Die fünf Gaben von Rebecca Ross

Die fünf Gaben von Rebecca Ross

Juni 18, 2018 0 Von BenniCullen

 

© Carlsen Verlag

Titel: Die fünf Gaben
Autorin: Rebecca Ross
Verlag: Carlsen
Seiten: 496
Ausgabe: Hardcover
Auflage: 1
Erscheinungstermin: 28. Februar 2018
ISBN-10: 3551583633
ISBN-13: 978-3551583635
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Wie jedes Mädchen im Haus Magnalia fiebert Brienna der Sommersonnenwende entgegen. Denn dann wird sie zur Berufenen erklärt und kann ein neues Leben bei einem Gönner beginnen. Sie lässt sich auf das Angebot eines Lords aus dem Norden ein, auch wenn sie dafür schweren Herzens von ihrem Lehrer, Master Cartier, Abschied nehmen muss. Kaum ist sie jedoch im Reich Maevana angekommen, steht mehr als ihr Glück auf dem Spiel: Mit ihrer besonderen Gabe soll sie den König stürzen und somit ihre Vorfahren verraten. Als sie Cartier schließlich wiederbegegnet, muss sie sich entscheiden, ob sie ihrer Familie oder ihrem Herzen die Treue hält.

Dies ist der erste Band der “Valenias Töchter”-Trilogie.

Das Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt – ein herzliches Dankeschön dafür (:

Was habe ich mich auf dieses Buch gefreut: Bereits in Frankfurt wurde es uns auf der Buchmesse vorgestellt und ich war sofort Feuer und Flamme für die Geschichte. Denn irgendwie hörte es sich wie eine perfekte Mischung aus historischem Roman, Jugendbuch und Internatsgeschichte an. Als die Veröffentlichung des Buches dann auf Frühjahr 2018 verschoben wurde, war nicht nur ich sondern bestimmt auch der ein oder andere Lese etwas enttäuscht – schließlich hatte man sich so sehr darauf gefreut. Aber gut, wir sind natürlich brav und warten und dann war es im Mai so weit: Ich las die Geschichte. Und war ernüchtert. Warum? Das erfahrt ihr jetzt.

Wie bereits aus dem Klappentext sowie dem Titel entnehmbar dreht sich alles um fünf Gaben, die die Schülerinnen der Schule inne haben oder auswählen können. Da gibt es die künstlerisch begabten Jugendlichen, die Musiker, die Eleganten, die Schlauen sowie die Schauspieler. Alle müssen natürlich andere Fähigkeiten und Kompetenzen erwerben. Dabei gibt es Schülerinnen, die eine Begabung bereits vorweisen und sich deshalb ganz intuitiv für eine Richtung entscheiden oder aber Schülerinnen wie Brienna, die alles mal durchprobieren – und in Briennas Fall ist das nicht mal übertrieben, denn sie hat wirklich jede Richtung durch und bleibt am Ende bei den Wissenden hängen. Hier startet die Geschichte, die sich in eine Reise quer durch das fiktive Land entwickelt, doch besonders zu einer Reise zurück zu Brienna.

Zunächst fand ich die Grundidee ziemlich spannend, da sie so vielseitig ist. Mädchen, die ihren verschiedenen Begabungen nachgehen und dadurch dann ein gutes Leben in ihrer Gesellschaft einschlagen können. Das fand ich faszinierend, besonders weil sich so die Möglichkeit bieten würde, ganz unterschiedliche Charaktere darzustellen. Leider war hier schon die erste Enttäuschung in Sicht: Denn obwohl alle Zweige so unterschiedlich waren, konnte ich Briennas Freundinnen (die alle in unterschiedlichen Zweigen ausgebildet werden) anfangs fast nicht auseinanderhalten. Klar, da gab es mal die, die gemalt hat oder die, die ein Stück für sie schrieb, aber als Figur konnte ich sie einfach überhaupt nicht durchdringen und deshalb auch nicht auseinanderhalten. Ja, das wurde etwas besser, dennoch empfand ich die Beschreibung der Figuren als eher blass.

Hinzu kam dann noch, dass die Geschichte auf den ersten knapp 150 Seiten wirklich sehr langatmig war. Es wird der Alltag der Bildungsanstalt ausführlich beschrieben und auch versucht, bestimmte Handlungsstränge aufzubauen, die später dann weitergeführt werden sollen. Das alles wirkte aber sehr schwerfällig, was es wirklich kompliziert gemacht hat, dranzubleiben. Ich musste mich irgendwann zwingen die Geschichte weiterzulesen und muss auch gestehen, dass ich manche Ausführungen lediglich überflogen habe, weil ich es sonst nicht ausgehalten hätte – immer ein schlechtes Zeichen, da sich so Längen bemerkbar machen. Das wurde irgendwann besser, hatte sich aber nie ganz eingestellt, obwohl die Geschichte sich irgendwann wirklich weiterentwickelt und sehr vielschichtig wird. Dennoch kam ich nie aus meinen Eindrücken raus und es gab auch keinen Moment, wo ich komplett überzeugt war.

Figuren, die ich nicht wirklich greifen konnte und eine Geschichte, die etwas schwerfällig beschrieben wird. Für mich war „Die fünf Gaben“ nicht das, was ich erwartet habe. Um ehrlich zu sein war ich am Ende sogar sehr enttäuscht, auch wenn ich mit dem Schluss relativ zufrieden war (zumindest kann man es lesen, ohne mit einem fiesen Cliffhänger zurückgelassen zu werden). Wie ich mitbekommen habe, ist auch ein zweiter Teil geplant, den werde ich allerdings defnitiv nicht lesen. Dafür war der Schreibstil einfach nichts für mich. Und wenn mich weder Figuren, noch Geschichte, noch Schreibstil überzeugen – warum dann weitermachen? Für Leser, die gerne ein historisches Setting gepaart mit etwas Fantasie und Jugendcharme hätten, dürfte die Geschichte interessant sein, allen anderen würde ich das Buch nicht empfehlen. Ich schwanke sehr und gebe deshalb ausnahmsweise 2,5 Sterne. Für zwei Sterne ist das Paket dann doch zu gut, für mittelmäßige drei Sterne reicht es aber auch nicht ganz – sorry!