Der Insasse von Sebastian Fitzek

Der Insasse von Sebastian Fitzek

Oktober 29, 2018 3 Von BenniCullen

Titel: Der Insasse
Autor: Sebastian Fitzek
Verlag: Droemer Knaur
Seiten: 384
Ausgabe: Limitierte Hardcover-Ausgabe
Auflage: 1
ISBN-10: 3426281538
ISBN-13: 978-3426281536
Mehr Information gibt’s auf Amazon oder auf der Verlagsseite!

Sebastian Fitzek, Deutschlands prominentester Autor von Psychothrillern, mit seinem neuen Bestseller aus dem Inneren der Psychiatrie!

​Um die Wahrheit zu finden,
muss er seinen Verstand verlieren.
DER INSASSE

Vor einem Jahr verschwand der kleine Max Ber​k​hoff. 
Nur der Täter weiß, was mit ihm geschah. 
Doch der sitzt im Hochsicherheitstrakt der Psychiatrie und schweigt. 
Max’ Vater bleibt nur ein Weg, um endlich Gewissheit zu haben: 
Er muss selbst zum Insassen werden.

Das Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt – ein herzliches Dankeschön dafür (:

Natürlich musste auch wieder der neue Fitzek bei mir einziehen, denn nachdem mich der Autor seit “Passagier 23” immer wieder begeistert, ist es quasi gar keine Frage mehr, ob und wann – denn die Antwort ist offensichtlich: Ja und sobald es möglich ist! Und so kam “Der Insasse” bei mir an und ich fing sofort nach Erhalt an mit dem Lesen – nur um die Geschichte dann innerhalb eines Tages durchzulesen. Das geht mir oft so mit Fitzeks Büchern, allerdings war es hier noch einmal anders, denn so schnell und so rasant, wie ich hier durchgestapft bin – das gab es tatsächlich schon lange nicht mehr. Doch von vorne.

Normalerweise gibt es hier immer eine kleine Zusammenfassung des Klappentextes oder der ersten Seiten, allerdings möchte ich gar nicht zu viel verraten, denn jedes Wort scheint schon zu viel zu sein. Man kann aber folgendes sagen, ohne irgendwas vorwegzunehmen: Es geht um einen Mann, der sich in eine Psychiatrie einweisen lässt, um sich am Mörder seines Sohnes zu rechen. Wie, was und wann, das muss man tatsächlich selbst lesen, denn das zu erklären, würde tatsächlich schon zu weit gehen. Insgesamt kann man zur Handlung sagen, dass es schnell geht, dass in jedem Kapitel etwas passiert und das fast jedes Kapitel mit einem solchen Cliffhänger endet, dass man einfach weiterlesen MUSS. Auch wenn man eigentlich nicht mehr kann oder einem die Augen zufallen… das Herz pumpt dann doch zu schnell, um das Buch aus der Hand zu legen.

Überhaupt fand ich den Plot des Buches einen der stärksten Aspekte! Und jetzt nicht falsch verstehen: Auf den Plot kommt es ja irgendwie immer an. Und bei Sebastian Fitzek kann man sich in der Regeln nicht beschweren, dass es nicht voran geht. Dennoch unterscheidet sich “Der Insasse” insofern, als dass es viel mehr Wendungen gibt, viel mehr Erzählperspektiven und viel mehr Querverbindungen zwischen den einzelnen Figuren, die nicht erst gegen Ende alle zusammenkommen, sondern schon innerhalb der Geschichte verbunden werden, sodass man ständig überrascht ist, wie alles zusammenhängt und sich gleichzeitig fragt, was denn jetzt das große Ganze ergibt. Diese Kombination ist einfach unfassbar gut durchdacht und für mich sehr viel stärker als die Plots von “Das Paket”, “Flugangst 7A” oder “AchtNacht” (auch wenn mir diese Geschichten ebenfalls sehr gut gefallen haben, keine Frage!). Und auch thematisch scheint es irgendwie eine Mischung aus back to the roots und neuen Experimenten zu sein: Wie bereits in “Die Therapie” wagt sich Sebastian Fitzek in ganz tief in die Psyche des Menschen vor, gleichzeitig probiert er aber auch völlig neue Wege aus und wagt sich mit seinen Beschreibungen und Darstellungen wirklich in ein neues Feld. Das macht das ganze sehr viel ekliger, aber auch sehr viel spannender, weshalb ich den Plot tatsächlich als mit am besten empfand!

Doch auch alle anderen Dinge scheinen zu stimmen: Der Schreibstil ist rasant und fesselt einen von Seite zu Seite immer mehr und der Aufbau ist gewohnt schlüssig und spannend gestaltet. Die Kapitel sind recht kurz, enden mit einem Cliffhänger, wie oben erwähnt, und die Geschichte nimmt dadurch immer mehr an Fahrt auf. Allein diese Rechnung – also Plot + typischer Fitzek-Aufbau – garantiert ein unvergessliches Leseerlebnis, das einen noch ganz lange begleitet. Aber hier hört es ja nicht auf: Ein mitreißender Schreibstil, wechselnde Perspektiven und das Spiel mit der Psyche des Lesers – all das kommt hinzu und macht “Der Insasse” zu viel, viel mehr als einem sehr guten Thriller.
Habe ich einen Kritikpunkt? Nein. Okay, ich bin tatsächlich auf einen Teil des Geheimnisses gestoßen – einfach, weil ich Fitzek bereits kenne und ungefähr ahnen konnte, wo er hin wollte. Aber das störte mich einfach überhaupt nicht. Denn am Ende war das nur ein kleines Puzzleteil eines ganz, ganz großen Bildes, das auch mich schockierte und zum Nachdenken anregte. Tatsächlich war ich nach Beenden des Buches etwas verstört, denn ich wusste so gar nicht, was ich nun davon halten soll. Ich musste wirklich darüber nachdenken und die Ereignisse erstmal sacken lassen – bis jetzt!

Alles in allem komme ich also zu folgendem Fazit: “Der Insasse” punktet mit einem erschreckenden Inhalt, der grandios strukturiert ist und den Leser nicht nur überrascht, sondern besonders stark an das Buch bindet, eben weil man so tief in die Psyche der Charaktere blickt. Hinzu kommen Fitzek-typische Aspekte wie der Aufbau, der Schreibstil und die große Wendung am Ende – schon liefert Sebastian Fitzek meiner Meinung nach sein stärkstes Werk der letzten Jahre. Und das liegt eben, wie am Anfang schon betont, besonders am Inhalt und dem Plot – und dafür muss es dann auch einfach die 5 Sterne geben. Ja, die letzten Geschichten haben das bei mir auch geschafft, aber beim “Insassen” würde ich fast Pluspunkte vergeben, denn es ist wirklich in einer ganz anderen Liga und zählt damit definitiv zu meinen Lieblingsbüchern des Autoren. Solltet ihr es also lesen? Hell yes!