Die Spiegel von Kettlewood Hall von Maja Ilisch #leseeindruck

Die Spiegel von Kettlewood Hall von Maja Ilisch #leseeindruck

April 3, 2018 0 Von BenniCullen
Herzlich Willkommen zu diesem #Leseeindruck!

Richtig gelesen: Es ist ein Leseeindruck, aber es ist nicht wirklich live 😀 Denn das Buch, um was es geht, habe ich bereits vor Veröffentlichung angefangen zu lesen. Deshalb ist es nicht ganz live, aber fast 😀 Denn als das Buch hier ankam, war für mich klar: Ich muss es lesen – und das sofort. Es geht um “Die Spiegel von Kettlewood Hall” von Maja Ilisch aus dem Droemer Knaur Verlag. Ich werde euch jeweils nach 50 bzw. 100 Seiten meine Eindrücke festhalten und ihr könnt dann während des Lesens immer wieder mal reinschalten und euch meine Gedanken dazu durchlesen. Solltet ihr das tun, könnt ihr gerne in den Kommentaren auf die einzelnen Etappen antworten – ich werde dann natürlich auf diese eingehen (: Doch fangen wir mal mit den Basics an.

Buchcover: © Droemer Knaur Verlag

“Die Spiegelvon Kettlewood Haul” erscheint am 3. April 2018 im Droemer Knaur Verlag und umfasst 448 Seiten. Das Buch ist sowohl im Taschenbuchformat als auch als eBook erhältlich und kostet 9,99 €. Das Cover habe ich euch ja oben abgebildet und ich finde das total gruselig! Die Spiegel, die Frau, das dunkle Anwesen im Hintergrund und die schwarz/weißen Fließen im unteren Bereich des Bildes – einfach alles wirkt sehr düster, mysteriös und spooky. Wichtig: Es handelt sich nicht um einen Thriller oder ein Horror-Buch, sondern wird als Roman deklariert. Das mag wohl auch daran liegen, weil wir ein historisches Setting haben und es um die Geschichte eines jungen Mädchen geht. Bevor ich jetzt aber zu viel verrate, präsentiere ich euch hier den Klappentext:

Was wohnt in den Spiegeln von Kettlewood Hall? Düster-romantische Gothic Fantasy im viktorianischen England aus der Feder von Maja Ilisch: Gaslight-Fantasy vom Feinsten! 


Gruselige Bewegungen in den Spiegeln und ein magisches Schachspiel: Eine Schachfigur, der einzige Nachlass ihrer Mutter, weist der jungen Iris den Weg nach Kettlewood Hall. Tatsächlich wird sie weit freundlicher aufgenommen, als es der unehelichen Tochter einer Dienstmagd gebührt. Über die Rückkehr der Figur herrscht besondere Freude, vor allem bei Victor, dem Sohn des Earls, doch schon bald mutet das Verhalten der Hausbewohner seltsam an. Als Iris das Schachbrett entdeckt, zu dem der Springer gehört, macht sie einen Zug, der prompt am nächsten Tag beantwortet wird. Iris ahnt nicht, dass sie mit ihrem Leben spielt – und mit dem Victors.

Ich finde, den Klappentext wirklich spannend, auch wenn ich ebenfalls der Meinung bin, dass er vermutlich zu viel verrät – zumindest habe ich das im Gefühl. Nun gut, wir werden sehen, nichtsdestotrotz macht diese kleine Einführung schon wirklich total Lust auf die Geschichte. Man fragt sich doch sofort, was hinter diesem Anwesen, den Spiegeln und de Schachbrett steckt, oder? Ich möchte es herausfinden und nehme euch deshalb auch mit – ich freu mich drauf!

© Droemer Knaur Verlag
Dieser Beitrag ist SPOILERFREI!
Ich werde die Handlung der ersten Seiten nur kurz wiedergeben, ihr braucht also keine Angst haben, dass ich euch zu viel verrate (:

Etappe 1: S. 9 bis 61
Wir lernen Iris kennen, die in Leads in einer Fabrik arbeitet. Dabei schreiben wir das Jahr 1886 und befinden uns somit mitten in der Industrialisierung. Kinderarbeit steht an der Tagesordnung und so arbeitet auch Iris acht Stunden täglich in einer Weberei. Auch ihre Mutter arbeitete bis vor Kurzem dort, doch sie starb und hinterließ nichts. Iris hat in der Fabrik bereits zwei Finger verloren und lebt mit ihrer strengen Oma in einer kleinen Wohnung, die sie sich mit anderen Frauen teilt, damit sie sich überhaupt ein Dach über dem Kopf leisten kann. Insgesamt wirkt Iris’ Leben sehr düster und hoffnungslos. Immerhin geht sie ein paar Stunden täglich in die Schule, doch eigentlich würde Iris viel lieber die vier Stunden zusätzlich in der Fabrik arbeiten, um mehr Geld zu haben. Sie macht sich ständig Gedanken darüber, wie sie ihr Leben verbessern kann und erinnert sich an eine Pferdefigur, die ihre Mutter vor langer Zeit mal besessen hat. Iris findet sie und macht sich auf die Suche nach ihrem Ursprung.Ich muss gestehen, dass ich mich sofort in Iris verliebt habe. Sie ist so ein taffes Mädchen und für ihre 14 Jahre schon so weit, dass man einfach beeindruckt ist und die Stärke bewundert. Dabei schafft es die Autorin das Setting wirklich großartig zu skizzieren, sodass man sich wirklich wie im 19. Jahrhundert fühlt und den Dreck und die Armut förmlich spüren kann. Gleichzeitig hat man ständig so ein ungutes Gefühl in der Bauchgegend, dass gleich irgendwas passieren muss oder unheilvolle Dinge geschehen 😀 Diese Anspannung ist manchmal gar nicht auszuhalten und fesselt mich so sehr, dass ich die Zeit um mich rum völlig vergesse und einfach die ganze Zeit drauf weiter lese. Ein sehr gutes Zeichen für die Autorin und für die Geschichte! Dabei ist mir der Schreibstil zwar ab und an etwas zu ausführlich, diese Ruhe passt aber auch zu diesem unguten Gefühl, was ich da ständig habe. Sehr gut gemacht auf jeden Fall, weshalb ich sehr gespannt bin, wie es weitergehen wird.

Etappe 2: S. 62 bis 107
Es geht richtig looooooos! Wir reisen mit Iris zum Anwesen mit dem Namen Kettlewood Hall (so viel und auch wirklich nur so viel verrate ich noch) und die Reise ist wirklich sehr unterhaltend und gibt einen Einblick in die damaligen Verhältnisse. Kettlewood Hall hat dabei eine ganz merkwürdige Aura, die ich gar nicht so richtig beschreiben kann. Die Autorin hat gar nicht so einen verängstigenden Schreibstil, trotzdem sitzt man da und sucht die ganze Zeit nach Ungereimtheiten oder merkwürdigen Umständen. Es gab eine Stelle, da lief es mir eiskalt den Rücken runter – gar nicht, weil es so gruselig dargestellt war, sondern weil meine Vorstellung einfach mit mir durchging. Das war ein wirklich toller Moment rückwirkend – in der eigentlich Situation hatte ich dann doch eher etwas Angst :DInsgesamt fällt mir natürlich die Langsamkeit auf, mit der die Geschichte erzählt wird: Auf den ersten knapp 60 Seiten lernen wir wirklich nur Iris und ihr Leben innerhalb und außerhalb der Fabrik kennen, bevor es dann wie bereits erwähnt auf die Reise nach Kettlewood Hall geht. Dabei wird auch diese sehr detailliert beschrieben. Erst gegen Ende dieser Etappe kommen wir dann ganz an und lernen das Anwesen Kettlewood Hall kennen. Es geht also wirklich erst jetzt los und dennoch hänge ich an jeder Seite und jedem Ereignis. Die Langsamkeit stört mich also überhaupt nicht, auch wenn ich mir natürlich für die Mitte und das Ende eine rasantere Erzählweise wünschen würde – vielleicht passt die aber auch gar nicht zur Geschichte oder alles wird ganz anders… noch ist alles möglich. Bis jetzt fühle ich mich aber sehr gut unterhalten und meine sogar, ein kleines Jahresghighlight zu riechen. Ob das so bleibt, erfahrt ihr dann am Ende 😀

Etappe 3: S. 108 bis 212
Es geht immer mehr voran und Iris kommt den Geheimnissen so langsam auf die Spur. Ich mag sie als Protagonistin sehr gerne, weil es bei den ganzen mysteriösen Umständen auch um sie geht. Und sie hat einen wirklich starken Charakter und ist sehr intelligent. Das imponiert mir, besonders bei ihrer Historie. Insgesamt finde ich es wirklich eine tolle Mischung aus historischen Aspekten, starken Charakteren und mysteriösen Ereignissen. Dabei finde ich Kettlewood Hall wirklich spannend: Das Haus bereitet mir immer wieder Gänsehaut und ich ersuche selbst seine Geheimnisse herauszufinden. Momentan habe ich noch so gar keinen Plan, einzig die Rolle des Schachbretts war mir relativ schnell klar. Whatever that means, das werde ich euch natürlich nicht verraten.

