Rotkäppchen und der Hipster-Wolf von Nina MacKay #halloweenspecial

Rotkäppchen und der Hipster-Wolf von Nina MacKay #halloweenspecial

Oktober 23, 2017 0 Von BenniCullen

Herzlich Willkommen zu einem #LIVE-Beitrag!

Ich freue mich ja so, denn tatsächlich hat mir diese Art von Beitrag am meisten während meiner Pause gefehlt! #LIVE-Leseeindrucke sind für mich einfach so großartig, weil ich alle meine Gedanken aufschreiben kann und ich dann immer wieder höre, wie sehr euch das geholfen hat, das Buch richtig einzuschätzen oder ihr das Gefühl hattet, jemanden zum Reden zu haben – genau diese zwei Dinge soll der Beitrag abdecken. Außerdem passt es diesmal so gut, denn am Freitag, dem 21. Oktober 2017, habe ich ja mein Halloween-Special auf Facebook angekündigt und ich will euch in den kommenden Tagen mit so viel Halloween-Bücher versorgen wie nur irgend möglich. Hier auf meinem Blog passiert das durch zwei #Live-Leseeindrücke, auf Facebook und Instagram präsentiere ich euch dagegen passende Bücher in Videoform – ihr werdet also reichlich versorgt 😀 Doch kommen wir nun zum Buch, um das es gehen soll…

© Drachenmond Verlag

Wie ihr schon am Titel lesen konntet, geht es diesmal um “Rotkäppchen und der Hipster-Wolf” von Nina MacKay. Nina und ich, das ist quasi eine Liebesgeschichte, die im letzten Jahren begonnen hat, denn da überzeugte sie mich mit ihrem Werk “Plötzlich Banshee” aus dem ivi-Verlag. Nina hat einfach diesen gewissen Humor, der total meinem entspricht und den ich über alles liebe. Außerdem hat sie das Talent wirklich sympathische und besondere Figuren zu schaffen, die ihre ganz eigene Art haben. Mal sehen, ob das auch für dieses Werk aus dem Drachenmond-Verlag zutrifft. Für alle, die wirklich so gar keine Ahnung vom Buch haben (wo ward ihr die letzten Jahre), gibt es jetzt aber erstmal den Klappentext laut Amazon:

Im Märchenwald ist die Hölle los. Alle Happy Ends wurden gestohlen! Cinderella, Schneewittchen und Co. beschließen, ihre verschwundenen Prinzen zu retten, wozu sogleich eine Verhöre-und-Töte -Liste der Verdächtigen erstellt wird:
1.Wölfe töten
2.Hexen töten
3.böse Stiefmütter töten (wobei das oft mit Punkt 2 einhergeht)
4.böse Feen töten


Nur Red findet die Idee äußerst schwachsinnig. Doch dann taucht ein gutaussehender Hipster auf, der mehr über die verschwundenen Prinzen zu wissen scheint. Schnell stellt sich heraus, dass Everton eigentlich ein Werwolf ist und auf der Liste der durch die Prinzessinnen bedrohten Arten steht. Red bleiben plötzlich nur sieben Tage, um die Prinzen zu finden, bevor sie Ever ausliefern muss. Doch warum will gerade er eigentlich die Happy Ends zurückbringen? Benutzt er Red nur für seine eigenen Zwecke? Sicher ist jedoch: In Reds Leben nimmt ab sofort die Zahl der Hipsterwitze wahnwitzige Ausmaße an, sehr zum Leidwesen von Ever …

Klingt das nicht absolut lustig und irgendwie dennoch mega spannend? Ich habe ja schon wirklich sehr viel positives von dieser Geschichte gehört, deshalb bin ich jetzt wirklich total gespannt darauf, was Nina mir hier bieten wird. Gleichzeitig finde ich, dass die Geschichte sehr gut zu Halloween passt, den Märchen, Werwölfe und Zauberei – hallo? Gibt’s irgendwas, was noch mehr nach Halloween schreit? Ich denke nicht. Wie immer läuft dieser Beitrag wie folgt ab: Ich berichte nach 50 bzw. 100 Seiten von meinen Leseeindrücke, gehe dabei auf die Figuren, die Story, den Schreibstil und den Aufbau ein, ohne auch zu spoilern – nichts liegt mir ferner, als euch die Geschichte zu vermiesen, schließlich will ich euch dazu motivieren, diese zu lesen (also, wenn sie gut ist :D).

