Die Manufaktur der Düfte von Sabine Weigand

Die Manufaktur der Düfte von Sabine Weigand

Juni 2, 2018 0 Von BenniCullen

Titel: Die Manufaktur der Düfte
Autorin: Sabine Weigand
Verlag: Fischer Krüger
Seiten: 688
Ausgabe: Hardcover
Auflage: 1
Erscheinungstermin: 8. März 2018
ISBN-10: 3810525324
ISBN-13: 978-3810525321
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Das Schicksal einer Familie. Ein tragisches Geheimnis. Ein gefährlicher Traum… Die große Gründerzeit-Saga von Bestsellerautorin Sabine Weigand.

Der junge Fritz Ribot hat große Träume. Seine Seifenrezepturen machen die Familie reich und mächtig. Muss er für den Erfolg auf Aleksandra, seine Liebe in Russland, verzichten? Darf er seiner schönen Schwester Lisette erlauben, sich mit Hans, dem Arbeiter in der Fabrik, zu treffen? Im Glanz der Gründerzeit ahnt keiner in der Familie, dass mit der heraufziehenden Weltkriegsgefahr Fritz‘ Lebenswerk auf dem Spiel steht – und damit alles, wofür die Ribots so sehr gekämpft haben…

Der große Gründerzeitroman voller Gefühl, Dramatik und Wahrheit.

Das Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt – ein herzliches Dankeschön dafür (:

Ich habe ja eine sehr interessante Beziehung zu historischen Romanen: Ab und an bin ich tatsächlich total in Stimmung und manchmal könnte es mich nicht weniger interessieren. Stimmungsleser und so. Als ich dann aber dieses Buch hier vorgestellt bekommen habe, wusste ich sofort: Ich muss es lesen. Denn die Fabrik, um die es hier geht, ist in Schwabach ansässig – eine Stadt, die nur wenige Kilometer von meinem Heimatwort entfernt liegt. Und so freute ich mich total auf die Geschichte und die teilweise realitätsnahen Handlungen. Dass mich das Buch dann im Endeffekt so negativ überrascht hat, hätte ich vorher niemals gedacht.

Wir starten im Jahr 1845, wo der junge Seifensiedergeselle Philipp Benjamin in Schwabach ankommt und nach Arbeit sucht. Wir erfahren, wie er bei einer kleinen Seifenproduktion das Arbeiten anfängt und im weiteren Verlauf diese modernisiert. Innerhalb weniger Seiten bekommen wir im Schnelldurchlauf präsentiert, wie sich der kleine Geselle zum Inhaber der Seiferei hocharbeitet und eine kleine Familie gründet. Zunächst hat mir dieser sehr rasante Erzählstil sehr gut gefallen, da es Schlag auf Schlag ging und man sehr schnell in den Alltag der Familie blicken konnte. Dann ändert sich allerdings der Fokus und plötzlich geht es um Philipps Sohn Fritz. Das irritierte mich total, da ich eigentlich gedacht hatte, es würde im weiteren Verlauf um Philipp gehen und nicht um seinen Sohn. Vielleicht hätte mich das weniger gestört, wenn ich vorher den Klappentext gelesen hätte, allerdings tue ich das so gut wie nie, weshalb ich dennoch enttäuscht war – aber immer noch positiv gestimmt.

Denn eigentlich ging es dann sehr spannend weiter: Ein Sohn geht nach Amerika und versucht dort sein Glück, Fritz dagegen verschlägt es nach Russland, wo er sich zum ersten Mal verliebt. Diese Einflüsse anderer Länder waren zwar sehr schön, allerdings wusste ich besonders bei den Geschehnissen in Russland nicht so richtig, was sie mit der Haupthandlung zu tun haben. Später wurde das dann klarer, schließlich führen die Ereignisse erst dazu, dass Fritz in Deutschland erst so richtig durchstartet, allerdings dauerte mir das dann wider viel zu lange, besonders nach dem rasanten Schreibstil vom Anfang. Insgesamt musste ich mich viel zu oft dazu zwingen, das Buch wieder in die Hände zu nehmen, da mir die Entwicklungen viel zu langsam von statten gingen. Durch den zunächst schnell und dann immer langsamer werdenden Stil war ich verwirrt und habe nicht mehr wirklich den Einstieg in die Geschichte geschafft. Am Ende war ich sogar froh, dass es nun vorbei war.

Dabei kann ich zum eigentlichen Schreibstil gar nicht so viel Negatives schreiben. Ja, es gibt lange Be- und Umschreibungen, allerdings würden die mich, besonders im diesen Genre, gar nicht so sehr stören. Vielmehr war es die Kombination aus Handlungen, Figuren und Schreibstil, die mich als gesamtes Paket nicht überzeugen konnten. Ja, der Lebensweg der Familie ist wirklich beeindruckend und gegen Ende taten sie mir auch wirklich leid, allerdings hatte ich ansonsten keine emotionale Bindung zu den Figuren – ein Aspekt, den ich bei historischen Romanen eigentlich immer besonders schön finde. Denn das führt dazu, dass ich nicht nur mitfühle, sondern die Historie dahinter auch verschlinge. Dies ist hier leider nicht passiert.


Eine interessante Idee liegt „Die Manufaktur der Düfte“ zugrunde, kombiniert mit einem wirklich schönen Äußeren. Allerdings konnte mich die Umsetzung, der Stil als auch die Art und Weise, wie die Geschichte erzählt wurde, nicht richtig mitreißen. Interessant für diejenigen, die sich tatsächlich für die Seifendynastie interessieren, für die meisten dürfte es aber im Nirgendwo verlaufen. Für mich ein historischer Roman, der mir nicht besonders am Herzen liegt und deshalb bei mir in Vergessenheit geraten wird. Daher gibt es von mir auch nur 2 Sterne – hoffentlich wird der nächste historische Ausflug besser!