Foster vergessen von Dianne Touchell

Foster vergessen von Dianne Touchell

Juli 13, 2018 0 Von BenniCullen

Titel: Foster vergessen
Autorin: Dianne Touchell
Verlag: Königskinder
Seiten: 256
Ausgabe: Hardcover
Auflage: 1
Erscheinungstermin: 21. März 2018
ISBN-10: 3551560420
ISBN-13: 978-3551560421
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Es beginnt ganz schleichend. Dass Fosters Vater Sachen vergisst. Den Herd auszustellen zum Beispiel. Oder einen wichtigen Termin bei der Arbeit. Und zu Anfang macht sich Foster noch keine Gedanken deswegen, denn schließlich vergisst er selbst ja schließlich auch manchmal was. Doch dann häufen sich die Vorfälle und Foster versteht einfach nicht, warum das Gedächtnis seines Vaters immer löchriger wird und mehr und mehr Sachen daraus verschwinden. Und was, wenn er auch ihn, Foster, irgendwann ganz vergessen wird?

Das Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt – ein herzliches Dankeschön dafür (:

Ich bin bekanntermaßen ein Königskinder-Fan und da musste ich natürlich auch eine Geschichte aus dem neuen (und leider letzten) Programm des Verlags lesen. Welche, da konnte ich mich nicht entscheiden, umso schöner war es dann, als mich Überraschungspost aus dem Verlag erreichte und “Foster vergessen” von Dianne Touchell darin lag. Denn allein der Titel und die Art und Weise, wie dieser aufs Buch gedruckt ist, ließ mich erahnen, dass es eine Geschichte für mich sein würde. Und ich lag nicht falsch, denn innerhalb weniger Tage las ich alles rund um Foster und seine Familie – und war schwer beeindruckt.

Wir lernen den kleinen Foster kennen und erhalten Einblick in sein Leben. Er lebt gemeinsam mit seinen Eltern in einem kleinen Haus und führt eigentlich ein recht normales Leben. Bis sein Vater anfängt, alltägliche Dinge zu vergessen und sich scheinbar immer weiter zurückzieht. Anfangs hat er diese vergesslichen Momente nur ganz selten, im Laufe des Buches wird es allerdings immer schlimmer und Foster fragt sich, ob es irgendwann so weit kommen wird und sein Vater auch ihn vergisst. Doch nicht nur das beschäftigt ihn, denn scheinbar verändert sich sein ganzes Leben – und ob aus den Trümmern wieder etwas neues entstehen kann?

Ich mochte Foster von Anfang an total gerne! Er ist ein wirklich süßer, aufmerksamer Junge und tut einem wirklich leid, wenn das mit seinem Vater richtig los geht. Schön fand ich, dass der Schreibstil Fosters Alter angepasst war und man tatsächlich aus den kindlichen Augen seiner Person die Geschehnisse wahrnimmt. Natürlich ist das manchmal auch sehr anstrengend, einfach weil das kindliche Auge Dinge anders beschreibt und wahrnimmt, allerdings war es meist auch einfach sehr interessant, wie sich Foster verschiedene Situationen erklärt und was er für Assoziationen hat, wenn bestimmte Dinge passieren. Daher empfand ich auch den Schreibstil und den Blickwinkel als stärkste Aspekte des Romans, der mich immer wieder mitreißen konnte und mich zum Nachdenken gebracht hat.

Auch das Thema des Romans und der Umgang mit der Krankheit wurde trotz der kindlichen Sichtweise sehr eingängig und tief dargestellt und in all seinen möglichen Formen gezeigt. Für mich ist es ein großartiges Werk, um Kinder und Jugendliche an das Thema Erkrankung heranzuführen und ihnen sehr eindringlich, aber eben auch in einem geschützten Rahmen mögliche Folgen darzustellen. Und neben all diesen sehr objektiven Aspekten schafft der Roman v. a. eins: Emotional zu berühren und nahe zu gehen. Es gab nicht nur eine Stelle im Buch, an der ich den Tränen nah war oder sie gar nicht mehr aufhalten konnte. Dadurch wird nicht nur die Thematik hervorgehoben, sondern der Leser auch emotional involviert, was ich immer begrüße – besonders bei so einer Thematik.

Doch nicht nur Emotionen und eine gute Thematik haben mich überzeugt – besonders der Humor, den die Autorin im Buch verstreut, hat mich ganz oft zum Schmunzeln gebracht. Bei einer solchen Thematik ist es natürlich immer schwierig, allerdings fand ich genau das so toll: Dass es der Autorin gelungen ist auch eine gewisse Leichtigkeit in den Roman zu bringen, die einen eigentlich gar nicht zum Lachen bringen dürfte – es aber dann doch schafft. Und so weint man nicht nur gemeinsam mit den Figuren, sondern lacht auch mit ihnen.

Eine emotionale Geschichte mit einem zuckersüßen Protagonisten, einer sehr ernsten Thematik und einer wundervollen Umsetzung. Wer nach einer Geschichte mit ganz viel Tiefgang und einer dennoch gut gelungenen Leichtigkeit sucht, der macht mit “Foster vergessen” wirklich nichts falsch. Foster geht einem sofort ins Herz und begeistert mit seiner Art, aber auch mit seiner Art, wie er mit der Situation umgeht. Ich musste auch nach Beenden des Buches noch ganz oft an ihn denken und auch nach einigen Wochen denke ich gerne an ihn zurück. Dafür gibt es 5 Sterne und den Tipp: Lest und reflektiert – es wird euch gefallen!