Flugangst 7A von Sebastian Fitzek

Flugangst 7A von Sebastian Fitzek

Oktober 31, 2017 0 Von BenniCullen

Hallo und herzlich Willkommen zu einem neuen #LIVE-Beitrag!

Wie gefühlt die gesamte Buchwelt, habe auch ich sehnsüchtig auf den neuen Fitzek gewartet. Wer meinen Blog verfolgt, weiß, dass ich auf seine neuen Werke total gespannt bin und mich immer freue, wenn der Autor ein Buch veröffentlicht. Letztes Jahr hatte mich Sebastian Fitzek bereits mit “Das Paket” begeistert, in diesem Jahr folgte micht “AchtNacht” ein Taschenbuch, welches mich ebenfalls gut unterhalten konnte. Jetzt also, geht es um sein neues Buch “Flugangst 7A” und ich bin wirklich total aufgeregt und hibbelig. Denn ich habe auf das Buch etwas länger warten müssen als alle anderen, denn irgendwie kam es nicht zur Veröffentlichung an, sondern erst später. Jetzt ist das aber total egal, denn ich kann ENDLICH damit anfangen – ist das nicht großartig? Das Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt, wofür ich mich recht herzlich bedanken wollte <3

Cover: © Droemer Knaur

Wie bereits erwähnt, weiß ich, dass so gut wieder JEDER darüber spricht, bloggt, vloggt, etc. Und jetzt kommt halt NOCH ein Sebastian Fitzek-Beitrag. Aber ich kann einfach nicht anders, denn ich muss meine Begeisterung irgendwie teilen und da das ja mein Blog ist und der für genau solche Ausbrüche da ist, sage ich einfach mal “who cares?”, schließlich kann man nie genug Fitzek bekommen, oder? Was ich an den Büchern liebe ist, dass sich der Autor einfach immer eine Grundgeschichte überlegt, nur um sie dann irgendwann komplett auf den Kopf zu stellen, sodass gar nichts mehr so ist wie gedacht – und trotzdem noch genau passt. Dieser Überraschungsmoment, den man jedes Mal wieder hat, ist einfach großartig und lässt mich jedes Mal aufs Neue fassungslos zurück! Und so bin ich mir sicher, dass mich der Autor auch jetzt wieder überraschen wird. Für all jene, die die letzten Monate unter einem Stein gelebt haben, packe ich euch hier gerne den Klappentext laut Amazon rein:

Es gibt eine tödliche Waffe, die durch jede Kontrolle kommt.
Jeder kann sie ungehindert an Bord eines Flugzeugs bringen.


Ein Nachtflug Buenos Aires-Berlin.
Ein labiler Passagier, der unter Gewaltphantasien leidet.
Und ein Psychiater, der diesen Patienten manipulieren soll, um an Bord eine Katastrophe herbeizuführen.
Sonst verliert er etwas sehr viel Wichtigeres als sein Leben …


Der neue Psychothriller von Bestseller-Autor Sebastian Fitzek: In der Tradition von PASSAGIER 23 spielt er mit den menschlichen Urängsten des Eingeschlossenseins und der Hilflosigkeit an Bord eines Flugzeugs.

Klingt das nicht wieder absolut genial? Ja, einfach ja. Ich bin so gespannt, in welche Richtung es dieses Mal geht, wobei es ja eigentlich als “Psychothriller” deklariert wird und wenn das da drauf steht, ist das auch drin (zumindest bei Fitzek). Dennoch wirkt es auf mich von der Thematik her wie eine Mischung aus “Passagier 23” (was ich geliebt habe) und “Das Paket” (was ich ebenfalls geliebt habe). Sollte es tatsächlich so kommen, dann flippe ich aus, denn dann kombiniert der Autor zwei tolle Ansätze in einem. Falls jemand beide Bücher nicht gelesen haben sollte, dann auf, auf – es lohnt sich wirklich. “Passagier 23” ist für mich irgendwie eine Art Krimi, allerdings auf sehr hohem Niveau, während “Das Paket” tatsächlich mit der Psyche des Lesers spielt. Beides total verschieden, aber dennoch genial. Mal sehen, ob “Flugangst 7A” da mithalten kann, aber ich gehe davon aus. Ich fange jetzt mit dem Lesen an und halte euch dann auf dem laufenden.

Buchcover: © Droemer Knaur
Dieser Beitrag ist SPOILERFREI!
Ich werde die Handlung der ersten Seiten nur kurz wiedergeben, ihr braucht also keine Angst haben, dass ich euch zu viel verrate (:

 
 
Etappe 1: S. 9 bis 51
Und los geht’s – ich war ja so aufgeregt, denn dieses einzigartige Gefühl der Vorfreude habe ich nicht bei jedem Autoren. Wir lernen anfangs Nele kennen, die hochschwanger zuhause sitzt und über ihre Vergangenheit und Zukunft nachdenkt. Wir erfahren, dass sich ihr Freund von ihr getrennt hat, als er erfahren hat, dass sie schwanger ist. Doch nicht nur das: Er scheint Nele misshandelt zu haben und stellte ihr noch Monate nach der Trennung regelmäßig nach. Außerdem wird auf den besonderen Umstand von Nele eingegangen, den ich hier nicht erwähnen möchte, da ich sonst schon zu viel verraten würde – zumindest ist das mein Empfinden. Aufgrund dieser Umstände sollte ihr Kind an jenem Tag per Kaiserschnitt geholt werden, weshalb Nele schon seit mehreren Stunden wach ist und auf ihr Taxi wartet. Plötzlich geht aber alles ganz schnell und die Fruchtblase platzt, satte zwei Wochen vor dem Termin – für Nele der absolute Horror. Sie schreibt ihrem Vater eine SMS, dass es nun so weit ist und läuft auf die Straße in der Hoffnung, dass ihr Taxi bereits eingetroffen ist. Das ist es tatsächlich, allerdings stellt sich kurze Zeit später raus, dass es gar nicht das bestellte Taxi ist, sondern ein wildfremder Mann, der Nele entführt und sich an ihr und ihrem Baby zu schaffen möchte.Zur selben Zeit lernen wir Neles Vater Mats kennen. Dieser lebt in Buenos Aires und befindet sich momentan im Flugzeug Richtung Berlin, um Nele während der Geburt zu unterstützen. Unglaublich, schließlich hat Mats grauenhafte Flugangst und das, obwohl er selbst Psychologe ist. Es folgen etwaige Details, rund ums Fliegen, so erfahren wir beispielsweise, welche Sitzplätze in einem Flugzeug die sichersten und gefährlichsten sind und wie man am wahrscheinlichsten bei einem Absturz überlebt – also genau die Details, mit der auch das Buch an sich beworben wurde. Mir haben diese Übertreibungen (so wirken sie zumindest auf mich, einer Person, die keine Flugangst hat) total gut gefallen, sind sie doch auch sehr unterhaltend und interessant zugleich. Spannend finde ich, dass genau die Dinge thematisiert werden, mit denen das Buch beworben wurde, und das, obwohl wir erst fünfzig Seiten darin gelesen haben. Das verspricht interessant zu werden, schließlich muss jetzt ja quasi der Kern folgen. Ich bin schon total gespannt!

Übrigens war ich sofort wieder drin und fühlte mich an vergangene Bücher zurückerinnert – gar nicht, weil die Geschichte so ähnlich ist wie viele andere vorher, sondern weil der Schreibstil einfach so typisch für den Autoren ist, dass ich mich sofort wohl gefühlt habe. Fühlt sich in etwa wie Heimkommen an – kennt ihr das? ICH LIEBE DIESES GEFÜHL!

Etappe 2: S. 52 bis 154
Etappe 2 folgte natürlich zugleich und ich bin wahnsinnig enthusiastisch und gehypt – Herr Fitzek präsentiert mal wieder eine sehr gut durchdachte Geschichte, allerdings unterscheidet sie sich von seinen Vorgängern insofern, als dass ich das Gefühl habe, die Figuren wären nochmal komplexer, vielseitiger und gegensätzlicher. Wir tauchen richtig in deren Persönlichkeit ab, lernen ihre Vergangenheit kennen, betrachten ihre gegenwärtige Situation und fragen und ständig, wie alle Schicksale nun zusammenspielen. Das macht es wirklich total spannend und eine sehr vielseitige Angelegenheit. Dies scheint auch das Kernstück zu sein und ist damit völlig anders als sein Vorgänger “Das Paket” (wenn man das Taschenbuch “AchtNacht” jetzt mal ignoriert”. Darin ging es ja vielmehr um eine Einzelperson als um ein großes Ganzes. Also, am Ende war es natürlich in ein großes Ganze verwickelt, aber primär ging es um die Protagonistin. You know, what I mean?! 