 

Buchcover: ©  Drachenmond Verlag
Dieser Beitrag ist SPOILERFREI!
Ich werde die Handlung der ersten Seiten nur kurz wiedergeben, ihr braucht also keine Angst haben, dass ich euch zu viel verrate (:

Etappe 1: Seite 5 bis 64
Die ersten knapp über 60 Seiten sind geschafft und ich bin mitten in der Hetzjagd: Wir lernen Red kennen, der ein Hipster-Wolf ins Netz gelaufen ist und bekommen mit, wie lustig sie doch seine Hipster-Verhaltensweisen findet. Die ersten 1,5 Seiten waren wirklich voll gespickt mit Ninas unvergleichlichem Humor, was den Einstieg in die Lektüre wirklich sehr unterhaltsam machte. Im Anschluss lernen wir die Gang kennen. Die verschlafene Rose, die immer noch an ihrem Tausendjahr-Schlaf als Dornröschen zu knabbern hat und ständig einschläft; Snow, die selbstbewusste und sehr herrische Prinzessin, die gar nicht so unschuldig ist, wie jeder denkt; Cinder, die hippe Bloggerin, die natürlich immer und überall gut aussehen muss, wie es sich eben für Aschenputtel gehört; und Rapunzel, die von Buttertörtchen nie genug bekommen kann und sonst eher Mitläufer als alles andere ist. Gemeinsam mit Red, die wirklich total sympathisch ist, machen sie es sich zur Aufgabe, ihre verloren gegangenen Prinzen zu finden. Diese sind nämlich schon seit zwei Tagen spurlos verschwunden und die vier Prinzessinnen glauben, ihnen wurde etwas angetan. Einzig Red sieht das ganze nicht so dramatisch, hat sie doch keinen Prinzen, den sie vermissen könnte. Ein Fakt, der noch  öfter zum Tragen kommt, denn sie ist außerdem auch die einzige Märchenfigur bis jetzt, die nicht adelig ist. Gemeinsam beschließen sie also, alle bösen Feen, Hexen und Werwölfe zu töten – und dann erst auszufragen. Ja, ich habe mich nicht vertippt, das ist der Plan. Dass das nicht gut gehen kann, ist klar… besonders nicht, wenn da noch ein Hipster ist, der gar nicht so schlecht aussieht ;-)Der Plot ist wirklich witzig aufgebaut und gibt einen anderen Blickwinkel auf die einzelnen Figuren. Außerdem fungiert die Darstellung der Charaktere irgendwie als Mischung zwischen dem altbekannten Märchen und einer neueren Version davon. Alles ist irgendwie gleich, aber irgendwie auch komplett anders. Das ist spannend, wenn auch manchmal etwas komplex, sodass ich etwas nachdenken muss. Gleiches gilt übrigens für den Schreibstil: In “Plötzlich Banshee” war es noch so, dass ich komplett versunken bin, hier stolpere ich noch etwas über die Formulierungen und Ausführungen. Ich hoffe, das wird noch besser, denn das macht es ja immer etwas anstrengender, aber ich bin guter Dinge, denn bisher besticht vor allem der Humor und das überwiegt momentan noch.

