Redwood Love – Es beginnt mit einem Blick von Kelly Moran

Redwood Love – Es beginnt mit einem Blick von Kelly Moran

September 19, 2018 2 Von BenniCullen

Titel: Redwood Love
Untertitel: Es beginnt mit einem Kuss
Autorin: Kelly Moran
Verlag: Rowohlt Polaris (kyss)
Seiten: 384
Ausgabe: Broschiert
Auflage: 1
ISBN-10: 3499275384
ISBN-13: 978-3499275388
Mehr Informationen gibt’s auf Amazon oder auf der Verlagsseite!

Kleine Stadt, große Gefühle
Redwood, ein malerisches kleines Städtchen in Oregon. Genau der richtige Ort für einen Neuanfang. Und den braucht Avery Stowe nach einer desaströsen Ehe dringend, ebenso für sich wie für ihre autistische Tochter Hailey. Da gibt es nur ein Problem: den attraktiven Tierarzt Cade O‘Grady. Eine neue Beziehung ist das Letzte, was Avery will. Sie ist sich nur nicht sicher, wie lange sie Cade widerstehen kann. Vor allem, da sich anscheinend der ganz Ort gegen sie verschworen hat und Amor spielt …
Ein Ort zum Wohlfühlen, drei Tierärzte zum Verlieben – der erste Band der Redwood-Love-Trilogie!

Das Buch wurde mir vom Verlag im Rahmen des #KyssCrew-Mitgliedschaft als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt – ein herzliches Dankeschön dafür (:

Eigentlich war ich jetzt nicht so angetan von der Thematik Tierärzte, Kleinstadt und Romance – denn irgendwie klang das alles ziemlich kitschig und etwas übertrieben. Aber dann hörte ich ein paar Insider-Stimmen, die mir die Geschichte wärmstens ans Herz gelegt haben und weil ich dann doch ein braver Blogger bin, habe ich auf ihren Rat gehört und mich für die #KyssCrew als auch für ein Rezensionsexemplar beworben. Und so kam dann die Geschichte weit vor Veröffentlichung bei mir an – und was soll ich sagen? ICH LIEBE SIE! Und das sage ich normalerweise nie am Anfang, aber für alle, die auf hochgelobte Rezensionen nicht stehen: Sorry, aber das wird hier jetzt quasi ein Liebesbrief an “Redwood Love” und Kelly Moran. Und eigentlich, nein, ich nehme mein Sorry zurück, denn: #sorrynotsorry

In der Geschichte geht es ganz grob zusammengefasst um Avery, die mit ihrer autistischen Tochter Hailey neu nach Redwood zu ihrer Mutter zieht, die dort ein paar Ferienhäuser besitzt sowie einen Secondhand Laden betreibt. Redwood ist dabei ein kleines Städtchen in Oregon, wo jeder jeden kennt und nichts ein Geheimnis bleibt (u. a. durch eine Twitter-Page sowie diversen Pinterest-Seiten). In der Kleinstadt lässt es sich also nicht gerade privat leben, dafür halten die Bewohner aber zusammen und helfen sich gegenseitig. Außerdem gibt es dort auch eine Tierklinik, die von drei Brüdern getrieben wird: Cayden, Flynn und Drake O’Grady. Avery verguckt sich sofort in Cayden, ist sich aber aufgrund ihrer Vergangenhit nicht sicher, ob ein Blick tatsächlich ausreicht, um ein gemeinsames Leben aufzubauen.

Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Zu Beginn aber so viel: Kitschig fand ich es auf keiner einzelnen Seite! Avery war mir von Anfang an sympathisch und die Einbindung einer autistischen Figur in Form ihrer Tochter Hailey fand ich sehr authentisch und verlieh der Geschichte irgendwie Menschlichkeit. Da geht es um eine junge Frau, die wahre Probleme hat und eine Vergangenheit, die wirklich glaubhaft und sehr eindringend dargestellt wird – New Adult-Autorinnen und Autoren zückt die Stifte und macht euch Notizen, denn so erschafft man Intimität und Authentizität im Liebesromanbereich. Die Figuren werden nicht zu naiv dargestellt, die Ereignisse bedienen sich keiner übertriebener Dramatik und die Entwicklungen sind nachvollziehbar und gleichzeitig mit ganz viel Herz geschrieben. Das alles führte dazu, dass ich gar nicht mehr aufhören konnte zu lesen und einfach nur noch begeistert war, wie eigen und deshalb auch völlig über allem anderen die Geschichte in diesem Genre steht.