Kommen wir jetzt aber erstmal zum Schreibstil: Mir gefällt dieser ganz gut, besonders in den gruseligen Momenten hat die Autorin ein Händchen dafür, mir Gänsehaut zu bereiten und mich an der ein oder anderen Stelle (positiv) zu überraschen. Ja, manchmal sind mir die Ausführungen etwas zu lang und detailliert, das empfinde ich aber wahrscheinlich nur deshalb so, weil ich unbedingt in der Hauptgeschichte weiterkommen möchte 😀 Deshalb macht die Autorin für mich wirklich alles richtig und kann mich sehr gut unterhalten. Die Seiten verfliegen total und ich bin jetzt schon gespannt, in welchem größeren Zusammenhang das alles steht – let’s see!

Etappe 4: S. 213 bis 318
Wow, auf diesen 100 Seiten ist wohl mit am meisten passiert. Langsam ergibt sich tatsächlich dieser angesprochene größere Zusammenhang – obwohl ich damit rechne, das es noch ein überraschendes Detail am Ende geben wird. Momentan wissen wir mittlerweile wirklich alles und es scheint so, dass die Geschichte sich nun zuspitzt. Ich finde das ziemlich cool gemacht. Besonders hervorheben möchte ich nun die Spiegel, die ja auch im Buchtitel erwähnt werden: Am Anfang der Story habe ich mich gefragt, was es damit auf sich hat, schließlich konzentrierte man sich eher auf das Schachbrett als auf die Spiegel – diese kamen eigentlich nur einmal in einer kurzen Szene vor. Jetzt allerdings machen sie für mich Sinn und ich habe mich gestern Abend sogar dabei erwischt, wie ich den Blick in meine Spiegel zuhause vermieden habe 😀 Jetzt, nachdem ich deren Zweck kenne, habe ich nämlich doch ein bisschen Angst. Ich weiß, ich bin ein Angsthase – war ich schon immer.

Ich möchte noch ganz kurz auf die Figuren eingehen: Es sind sehr viele unterschiedliche Personen, die ich jetzt gar nicht alle namentlich nennen kann – dennoch bleiben sie mir irgendwie im Kopf und ich kann mich besonders an deren Charakterzüge orientieren. Die angedeutete Liebesgeschichte zwischen der Protagonistin und einer Figur ist mir dabei genau richtig dargestellt. Sie spielt eine Rolle, steht aber nicht im Zentrum und ist deshalb auch nicht weiter störend. Das finde ich wirklich gut umgesetzt, denn oft fokussiert man sich dann ja doch irgendwie auf die liebe Liebe. Das ist hier nicht der Fall, was ich sehr schön finde. Ansonsten erinnern mich die Figurenkonstellationen an einen Film, auf den ich aber nicht komme – vielleicht wird das noch was. Schlussendlich sind die Figuren aber – zusammen mit dem starken Plot – die größte Stärke des Romans. So soll es doch sein!

Ich mache mich jetzt auf in die letzten knapp 120 Seiten und werde noch heute Abend (04. April 2018) das letzte #Update geben. Ich bin sehr gespannt, wie das Finale zusammenkommt und in wie weit mich die Autorin noch überraschen wird.

Etappe 5: S. 319 bis 448
Die letzten Seiten sind verflogen wie nichts und plötzlich stand ich da – alleine und ahnungslos, was ich jetzt machen soll. Ich wollte Iris noch nicht loslassen, denn ich war letztendlich so stolz auf ihre Leistung, ihre Geschichte und ihre Persönlichkeit. Eine wirklich tolle Protagonistin, die die Autorin hier geschaffen hat! Überhaupt waren die Figuren der Geschichte der stärkste Punkt und auch der, der mich am meisten überzeugen konnte. Dabei empfand ich aber auch die Stimmung und die Atmosphäre als ganz besonders – DANKE also für dieses einzigartige und sehr außergewöhnliche Leseerlebnis (: Das Finale hat mir gut gefallen, da alles zusammen kam, auch wenn ich jetzt etwas mehr… wie soll ich sagen?… vielleicht Überraschung erwartet hätte. Also, was die Auflösung angeht. Kennt ihr das Gefühl? Nichtsdestotrotz mochte ich es und fand es wirklich toll, weil einfach so anders.

Ein finales Fazit gibt es dann in meiner Rezension, die in den nächsten Tagen folgt. Danke, dass ihr euch reingeklickt habt. Solltet ihr die Geschichte ebenfalls lesen, dann hinterlasst mir gerne einen Kommentar mit euren Eindrücken oder markiert mich auf Facebook und Instagram – die Links zu meinen Kanälen findet ihr unten (: Danke für’s Mitlesen, wir sehen uns ganz bald wieder!

Euer Benni | Lenny. <3