Ich habe wirklich noch gar keine Ahnung, in welche Richtung es schlussendlich geht, obwohl ich schon die ganze Zeit am Theorienentwickeln bin. Mal sehen, ob ich mit irgendeinem Gedanken richtig liegen werde, höchstwahrscheinlich aber nicht, da mich Herr Fitzek grundsätzlich immer überrascht, ohne Ausnahme 😀 Ich möchte gar nicht mehr so viel verraten, schließlich will ich niemanden spoilern, nur so viel: Bislang habe ich wieder einen typischen Fitzek vor mir, eben nur mit anderer Gewichtung, was die einzelnen Facetten des Buches angeht. Ich fühle mich sehr unterhalten und bin gespannt, was sich der Autor noch so alles hat einfallen lassen. Übrigens gab es schon ein paar Momente, die ich sehr eklig fand. Gar nicht, weil es so blutig oder krass war (das halte ich meist sehr gut aus), sondern weil es einzelne Vorkommnisse gab, die mich angewidert haben. Also nicht gegruselt, sondern tatsächlich geekelt. Mal gucken, ob ersteres noch eintreten wird – wäre mal was neues, so richtig blutig ist ja Herr Fitzek nie (zumindest im Vergleich zu anderen Autoren :D).

Bis jetzt ist es also ein toller Psychothriller, bei dem man genau das bekommt, was man bekommen will und trotzdem überrascht wird – was will man mehr, oder?

Etappe 3: S. 155 bis 222
Eigentlich wollte ich erst wieder nach 100 gelesenen Seiten berichten, aber gerade habe ich ein Mitteilungsbedürfnis. Die Geschichte spitzt sich logischerweise immer mehr zu und langsam erwische ich mich dabei, wie ich das Ende fürchte. Ich denke nämlich die ganze Zeit: “Oh Gott, nur noch knapp 180 Seiten, jetzt nur noch knapp 170 Seiten,…”. Das spricht für die Spannung der Geschichte. Außerdem finde ich es richtig gut, dass wir mit Mats einen Protagonisten haben, der aktiv versucht, in das Geschehen einzugreifen und System in seine Lage zu bringen. Dieser Aktivismus überzeugt mich und führt dazu, dass ich selbst auch über mögliche Verbindungen und Ursachen nachdenke. Gleichzeitig haben wir aber auch die verschiedensten Blickwinkel, da die Sichtweise in der Regel von Kapitel zu Kapitel wechselt. Mal bekommen wir mit, wie es Nele zur Zeit geht, mal beobachten wir Mats’ Freundin Felis, was sie herausfinden kann und mal erfahren wir, was sich Neles Entführer dabei gedacht hat, gerade sie zu entführen. Das macht Spaß und ist abwechslungsreich, weshalb ich immer noch total begeistert bin, auch wenn ich jetzt endlich dahinter steigen möchte – obwohl ich Angst vorm Ende habe 😀

Und jetzt lese ich weiter, sonst flippe ich noch komplett aus vor Neugier 😀 Schöner, könnte ich einen Feiertag nicht verbringen, oder? 😀

Buchrücken: © Droemer Knaur

Etappe 3: S. 223 bis 380
Fertig! Am Mittwoch hatte ich bereits das Buch beendet, dennoch brauchte ich ein paar Stunden, um alles zu verarbeiten, denn glaubt es mir: Es gibt eine ganze Menge zu verarbeiten. Die Geschichte war ja eh schon rasant, aber auf den letzten 100 Seiten kommt dann nochmal alles zusammen und wird natürlich aufgelöst. Ich verrate natürlich NICHTS zum Inhalt, kann aber sagen, dass mich das Buch auf den verschiedensten Ebenen berührt hat. Der Psychothriller-Fan in mir freute sich einen Ast, dass “Flugangst 7A” so aufgebaut ist, wie es aufgebaut ist und der Mensch in mir war am Ende am Boden zerstört – vor Schock, vor Rührung und vor Überraschung. Alles auf einmal.

Abschließend kann ich sagen, dass ich den Aufbau wirklich grandios fand: All diese unterschiedlichen Handlungsstränge, die zunächst relativ unabhängig (jedoch dennoch verbunden) voneinander stattfinden, die dann wiederum in kurzen Kapitel sehr spannend erzählt werden und am Schluss perfekt zusammenlaufen. Diese Organisation und dieses Talent ist typisch für Sebastian Fitzek, weshalb ich jedes seiner Bücher auf seine ganz eigene Art liebe (zumindest die, die ich bisher gelesen habe, ein paar fehlen mir nämlich). Deshalb kann ich auch nur jedem Psychothriller-Fan dieses Buch ans Herz legen, denn man wird es nicht bereuen. Für alle anderen: Wer nichts blutiges ertragen kann, aber dennoch einen gewissen Nervenkitzel sucht: Do it! Der Autor erzählt Geschichten wie kein anderer, das sollte man sich definitiv nicht entgehen lassen.

Eine ausführliche Rezension findet ihr HIER.