennt – weil er den misshandelten Frauen die Haare vom Kopf schert, bevor er sie ermordet.
Emma, die als Einzige mit dem Leben davonkam, fürchtet, der »Friseur« könnte sie erneut heimsuchen, um seine grauenhafte Tat zu vollenden. In ihrer Paranoia glaubt sie in jedem Mann ihren Peiniger wiederzuerkennen, dabei hat sie den Täter nie zu Gesicht bekommen. Nur in ihrem kleinen Haus am Rande des Berliner Grunewalds fühlt sie sich noch sicher – bis der Postbote sie eines Tages bittet, ein Paket für ihren Nachbarn anzunehmen.
Einen Mann, dessen Namen sie nicht kennt und den sie noch nie gesehen hat, obwohl sie schon seit Jahren in ihrer Straße lebt …

Meine Meinung:
Ich habe vorher einen einzigen Fitzek gelesen und das war “Passagier 23” dieses Jahr in meinem Urlaub. Ich war von der Geschichte begeistert und nahm mir vor, auch die anderen Bücher des Autors zu lesen. Wie gut, dass er in diesem Jahr dann gleich sein neues Werk präsentierte, wovon viele sagten, es würde zurück zu seinen Wurzeln gehen (ich glaube mich sogar zu erinnern, dass der Autor das selber in einem Interview gesagt hat). Nun ja, ich kenne die Wurzeln nicht und kann das deshalb überhaupt nicht beurteilen. Dafür kann ich aber das Buch an sich beurteilen – ohne Vergleiche, Vorurteile und vor allem ohne große Erwartungen, denn die hatte ich, nach einem gelesenen Buch, nicht.
Emma hat eigentlich alles, was sie will: Erfolg im Job, einen erfolgreichen Ehemann und ein schönes Haus inmitten eines idyllischen Gebiets von Berlin. Doch das ändert sich, als sie in einem Hotel vom so genannten Friseur angegriffen und grausam vergewaltigt wird. Emma, die bereits in der Kindheit eine blühende Fantasie hatte, traut sich darauf hin nicht mehr aus dem Haus und wird von ständigen Paranoia gequält. Sieht sie die Dinge wirklich so wie sie sind? Oder ist das alles Einbildung und nichts ist so wie es scheint?

Die Geschichte könnte spannender nicht beschrieben sein: Emma, die selber als Psychiaterin arbeitet, weiß ganz genau, dass sie an Paranoia leidet, erkennt jedes einzelne Symptom und lässt dies den Leser auch wissen. Dadurch ist man sich nie ganz sicher, ob das, was gerade passiert, wirklich vorfällt oder ob Emma sich das einfach nur ausdenkt. Der Autor packt das dann in kurze, knackige Kapitel, die immer wieder mit Cliffhangern enden – weshalb es fast unmöglich ist das Buch aus der Hand zu legen. Der Schreibstil unterstützt dabei die verzerrte Wahrnehmung der Protagonistin und wechselt stetig zwischen einem beschreibenden Stil einer Geschichte und den wirren Gedanken einer Hauptfigur, der man irgendwie glauben möchte, allerdings nicht weiß, ob man es tatsächlich kann.

Während des Buches kam ich übrigens nicht auf die richtige Lösung. Im Gegenteil. Doch Sebastian Fitzek wäre ja nicht Sebastian Fitzek, wenn er seinen Fall einfach stricken würde. Doch nach den ersten Seiten hatte ich wirklich Angst, dass sich diese Tradition ändert. Denn meine Vermutung, wer hinter dem ganzen Horror steckt, wurde tatsächlich (fast) Wirklichkeit – zumindest glaubte ich das. Hätte die Story so geendet, wäre ich maßlos enttäuscht gewesen. Als dann jedoch das große Finale stattfand und ich mich auf alles einstellte, war ich trotzdem total überrascht und hatte überhaupt nicht mit dem gerechnet, was mich erwartete. Gänsehaut pur, sage ich nur!

Mein Fazit:
Wie war also mein zweiter Fitzek? Ich muss sagen: Für mich hat der Autor alles richtig gemacht. Ich saß zwischenzeitlich wirklich zitternd und bangend da und hatte ab und an wirklich richtig, richtig Angst. Vielleicht sollte ich den 11. Thriller vielleicht nicht vornehmlich nachts lesen 😀 Doch was ich sagen wollte: Der Schreibstil ist spannend, die Figuren so komplex wie eh und je und der Plot höchst spannend. Ja, an manchen Stellen dachte ich, dass die Story in eine Richtung geht, die ich für gar nicht gut empfunden hätte. Doch das tat sie dann ja nicht. Im Gegenteil. Sie griff diese Schlussfolgerungen des Lesers vielmehr auf und verarbeitete sie so, dass man am Ende sprachlos zurückgelassen wurde.

Deshalb gibt es von mir auch die volle Punktzahl und jetzt packe ich mal die Jubiläumsbox auf meinen Amazon-Wunschzettel – vielleicht sieht ihn dort ja ein freudiger Spender 😀