Gefährliche Wahrheiten von Megan Miranda #rezension

Gefährliche Wahrheiten von Megan Miranda #rezension

April 19, 2018 0 Von BenniCullen

© Carlsen Verlag

 

Titel: Gefährliche Wahrheiten
Autorin: Megan Miranda
Verlag: Carlsen
Seiten: 336
Ausgabe: Taschenbuch
Auflage: 1
Erscheinungstermin: 21. Dezember 2017
ISBN-10: 3551316422
ISBN-10: 978-3551316424

Überall lauert Gefahr! Das weiß die 17-jährige Kelsey nur zu gut. Denn ihre Mutter hat das Haus seit Kelseys Geburt nicht verlassen – seit sie mehreren Kidnappern entkommen konnte. Zu ihrem Schutz verhält Kelsey sich möglichst unauffällig. Doch ein Autounfall, bei dem sie von einem Mitschüler gerettet wird, löst ein wahres Medienfeuer aus. Als Kelsey wenig später abends nach Hause kommt, ist ihre Mutter verschwunden. Und auf dem Gelände verstecken sich Fremde. Aber das Böse wartet nicht im Dunkeln, sondern in der Vergangenheit.


— Aufregend, atemlos und voller Überraschungen – der perfekte Thriller von New-York-Times-Bestseller-Autorin Megan Miranda —

Das Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt – ein herzliches Dankeschön dafür (:

“Aufregend, atemlos und voller Überraschungen” – genau das habe ich von diesem Roman erwartet, dessen Klappentext auch sehr vielversprechend klang. Ich stellte mir einen Jugendroman mit Thriller-Elementen vor und war gespannt, wie die Autorin diese zwei Genre zusammenbringen würde. Anfangs war es dann auch sehr rasant, bevor die Geschichte in meinen Augen stark nachließ – nur um letztendlich so gänzlich zu enttäuschen. Doch fangen wir lieber von vorne an und arbeiten uns dann Stück für Stück vor.

Wir lernen zunächst Kelsey kennen und steigen relativ düster und rasant ein. Denn Kelsey hat kurz nach Beginn des Buches einen dramatischen Unfall und entrinnt dem Tod nur knapp. Dabei erfahren wir auch, dass ihre Mutter eine dunkle Vergangenheit hat und Kelsey komplett einschränkt – ein Zustand, der für das junge Mädchen schwer zu meistern ist. Doch plötzlich verschwindet ihre Mutter spurlos und es beginnt ein Hetzjagd – für Kelsey, ihre Mutter und die Geister der Vergangenheit. Ob Kelsey hinter die Geheimnisse kommt und in ein selbstbestimmtes Leben starten kann?

Anfangs mochte ich wie bereits erwähnt die dunkle Atmosphäre der Geschichte. Alles wirkte relativ grau und trüb, Kelsey ist völlig neben der Spur und erscheint im ersten Moment fast ein wenig verängstigt und einsam. Im Anschluss gibt es nach nur wenigen Seiten den großen Unfall, der definitiv mitreißen kann und auch sehr schockiert – mir persönlich pochte hier das Herz bis unter den Hals und ich war total gefesselt. Danach ebbte das Gefühl relativ schnell wieder ab und man hatte es schwer, wieder in den Lesefluss zu kommen, da die Spannung so abrupt abnahm. Außerdem war mir hier die Auflösung des Unfalls viel zu schnell und unglaubwürdig. Ich meine: Nach einem Unfall passiert allerhand und es ist relativ unwahrscheinlich, dass man schnell wieder zuhause ist – besonders nach so einem tragischen Unfall.

Dann ging es los und die mysteriösen Handlungsstränge wurden eingeführt. Trotz der schockierenden Momente am Anfang und den wirklich dubiosen Umständen in Kelseys Zuhause, kam die Geschichte hier für mich nicht mehr aus dem Trott und machte es mir schwer dran zu bleiben. Leider hatte ich bis zum Schluss Probleme und musste mich sehr oft durchquälen. Ja, irgendwo war eine Spannung da, aber leider sehr subtil und für mich jetzt nicht wirklich sehr beeindruckend. Die Geschichte konnte mich einfach nicht in ihren Bann ziehen und genau das war das Problem. Bei einem solchen Plot muss die Spannung einfach stimmen und wenn sie das nicht tut, dann funktioniert die Umsetzung einfach nicht. Und das war bei mir leider der Fall.

Vielleicht war das Problem auch die düstere Stimmung, die nach einer Zeit etwas zu viel war. Nur düster, nur mysteriös, nur fragwürdig – das war mir irgendwann zu wenig und monoton. Hinzu kam ein sehr ausführlicher Schreibstil, bei dem ich die rasanten Wendungen vermisst habe. Einzig in den Beschreibungen zum Unfall sowie einigen Aspekten im weiteren Verlauf war das gelungen – ansonsten gab es mir zu viele Pausen und ruhige Momente. Letztendlich war auch das Finale ein solcher Moment. Einer, in dem die Spannung da war und auch gut erzählt wurde. Leider war mir das hier aber dann zu spät und konnte meinen Eindruck auch nicht mehr verbessern.

Insgesamt war “Gefährliche Wahrheiten” leider so gar nichts für mich. Die Grundidee sowie einzelne Elemente sind gut gelungen, leider überzeugte mich die Geschichte als Ganzes nicht. Ich hätte einen rasanteren Stil sowie weniger Beschreibungen und ein paar Stimmungsänderungen als wohltuend empfunden. In dieser Form konnte ich aber wirklich wenig finden, was mich gänzlich überzeugt hat, was schade ist, denn es klang wirklich vielversprechend. Nun gut, nicht alles kann gefallen und manchmal muss man auch solche Erlebnisse machen. Von mir gibt’s magere 2 Punkte – tut mir leid!