Bad Boys & Little Bitches – Kleine Sünden von Andreas Götz #rezension

Bad Boys & Little Bitches – Kleine Sünden von Andreas Götz #rezension

März 16, 2018 0 Von BenniCullen
Buchcover: © Verlagsgruppe Oetinger

 

Titel: Bad Boys & Little Bitches
Untertitel: Kleine Sünden
Autor: Andreas Götz
Verlag: Oetinger
Seiten: 336
Ausgabe: Hardcover
Auflage: 1
Erscheinungstermin: 19. Februar 2018
Preis: 15, 00 €
ISBN-10: 3789107654
ISBN-13: 978-3789107658

Einzelgänger Konni ist überzeugt: Wahre Freundschaft gibt es nicht! Und genau das will er den Bad Boys and Little Bitches beweisen, indem er die Clique von innen heraus sprengt. Er kennt die Schwächen der vier Freunde und verwickelt einen nach dem anderen in heimliche Aktionen, die ihn als Heuchler und Egoisten bloßstellen sollen. Konnis Plan scheint aufzugehen, doch was Freundschaft wirklich heißt, zeigt sich, als Lissy plötzlich verunglückt …
Ein spannendes Netz aus Intrigen und Lügen – für alle Fans von “Tote Mädchen lügen nicht”.

Das Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt – ein herzliches Dankeschön dafür (:

Nachdem mir der ersten Band der Serie ganz gut gefallen hat, hatte ich wirklich großes Interesse daran, weiterzulesen und herauszufinden, was die Bad Boys und Little Bitches als nächstes erleben werden. Im ersten Band fand ich den Aufbau der Geschichte noch etwas schwierig, außerdem konnte mich der Autor mit seiner etwas ausufernden Oberflächlichkeit (viele Worte – nur wenig Tiefgang) nicht gänzlich überzeugen. Dennoch mochte ich die Figuren einfach so gerne, dass ich weiterlesen wollte. Gesagt, getan und so las ich kurz nach Veröffentlichung die zweite Geschichte rund um Lissy, Finn, Elif und Leon – um dann einen Beschluss zu fassen. Doch dazu später mehr.

Wir schließen direkt an die Handlungen des 1. Bandes an, weshalb ich euch dringend raten würde, diesen vorher gelesen zu haben, sonst spoilert ihr euch sehr stark! Ich werde hier allerdings versuchen, so spoilerfrei wie möglich alles wiederzugeben, damit ihr einen Eindruck von den Ereignissen erhaltet. Die Gruppe beschäftigt sich immer noch sehr mit den Geschehnissen aus dem ersten Band und verarbeitet Stück für Stück ihren Verlust. Dabei dreht sich nun aber der Schwerpunkt und Konni hat immer mehr die Fäden in der Hand. Es entstehen neue Intrigen, neue Lügen und ganz viel passiert hinter dem Rücken der vier Freunde. Das Hauptthema des Buches ist die Frage, ob es wahre Freundschaft wirklich gibt und ob diese kleine Sünden verzeihen kann. Dies wird gut umgesetzt und bildet so einen klaren Rahmen, der die Figuren umgibt.

Besonders positiv fand ich, dass die Story viel mehr Struktur hatte. Der Autor war sich ganz genau im Klaren, was er sagen, welche Themen er ansprechen und was für Handlungen er herbeiführen möchte. Dies gefiel mir schon wesentlich besser als im ersten Band, bei dem ich noch das Gefühl hatte, dass vieles gar nicht so durchdacht worden ist. Hier war das schon anders. Überzeugt hat mich auch, wie der Autor mit den Konsequenzen des ersten Bandes umgegangen ist. Ich fand es toll, dass die Geschehnisse nicht einfach tot geschwiegen worden sind, sondern auch noch eine zentrale Rolle spielten und zur Geschichte beigetragen haben. Das war rund und verbesserte auch meinen Eindruck zum ersten Band. Natürlich war auch wieder die zweiten Geschichte ähnlich aufgebaut wie die erste, allerdings haben es nunmal diese Stories so an sich, relativ ähnlich aufgebaut zu sein. Oder findet ihr, dass eine Folge Gossip Girl oder Pretty Little Liars immer anders sind? Richtig, sind sie nicht. Deshalb hat es mich auch bei dem Buch nicht gestört.

Somit war der Aufbau also sehr viel besser, die Geschichte an sich aber dann doch wieder etwas schwächer. Irgendwie steckte für mich im ersten Band sehr viel mehr Drama, hier hatte ich teilweise das Gefühl, dass es alles gar nicht so schlimm und leicht zu lösen war. Bis auf einen Punkt in der Geschichte, war alles sehr vorhersehbar und konnte mich deshalb auch nicht wirklich mitreißen. Nett, aber eben nicht mehr und genau das störte mich. Wenn ich den Aufbau schon von zig Serien, Filmen und Büchern kenne, dann möchte ich zumindest von der Geschichte überrascht und schockiert werden. Dies ist den kleinen Sünden, um die es im Buch geht, irgendwie nicht gelungen. Ich nahm alles mit, allerdings blieb nie viel hängen und schlussendlich war es mir dann doch etwas gleichgültig, wie es jetzt endet – denn eigentlich hatte ich das schon mindestens 100 Seiten vorher gewusst.

Trotz dieser Schwächen mochte ich die Figuren mal wieder total gerne und hatte das Gefühl, dass sich jeder von ihnen noch einmal ein Stückchen nach vorne entwickelt hat. Dabei gab es auch Aspekte in deren Beziehungen zu sich selbst und untereinander oder zu anderen Menschen, die mich überrascht haben und mit denen ich nicht gerechnet hatte. Diese Wendungen hätte ich mir auch in der eigentlichen Geschichte gewünscht, denn dann wäre mein Eindruck noch positiver geworden. Schlussendlich finde ich die Figuren wirklich ganz stark, allerdings wird ihnen die Geschichte nicht gerecht. Hier hätte ich mir mehr Dramatik und Unvorhersehbarkeit gewünscht, um den Figuren auch die Möglichkeit zu geben, über sich hinauszuwachsen. So haben sie sich zwar entwickelt, aber nicht ihr volles Potenzial ausgeschöpft.

Der zweite Band der Reihe hat es mir erneut nicht leicht gemacht. Bereits im ersten Band hatte ich meine Kritik, bei der ich mir erhofft hatte, sie würde sich im zweiten Band noch einmal ändern. Jedoch musste ich feststellen, dass sich gar nicht so viel verändert hat: Zwar war der Aufbau deutlich besser, dafür aber die Geschichte schwächer. Wirklich positiv hervorgestochen sind mir – wie bereits in Band 1 – die Charaktere, die mir mittlerweile sogar wirklich ans Herz gewachsen sind. Allerdings reicht das allein nicht, um in einer Serie bzw. Reihe zu überzeugen. Dafür benötigt es einen spannenden Aufbau, eine interessante Grundgeschichte und überraschende Wendungen, die einen völlig überfordern. Letzteres erzählt man irgendwie immer am Ende der Geschichte, allerdings ist das zu wenig. Hier muss man mehr an dem Hauptplot arbeiten und nicht immer alles am Ende umdrehen. Deshalb gibt es von mir nur 3 Punkte – ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob ich diese Reihe noch weiterverfolgen muss. Mein Gefühl sagt gerade eher nein.