Reihenvorstellung: Die Maxton Hall-Trilogie von Mona Kasten

Reihenvorstellung: Die Maxton Hall-Trilogie von Mona Kasten

Oktober 21, 2018 2 Von BenniCullen

Herzlich Willkommen zu diesem Beitrag <3

Ich hatte sehr viel Spaß beim Verfassen der Reihenvorstellung zu “Silber” von Kerstin Gier aus dem Fischer FJB-Verlag, dass ich mir gedacht habe, gleich mal weiterzuschreiben mit dieser Art von Beiträgen, denn anscheinend bin ich da gerade total in Stimmung dafür 😀 So griff ich also gedanklich zur nächsten Trilogie, die ich etwa zum gleichen Zeitpunkt wie “Silber” begonnen habe: “Save Me” von Mona Kasten stand nämlich auch auf meiner Urlaubsleseliste und wurde da auch gelesen. Meine Gedanken zum ersten Band gab es dann auch in einer eigenen Rezension, ganz einfach, weil ich so viele Gedanken im Kopf hatte, die unbedingt raus mussten. Nichtsdestotrotz möchte ich gerne alle drei Teile noch einmal in diesem Beitrag thematisieren, weil ich jetzt einfach am Ende der Trilogie stehe und noch viel mehr zu sagen habe 😀

Kurzer Disclaimer gleich am Anfang: Es folgen sehr persönliche Ansichten über die Geschichte, deren Aufbau und die Vermarktung der Reihe. Das alles ist meine Meinung und ich weiß, dass das nicht jeder so sehen muss oder sollte – ich hoffe, ihr wisst das auch und könnt euch sachlich dazu äußern. Gerne dürft ihr mir dazu eure Gedanken da lassen, ich bin da wirklich sehr neugierig, eben weil es auch sehr oft Thema auf allen möglichen Plattformen war. Jetzt aber viel Spaß beim Beitrag!

“Save Me”

Ich startete also im Urlaub mit dem ersten Band der Maxton Hall-Trilogie und hatte anfangs auch wirklich Lust auf die Geschichte, schließlich bin ich großer Fan der Again-Trilogie gewesen und da konnte ja nur noch großartiges folgen, oder? Weit gefehlt, denn was mich erwartete, ließ mich wirklich ernüchtert zurück. Zunächst fand ich Ruby zwar ganz süß und James relativ klischeebehaftet, aber dennoch interessant, allerdings stellte ich schnell fest, dass mir deren Gedankengänge viel zu jung waren für mich. Und jetzt bin ich wirklich niemand, der damit Probleme hat, schließlich lese ich vermehrt Jugendbücher und Geschichten für jüngere Leser. Hier war es aber selbst mir zu viel und ich hatte wirklich Probleme, eine Bindung zu den Figuren aufzubauen. Nur um Seite 200 gelang es ihnen dann, sich in mein Herz zu stehlen, bis dahin zog und zog sich die Geschichte wie ein ganz, ganz klebriger Kaugummi. Doch das war nicht alles: Gefühlt geschah erst auf den letzten 50 Seiten das, was man von Mona Kasten eigentlich kennt: Plot, Story, Spannung, Herzbubbern und und und. All das ließ mich sehr zwiegespalten zurück, denn einerseits schien die Story ja durchaus Potenzial zu haben, andererseits konnte es genau das nicht wirklich ausschöpfen. Oder wie ich es so treffend in meiner Rezension gesagt habe:

Gute Charaktere, noch bessere Nebencharaktere und ein guter Schreibstil – all das hilft aber nichts, wenn der Plot nicht mitreißen kann.

Jo, ich glaube das sagt so ziemlich alles. Wer näheres erfahren möchte, der darf sich gern zu meiner Rezension zu “Save Me” klicken – HIER entlang (: Schlussendlich habe ich für den ersten Teil 3 Sterne vergeben – Mittelmaß also.

 

“Save You”

Dennoch wollte ich die Trilogie beenden, schließlich schienen so viele begeistert zu sein. Deshalb hatte ich die Hoffnung, dass der Plot einfach nochmal zulegen und sich dann im Band 3 wirklich komplett zeigen würde. Doch leider war erstmal der Gegenteil der Fall: “Save You” zog sich über knapp 400 Seiten lang und hätte auch locker in 50 Seiten erzählt werden können. Für mich zeigte dieser Teil noch größere Schwächen als noch Band 1 – denn der hatte zumindest eine Grundstory. Ja, eine unspektakuläre, aber immerhin eine. Teil 2 dagegen war zwar besser organisiert, da man hier zwei neue Sichtweisen erhält (nämlich die von Lydia, James’ Schwester und die von Ember, Rubys kleiner Schwester), allerdings kam der Hauptplot zwischen James und Ruby einfach so gar nicht voran. Ja, Lydia überzeugte mich ungemein und hätte meiner Ansicht nach ein eigenes Buch verdient, allerdings störte mich die Unterbrechungen immer wieder in meinem Lesefluss. Ich mochte Lydia und ihre Backstory, fand sie aber störend im Allgemeinen – hört sich sehr konträr an, entspricht aber einfach der Wahrheit. Tja, und dann ist da ja noch Embers Sichtweise. Ich weiß nicht warum man sie hinzu genommen hat, wahrscheinlich weil man sonst nicht auf die Seiten gekommen wäre, aber ihre komplette Storyline war für mich (und hier greife ich vor) komplett unglaubwürdig. Diese Liebesgeschichte und die ständige Erwähnung ihres Blogs – das nervte mit der Zeit und wirkte für mich so eindimensional. Zumindest im zweiten Band gab es überhaupt keine Stelle, an der ich das Gefühl hatte, Embers Sicht ergibt hier Sinn oder fügt etwas hinzu. Dennoch gab es einen Lichtblick: Diese eine Szene zwischen James, Lydia und deren Vater – die versprach so einiges für den nächsten Band. Diese kam dann auch noch relativ zum Schluss und die darauffolgenden letzten 50 Seiten waren dann auch wirklich gelungen (ähnlich wie bei Band 1). Schlussendlich bekam “Save You” von mir dann zwei Sterne: Zum einen aufgrund von Lydias Geschichte, die mich zwar komplett aus dem Lesefluss gerissen hat, mir aber immerhin gefiel und zum anderen aufgrund der letzten 50 Seiten. Ja, Monas Schreibstil ist wie immer Klasse, aber dafür dann noch einen weitern Stern zu vergeben, ergab für mich keinen Sinn, wenn es einfach keinen Plot und null Spannung gibt.

“Save Us”

Es konnte ja quasi nur besser werden. Und das wurde es auch. Denn Band 3 hatte wieder einen Plot und war für mich schon ein großer Schritt in die richtige Richtung. Die Geschichte wurde zunehmend glaubhafter und bestach erstmal durch die weiteren Sichtweisen (besonders Alistair möchte ich hier hervorheben). Dennoch war ich immer noch der Meinung: Mona hätte die Reihe einfach grundsätzlich anders organisieren müssen. Ja, sie wollte eine Abgrenzung zu der Again-Reihe, weshalb sie eine Geschichte ja zunächst in einer Dilogie erzählen wollte, die dann, wahrscheinlich aufgrund von money, money, money, zu einer Trilogie aufgestockt wurde. Allerdings funktionierte diese Aufstockung einfach nicht. Meiner Meinung nach hätte es ein Einzelband von Ruby und James geben sollen. Und dann hätte man (analog zur Again-Reihe) jedem Pärchen ein Buch widmen sollen. So hätten Lydia, Ember und auch Alistair ihren Part bekommen und alle wären bestimmt ausgeflippt 😀 Und selbst wenn man unbedingt eine Dilogie haben möchte, um sich abzuheben – dann hätte man das halt machen sollen und dafür die anderen Geschichten in ein Buch packen sollen. Aber nein, der Profit steht anscheinend ganz oben auf der Liste, weshalb man unbedingt eine Trilogie haben muss. Anders lässt sich das für mich nämlich nicht erklären, denn die Story an sich würde keine Trilogie hergeben. Tut sie ja auch jetzt nicht, denn Band 2 könnte man wirklich auf ein paar wenige Seiten zusammenfassen. Die Ereignisse in Band 3 haben gezeigt, dass eine Dilogie drin gewesen wäre. Sogar so, dass mir die Story dann besser gefallen hätte als mit einem lahmen 2. Band. Trotzdem finde ich es schade, dass nicht alle Möglichkeiten genutzt worden sind. Denn die oben genannte Szene mit James’ Vater wird nie zu Ende erzählt. Es kommt zu keiner Erklärung, warum diese Szene in Band 2 sein musste oder ob das alles auch nur nebensächlich war – nichts. So, als ob es sie nie gegeben hätte. Das macht für mich keinen Sinn und führte dazu, dass ich schlussendlich wirklich genervt war. Wäre nicht der etwas spannendere Plot gewesen, wäre ich komplett ausgerastet. Und als ich anfing, die Dinge einfach so hinzunehmen wie sie sind, mochte ich dann auch die Geschichte irgendwie. Zumindest so stark, wie noch im ersten Band. Deshalb bekommt “Save Us” auch 3 Sterne – genauso wie der 1. