Iron Flowers – Die Rebellinnen von Tracy Banghart

Iron Flowers – Die Rebellinnen von Tracy Banghart

Juli 3, 2018 0 Von BenniCullen

Titel: Iron Flowers
Untertitel: Die Rebellinnen
Autorin: Tracy Banghart
Verlag: Fischer Sauerländer
Seien: 384
Ausgabe: Hardcover
Auflage: 1
Erscheinungstermin: 25. April 2018
ISBN-10: 3737355428
ISBN-13: 978-3737355421
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Sie haben keine Rechte.
Sie mussten ihre Träume aufgeben.
Doch sie kämpfen eisern für Freiheit
und Liebe.

Sie sind Schwestern, könnten unterschiedlicher nicht sein und sind dennoch unzertrennlich. Nomi ist wild und unerschrocken, Serina schön und anmutig. Und sie ist fest entschlossen, vom Thronfolger zu seiner Grace auserwählt zu werden, und ihr von Armut und Unterdrückung geprägtes Leben gegen eines im prunkvollen Regentenpalast einzutauschen. Doch am Tag der Auswahl kommt alles anders: Die Schwestern werden auseinandergerissen – und ein grauenhaftes Schicksal erwartet sie, auf das sie niemand vorbereitet hat.

Die neue Serie für alle »Selection«-Fans: ein aufregendes Setting, junge starke rebellische Frauen, mitreißende Spannung und viel Romantik!

Das Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt – ein herzliches Dankeschön dafür (:

Ich hatte Lust auf Jugenddystopie. Und da ich davon eine Menge hier liegen habe, stellte ich mich vor mein Bücherregal und sah mir die Auswahl an. Dabei stach mir „Iron Flowers“ besonders ins Auge, denn was habe ich nicht alles für tolle Fotos bei Instagram gesehen, die dieses Buch hervorragend in Szene gesetzt haben. Geht ja quasi gar nicht anders bei diesem wunderschönen Cover. Deshalb schnappte ich mir das knapp 300-seitige Buch und fing an die beiden Rebellinnen kennenzulernen – und war sofort begeistert!

Serina ist schön, anmutig und gehorsam – genau die Eigenschaften, die man braucht um eine Grace, sozusagen eine der drei Frauen des Königs zu werden. Alle drei Jahre bestimmt dieser nämlich, welche Mädchen seine Graces werden sollen. Serina wird deshalb bereits ihr ganzes Leben darauf vorbereitet. Anders als ihre Schwester Nomi: Sie ist wild, unberechenbar und rebellisch. Als sie sich auf den Weg zum Schloss machen und dort ankommen, kommt jedoch alles anders als eigentlich gedacht und die Schwestern werden vor ganz anderen Herausforderungen gestellt. Dies führt dazu, dass sie getrennt werden und alleine kämpfen müssen – schaffen es die Rebellinnen eine ganze Revolution in Gang zu setzen?

Anfangs erinnerte mich die Geschichte total an „Selection“ von Kiera Cass, allerdings in einem sehr viel erwachsenerem Stil und mit brutalerem Worldbuilding. Dennoch mochte ich diese Erinnerung, den „Selection“ ist einfach eine meiner absoluten Lieblingsreihen. Dennoch war es dann schön, dass sich die Geschichte in eine gänzlich andere Richtung entwickelte und man als Leser immer wieder wissen wollte, wie es weitergeht. Im Anschluss wird es dann sogar noch brutaler und ich fühlte mich ein wenig an „The Hunger Games“ erinnert, auch wenn die eigentliche Geschichte völlig anders ist. Egal, denn auch die Referenz störte mich kein bisschen, im Gegenteil: Ich mochte diese ehrliche Art Geschichten zu erzählen, ohne darauf zu achten, ob das der jugendliche Leser verträgt. Dies führt zum Nachdenken und immer wieder reflektieren.

Wirklich gut gemacht empfand ich auch die Entwicklungen der Protagonistinnen. Nomi war mir von Anfang an, aufgrund ihrer rebellischen Art sehr sympathisch, wenn auch etwas sehr radikal. Dennoch konnte ich als Leser gleich etwas mit ihr anfangen. Ganz anders mit Serina: Am Anfang kam sie mir sehr eingebildet und unnahbar vor. Und so unreflektiert. Ein Mädchen, das ihr Schicksal einfach so hinnimmt, ohne dafür zu kämpfen, dass sich grundlegende Dinge ändern. Gleichzeitig kann man natürlich ihre Passivität verstehen, denn wer hat schon den Mut sich gegen ein ganzes Regime zu stellen? Umso beeindruckender fand ich es dann, dass beide Schwester im Verlauf des Buches die andere verstehen lernen und sich deshalb auch in sehr positive Richtungen entwickeln. Am Ende des Buches konnte ich es gar nicht fassen, dass es dieselben Mädchen waren. Unglaublich toll und ein Aspekt, der mich definitiv dazu bringen wird, den zweiten Band lesen zu wollen – der aber erst im Herbst 2019 erscheint.

Der Schreibstil gefiel mir übrigens über weitere Strecken sehr gut, nur gegen Ende hätte man es etwas rasanter gestalten können. Hier wären weniger Nebenstränge wünschenswert gewesen, sodass der Hauptplot vorankommt. Außerdem waren einige Beschreibungen gegen Ende dann doch zu viel des guten – show, don’t tell und so. Aber gut, auch das habe ich hingenommen, schließlich hatte mich alles andere schon mehr als überzeugt. Am liebsten hätte ich am Ende gleich mit dem zweiten Band weitergemacht. Denn ja: Ihr werdet beim Ende sterben. Sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt!

Eine grandiose Idee, die sich zwar an anderen Jugenddystopien orientiert, aber dennoch ihren ganz eigenen Weg findet. Charaktere, die sich über sich hinaus entwickeln und eine gänzlich andere Person darstellen als sie es am Anfang waren. Und ein Aufbau, der sich wirklich sehen lassen kann, weil er überrascht. Für mich war „Iron Flowers“ ein grandioser Auftakt einer (hoffentlich werdenden) Trilogie, die mich packen und wieder zu einem meiner Lieblingsgenre zurückführen konnte. Tracy Banghart erfindet vielleicht nicht das Rad neu, setzt die Teile allerdings völlig anders zusammen – und kann trotzdem ein überzeugendes Endergebnis präsentieren, das funktioniert. Für mich ein wahres Highlight im Mai, das ich euch nur ans Herz legen kann, insofern euch die Ähnlichkeiten zu anderen Jugenddystopien nicht stört. Dafür gibt es volle 5 Sterne.

© Fischer Sauerländer

 

Reihen-Überblick:

Band 1: “Die Rebellinnen”
Band 2: “Die Kriegerinnen” (ET: 21. März 2019)
Band 3: ?