Etappe 2: Seite 65 bis 152
Schlag auf Schlag geht es weiter, denn ich habe innerhalb eines Tages tatsächlich 150 Seiten geschafft, was für mich eher ungewöhnlich ist. Das ist wohl besonders dem Humor geschuldet, da dieser Aspekt tatsächlich immer noch das herausstechendste Merkmal von “Rotkäppchen und der Hipster-Wolf” ist. Ab jetzt verrate ich natürlich nichts mehr vom Inhalt, nur so viel: Wer gedacht hat, wir würden innerhalb des Märchenwalds bleiben, hat sich geschnitten! Wir begeben uns auf Reise und zwar nicht nur innerhalb des Waldes, sondern auch nach Nimmerland und dem Morgenland – wie großartig ist das denn bitte? Und ich muss gestehen, dass ich gerade auch einen Crashkurs bekomme, was Märchen angeht, denn tatsächlich habe ich festgestellt, dass ich nur die wirklich klassischen kenne, bzw. diejenigen, die dann auch verfilmt wurden und dementsprechend gehypt sind. Ansonsten bin ich irgendwie ein unbeschriebenes Blatt. Nina nimmt natürlich auf die klassischen Märchen Bezug, hat aber auch die ein oder anderen Geschichten da drin, die ich gar nicht kenne (eine Hexe, die sechs Prinzen in Schwäne verwandelt? Kenn ich irgendwie nicht :D).

Mittlerweile habe ich mich an den Schreibstil gewöhnt und kann die Geschichte flüssig lesen – an manchen Stellen ist es mir aber immer noch viel zu ausführlich und detailliert – das liegt aber einfach an mir, denn ich bin kein Fan von langen inneren Monologen. Aber gut, da kann ich drüber hinweg sehen und weiß, dass es aus Schreibersicht durchaus Sinn macht, die Szenen so umfangreich darzustellen. Ein großer Pluspunkt ist übrigens unsere Protagonistin Rotkäppchen a.k.a. Red. Diese wirkt sympathisch, ist nicht auf den Mund gefallen und ist eine Figur, die sich auch mal was traut, ohne unüberlegt zu handeln. Solche starken weiblichen Figuren brauchen wir! Dagegen finde ich die anderen Prinzessinnen eher etwas nervig und drüber… Besonders Schneewittchen (mein Lieblingsmärchen aus meiner Kindheit) gefällt mir hier gar nicht. Ich bin gespannt, wie Nina das noch lösen wird, denn momentan feier ich Red und verurteile den Rest – mal sehen, ob die Autorin mich noch umstimmen kann, sodass ich alle Figuren ins Herz schließe. Der Hipster-Wolf ist übrigens richtig süß und hat Potenzial zum bookish Boyfriend zu avancieren… trotz Hipster-Macken!

Die Story wird übrigens sehr rasant erzählt, ein Ereignis folgt dem nächsten und führt dazu, dass ich gar nicht aufhören kann weiterzulesen – ein Aspekt, den ich von der Autorin sehr gut kenne, ging es mir doch bei “Plötzlich Banshee” genauso. Bisher fühle ich mich also, trotz kleiner Startschwierigkeiten und etwas umfangreichen Schreibstil, sehr wohl und bin gespannt, wo die weitere Reise hingeht. Übrigens total süß: An manchen Stellen, bisher immer am Ende von ein paar Kapiteln, gibt es Zeichnungen von den Figuren. So sehen wir die beiden Tratschtanten Hase und Igel als auch die Fee Tinkerneat, die auf den Seiten 120 bis circa 150 eine Rolle spielt (und wohl nochmal in Erscheinung treten wird). Ich habe die Fotos mal abgelichtet, sind sie nicht schön?

Zeichnungen: ©  Drachenmond Verlag

Etappe 2: S. 153 bis 232
Schon wieder sind 100 Seiten wie im Flug vergangen und ich lache mich teilweise wirklich kaputt. Nina hat eine ganz großartige Art und Weise, die Geschichte zu erzählen und bringt immer wieder Figuren ins Spiel, die einfach zum totlachen sind. Dieser Humor scheint das Grundelement zu sein, auf dem die Geschichte baut und ist immer noch die herausrangendste Eigenschaft des “Hipster-Wolfes”. Dabei hat sich Nina einen ereignisreichen Plot ausgedacht, der uns wirklich einmal queer durch alle Märchen mitnimmt und immer wieder bekannte Elemente aufgreift und sie dann doch total verändert. Also sind sie irgendwie bekannt und irgendwie auch neu – das ist sehr geschickt gemacht, sonst wäre ja auch alles ziemlich langweilig, weil eben schon bekannt. Dafür gibt es von mir wirklich ein dickes Kompliment.

Dann gibt es aber (immer noch) ein paar Dinge, die mich tatsächlich etwas stören: Irgendwie kann ich immer noch nicht so wirklich etwas mit dem Schreibstil anfangen. Manchmal ist es mir einfach zu lang, manchmal wird mir zu viel gedacht und manchmal muss ich mich dann zwingen, wirklich jeden Satz zu lesen und nicht einige zu überspringen. Es geht schon besser wie am Anfang, aber ist immer noch nicht so flüssig wie bei “Plötzlich Banshee”, wo ich mich wirklich habe reinfallen lassen. Außerdem zerstört mir Nina meine naive Vorstellung von allen Prinzessinnen: Alle sind irgendwie total bitchy, zickig und auch nicht die hellste Kerze auf der Torte. Ich mein gut, ich lache mich regelmäßig schlapp, aber hoffe dennoch inständig, dass sich die vier Mädels (Snow, Cinder, Rose und Rapunzel) noch verändern und am Ende des Buches zumindest ein bisschen gewachsen sind. Bitte, Nina, sonst bin ich ganz traurig, dass die alle so bitchy sind 😀

Gerade befinden wir uns außerdem an einem Punkt in der Story, die mir irgendwie gut gefällt, weil es ein ganz besonderes Setting ist und die Nebenfiguren wirklich lustig sind, irgendwie aber auch missfällt, weil es zu einer Begegnung zwischen zwei Figuren kommt, die ich überhaupt nicht möchte 😀 Also, doch irgendwie schon, weil sexy, aber irgendwie auch nicht, weil einfach falsch. Ganz schwer zu erklären, ohne euch zu spoilern, weshalb ich jetzt auch nicht weiter drauf eingehen werde, aber ich sag mal so: Mein Herz klopt und bricht zur selben Zeit – wisst ihr was ich meine?

Fazit bisher: Ich mag die Geschichte, ich mag unsere Protagonistin Red und ich liebe den Humor der Autorin. Kleines Manko hat für mich der Schreibstil und die Charakterisierung der anderen Figuren, ansonsten fühle ich mich aber sehr gut unterhalten und bin gespannt, was die Auflösung sein wird und warum die Prinzen jetzt verschwunden/entführt/gekidnappt wurden.

Etappe 3: S. 233 bis Schluss
Schluss, aus vorbei! Gestern habe ich die Geschichte rund um Rotkäppchen und ihrem Hipster-Wolf beendet und was soll ich sagen? Die letzten knapp 150 Seiten waren die besten im ganzen Buch! Die Geschichte nimmt nun richtig Fahrt auf, einzelne Elemente, die vorher nebeneinander abliefen, kommen nun zusammen und bringen ihre ganz eigene Art und Weise in die Story. Es war rasant, es war lustig und vor allen Dingen war es sehr unterhaltsam. Nachdem dann so viel passierte, konnte ich das Buch nicht mehr aus den Händen legen und habe es tatsächlich in einem Rutsch beendet. Das spricht sehr für das letzte Drittel und hat mich ein wenig entschädigt dafür, dass der Beginn für mich nicht ganz so problemfrei von statten ging. Jetzt aber bin ich hellauf begeistert und hätte noch 100 Seiten mehr lesen können 😀 Das Ende ist zwar eins, mit dem ich leben kann, allerdings macht mich Nina nun doch sehr neugierig auf den zweiten Teil “Aschenputtel und die Erbsen-Phobie”… den ich mir mit Sicherheit besorgen werde 😉

Danke für eure Teilnahme und das Mitlesen, mir hat dieser Beitrag sehr viel Spaß gemacht – ich hoffe, wir sehen uns beim nächsten #LIVE-Leseeindruck, dieser wird sich mit “Flugangst 7A” von Sebastian Fitzek beschäftigen (zumindest wenn er ENDLICH bei mir ankommt). Bis dahin wünsche ich euch noch einen schönen Tag und bis bald.

 
Die Rezension zum Buch findet ihr HIER.