Das Ende des Schweigens von Claudia Rikl #rezension

Das Ende des Schweigens von Claudia Rikl #rezension

April 16, 2018 0 Von BenniCullen
© Kindler Verlag
Titel: Das Ende des Schweigens
Autorin: Claudia Rikl
Verlag: Kindler
Seiten: 528
Ausgabe: Broschiert
Auflage: 1
Erscheinungstermin: 13. März 2018
ISBN-10: 3463406853
ISBN-13: 978-3463406855

Die Rache der Überlebenden


Leichenfund in Neubrandenburg: Ein ehemaliger Major der NVA hat sich in seiner Datsche die Pulsadern aufgeschnitten. In letzter Minute jedoch muss ein grausamer Täter seinen Freitod an sich gerissen haben, denn Hans Konrads Zunge liegt abgeschnitten neben ihm.
Susanne Ludwig, Journalistin und frisch geschieden, findet den Leichnam. Der grausige Anblick beschwört bei ihr traumatische Erinnerungen herauf, und sie erleidet einen Zusammenbruch. Trotzdem beginnt sie sofort zu recherchieren, wer den alten Mann umgebracht haben könnte. Was dem ermittelnden Kommissar überhaupt nicht in den Kram passt.
Vor fast 30 Jahren hat Kriminalhauptkommissar Michael Herzberg im berüchtigten Stasigefängnis Bautzen II eingesessen. Objektiv kann er deshalb nicht bleiben, als der Fall ihn mit düsteren Kapiteln der DDR-Geschichte und einem noch aktiven Netzwerk ehemaliger Militärs und Stasimitarbeiter konfrontiert. Dennoch ist er überzeugt, dass der Fall mit seiner persönlichen Geschichte nichts zu tun hat. Ein fataler Irrtum.

Das Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt – ein herzliches Dankeschön dafür (:

Ich interessiere mich sehr für die Geschichte der DDR, weshalb ich auch schon viele Ausflüge in den Osten Deutschlands unternommen habe und mich immer wieder gerne mit Menschen unterhalte, die diese noch leibhaftig mitbekommen haben. Deshalb war ich auch sehr interessiert an diesem Kriminalroman, denn ich hatte gehofft, dass ich einen Aspekt der Zeit näher gebracht bekomme – nämlich den militärischen. Dass ich da gänzlich falsch lag, wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht.

Wir begleiten den Kommissaren Herzberg, wie er einen Mann vorfindet, der sich die Pulsadern aufgeschnitten hat. Natürlich ist aber nichts so wie es scheint und es kommt ziemlich schnell raus, dass das Opfer das nicht aus freiwilligen Stücken getan hat. Wie soll es auch anders sein? Und so begeben wir uns in die Vergangenheit – zum einen in die des Opfers, zum anderen aber auch in die des Kommissaren. Das klingt alles sehr vielversprechend, leider war es das für mich aber nicht, denn ich wurde bitter enttäuscht. Bereits als die Story mit dem Mord bzw. dem blutigen Teil anfing war ich bereits ernüchternd. Denn normalerweise ist das ja mit der ekligste Teil eines Kriminalromans – und gleichzeitig ja auch irgendwie der spannendste. Leider hat die Autorin es hier nicht geschafft, die Szene spannend oder aufregend zu erzählen, sodass ich nicht wirklich daran interessiert war zu erfahren, was die Umstände des Mordes waren – ein Umstand, der bei einer Kriminalroman ein wirklich schlechtes Zeichen ist.

Doch nicht nur das: Auch im weiteren Verlauf konnte mich die Geschichte leider so gar nicht für sich begeistern. Da war einfach gar keine Spannung oder irgendwas, was mich hätte interessiert weiterlesen lassen können. Zwischenzeitlich war ich sogar versucht, das Buch abzubrechen. Dennoch habe ich durchgehalten, vornehmlich, weil mich auch interessiert hat, wie der Kommissar persönlich involviert ist. Doch auch hier wurde ich leider enttäuscht: Schlussendlich war ich leider einfach enttäuscht. Der Fall war für mich wenig aussagekräftig und auch die Geschichte des Kommissars konnte das nicht mehr rausreißen.

Einzig positiv war dann tatsächlich nur noch der geschichtliche Aspekt der DDR. Wie das Millitär damals funktionierte, was für Aufgaben es gab, was eventuell hinter der Fassade ablief und und und – all diese Geschichten fand ich interessant, jedoch half das dann auch nicht mehr wirklich weiter, denn der Hauptplot stimmte für mich einfach nicht. Vielleicht liegt es auch durchaus an mir und dem Genre – seit langem können mich Krimis nicht mehr gänzlich von sich überzeugen. Ich hatte irgendwie gehofft, dass “Das Ende des Schweigens” das ändern könnte – weit gefehlt!

Ich habe es wirklich versucht… wirklich! Doch letztendlich empfand ich die Geschichte als flach, die Charaktere als nichtssagend und den Schreibstil als zu belanglos. Die Autorin konnte mich wirklich so gar nicht erreichen – lediglich die geschichtlichen Aspekte waren für mich lesenswert. Ansonsten war für mich der Fall wirklich so aufgebaut, dass ich ihn bereits einige Tage später wieder aus meinem Bewusstsein gedrängt hatte. Insgesamt kann ich mir gut vorstellen, dass Krimi-Fans auf ihre Kosten kommen könnten, allerdings glaube ich auch hier, dass man höchstens Mittelmaß erreichen kann. Denn letztendlich gibt die Geschichte nicht mehr her – auch wenn man auf das Genre steht. Deshalb gibt es von mir 2 Sterne, letztendlich nur deshalb, weil ich es zu Ende gelesen habe und weil ich die DDR als Oberthema interessant fand. Ansonsten wäre es wohl ein Stern geworden. Sorry!