Ein kleines Wunder würde reichen von Penny Joelson

Ein kleines Wunder würde reichen von Penny Joelson

Juli 28, 2018 0 Von BenniCullen

Titel: Ein kleines Wunder würde reichen
Autorin: Penny Joelson
Verlag: Fischer FJB
Seiten: 320
Ausgabe: Hardcover
Auflage: 1
Erscheinungstermin: 23. Mai 2018
ISBN-10: 3841440231
ISBN-13: 978-3841440235
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»Ich kann mich nicht bewegen, und ich kann nicht sprechen. So ist es schon mein Leben lang. Manche Leute reden über mich, als sei ich gar nicht da. Das hasse ich. Andere weihen mich in ihre Geheimnisse ein…«

Jemma kennt ein schreckliches Geheimnis: In ihrer Nachbarschaft ist ein Mord passiert, und sie weiß, wer es getan hat. Denn die Leute erzählen ihr Dinge, weil Jemma nichts weitersagen kann. Sie ist vollständig gelähmt und kann sich weder bewegen noch sprechen. Aber Jemma entgeht nichts. Als sie mit dem furchtbaren Geheimnis konfrontiert wird, ist sie völlig hilflos. Jemma weiß, dass ihr nur ein kleines Wunder helfen kann. Und sie ist fest entschlossen, alles für dieses Wunder zu tun.

Das Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt – ein herzliches Dankeschön dafür (:

Ich hatte wirklich keine Ahnung, was mich bei diesen Buch erwartet. Denn es klang zwar emotional, aber auch mysteriös und auch ein klein wenig thrillerlastig. Umso überraschter war ich dann, dass all das zutrifft – denn irgendwie hatte ich gedacht, dass ein so schmales Buch all das gar nicht wirklich richtig gut in sich vereinen kann. Doch ich habe mich wirklich getäuscht und habe gerade Schwierigkeiten all meine Gedanken auf den Punkt zusammenzufassen – denn dazu ging einfach zu viel in mir vor. Aber ich versuche alles und gebe mein Bestes, um alles irgendwie gut darzustellen 😀

Die Geschichte ist eigentlich schnell zusammengefasst: Jemma ist gelähmt und kann sich nicht bewegen – gar nicht. Allerdings beschäftigt sich die 14-Jährige natürlich genau mit den Themen, mit denen sich alle Teenager in ihrem Alter beschäftigen. Und so lebt Jemma ihr ganz eigenes, aber dennoch lebenswertes Leben… bis ihr auf einmal ein Mord gebeichtet wird und sie nicht weiß, wie sie dies den Menschen in ihrer Umgebung mitteilen soll. Doch sie gibt nicht auf und versucht alles, um ihre Lieblingsmenschen zu retten – koste es, was es wolle. Hinzu kommt auch noch, dass sich wie aus dem nichts Jemmas Schwester meldet von der sie gar nichts wusste. Ihr Leben steht damit Kopf, doch letztendlich will sie nur eins: Glücklich sein.

Es fällt mir gerade unglaublich schwer nicht Tränen zu vergießen, wenn ich an Jemma zurückdenke. Nicht, weil ich nicht abgeschlossen habe oder es besonders traurig geendet hätte, sondern einfach nur, weil ich es so wahnsinnig schade finde, dass ich nichts mehr von ihr höre. Denn ab der ersten Seite habe ich die süße Maus sofort in mein Herz geschlossen und wollte einfach wissen, wie es ihr geht, was sie macht und was sie denkt. Und plötzlich war Jemma nicht nur irgendeine Protagonistin, sondern ein Teil meiner Familie – oder vielmehr wurde ich zu einem Teil ihrer Familie. Denn wir erhalten direkten Einblick. Nicht nur in Jemmas Gedankenwelt, sondern auch in die Strukturen ihrer Familie. Und das hat einfach mein Herz geöffnet. Für die Geschichte, für die Thematik und für die Figuren. Eine solche emotionale Bindung zu den Figure hatte ich schon lange nicht mehr und wirkt bei mir immer sehr lange nach – wenn nicht gar für immer.

Und neben dieser Emotionalität gibt es dann einfach noch den unglaublich spannenden Plot. Denn neben dem ungeklärten Mordfall, der wirklich total spannend erzählt wird und dessen Aufdeckung im Zentrum der Handlung steht, geht es dann auch noch um die Annäherung an Jemmas Schwester. Diese beiden Komponenten greifen Hand in Hand und ergeben so ein wirklich spannendes, emotionales und stimmiges Gesamtpaket. Die Autorin führt beide Erzählstränge einzeln ein und führt sie bis zum Ende nicht zusammen. Das war wirklich großartig ausgearbeitet und war so durchdacht, aber auch emotional, dass ich gar nicht mehr aufhören konnte. Ich war so stolz auf Jemma und ihre Entwicklungen, besonders aber darauf, wie sie mit den einzelnen Situationen umgegangen ist.

Und hier kommen wir nun zum wichtigsten Thema der Geschichte: Jemmas Lähmung. Wir erhalten allerlei Einblicke, wie weit die Forschung ist, was medizinisch alles getan wird und wie der Alltag von Betroffenen aussieht. Das ist beeindruckend, ergreifend und interessant, wenn man das so sagen kann. Ich konnte mir gar nicht vorstellen, wie Jemma sich fühlen musste und bewunderte sie dafür, dass sie so positiv damit umging, denn offensichtlich hat sie es nicht immer leicht. Umso beeindruckter war ich dann, von ihr und ihrer Geschichte zu lesen. Und genau das liebte ich an dem Buch: Es brachte mich zum Nachdenken. Wie klein meine eigenen Probleme sind. Und wie glücklich ich mich schätzen kann. Aber auch, was ich tun würde, wenn ich in ihrer Situation wäre. Diese Gedanken zogen sich durch die komplette Geschichte und ich dachte auch noch nach Beenden immer wieder darüber nach.

Nein, ich habe es nicht geschafft, darzustellen, wie sehr mich diese Geschichte beeindruckt hat, denn dafür gibt es einfach nicht die richtigen Worte. Und dafür bin ich auch immer noch viel zu emotional – und das, obwohl ich es schon vor gut zwei Monaten beendet habe. Aber so ist es nunmal: Manchmal berühren einen Geschichten so sehr, dass man einfach nie wirklich darüber sprechen kann. Für mich ist nur eins ganz klar: Bitte, bitte lest dieses Buch. Neben all den gehypten Titeln, den Fantasy-Romanen und all den unterhaltenden Lektüren, ist es so wichtig, auch mal so eine Geschichte zu lesen und darüber zu reflektieren. Es würde mir total viel bedeuten, wenn nur einer nach dieser Rezension zum Buch greift – denn Jemma hat wirklich jeden Leser verdient. Dafür gibt es 5 Punkte und eine Träne musste dann doch raus. Danke, Jemma. Dafür und für so vieles mehr. Ich hab dich lieb.