Hinzu kommt, dass der Schreibstil einfach unglaublich gut war. Hier ein Kompliment an die Übersetzerin (die es ja geben muss, schließlich stammt die Autorin aus den USA): Es gab keine langen Stellen, es wurde nicht zu viel erklärt oder detailliert beschrieben und dennoch wurde ein Weg gefunden, wie man alles rund darstellt. Gleichzeitig hat Vanessa Lamatsch (die Übersetzerin) es geschafft, intime Szenen, die es durchaus gibt, sehr gefühlvoll und mit Geschmack darzustellen, ohne sonderbar vulgär zu werden oder überbetont erotisch sein zu wollen. Das hat mich eigentlich am meisten fasziniert und war für mich schon Grund genug, es als bestes Liebesbuch 2018 so far zu betiteln. Doch dabei blieb es ja nicht nur.

Denn die eigentlich stärkste Eigenschaft sin definitiv die Charaktere: Wie bereits erwähnt, hat es die Autorin geschafft, diese glaubhaft darzustellen und mit echten Problemen zu zeigen. Avery kämpft immer wieder im Alltag mit ihrer kleinen Tochter Hailey (die übrigens zuckersüß ist und sofort ein Platz in meinem Herzen gefunden hat), doch auch die Nebenfiguren sind nicht ohne: So ist Flynn beispielsweise taub und hat damit zu kämpfen, lässt sich gleichzeitig aber auch nicht beirren und lebt sein Leben in vollen Zügen (nur so nebenbei: Flynn war mein liebster Charakter, denn sein Humor ist einfach Zucker und seine Aussagen so voll mit Ironie.. und Rothaarige haben bei mir eh einen Vorteil – #bookboyfriend-Alarm sage ich da nur). Und Drakes Frau ist verstorben, weshalb der Älteste der O’Grady-Brüder auch eine sehr schwere Zeit hat und nur selten ausgelassen ist (oder auch nie). All das ist komplex, nicht immer angenehm, aber dafür einfach total glaubhaft und sehr emotional! Weshalb ich mich auch sehr auf die Folgebände freue, denn da wird es um jeweils einen von ihnen gehen.

Zum Schluss noch etwas zu der hauptsächlichen Liebesgeschichten zwischen Avery und Cade: Es ist eine bereits bekannte Geschichte, die man in dem Genre durchaus kennt, wenn man ein paar Liebesromane bzw. New Adult-Bücher gelesen hat. Da ist eine verunsicherte Frau, die aufgrund ihrer Vergangenheit den Männern abgeschworen hat und ein Kerl, der sie all haben kann und dies auch in der Vergangenheit ausgenutzt hat. Sie lernen sich kennen und plötzlich ist alles anders. Es scheint so, als ob man das alles kennen würde – da bleibt nun die Frage, warum man dann trotzdem “Redwood Love” lesen sollte. Ganz einfach: All das stimmt zwar im Kern, allerdings schafft es die Autorin, die Geschichte total stilvoll und mit so viel Awww-Momenten zu präsentieren, dass man ihr einfach verfallen muss. Hinzu kommt dann noch diese völlig undramatische Darstellungsweise (was nicht heißt, dass es keine Wendepunkte oder schockierende Momente gibt, im Gegenteil), die aber dennoch Wirkung hat und schon ist man völlig im Kelly Moran-Bann. Man kennt das Konzept vielleicht, aber die Ausführung wird einen umhauen!

Was soll ich noch sagen? Ich könnte ewig weiter fangirlen: “Redwood Love – Es beginnt mit einem Blick” von Kelly Moran ist ungelogen das beste Romance-/New Adult-Buch, das ich 2018 gelesen habe – vielleicht auch das Beste, was ich jemals in dem Genre gelesen habe. Es wird wohl sehr lange von keinem Buch mehr getoppt werden – okay, vielleicht vom zweiten Band, der sich ja um Flynn, meinem neuen #bookboyfriend dreht – aber dass ich das mal sagen werde, damit hätte ich vor dem Lesen überhaupt nicht gerechnet. Das Buch wird ja bereits total gehypt, dennoch möchte ich nochmal betonen, dass es sich auch wirklich lohnt und nicht irgendein Hypetrain ist, der künstlich aufgebauscht wird. Die Geschichte rund um Redwood, einem kleinen träumerischen und sehr romantischen Örtchen, ist nicht nur authentisch, wunderbar romantisch und sexy, sondern besonders eins: Mehr als lesenswert! Dafür 5 Sterne und eine dringende Leseempfehlung für… ja, für jeden.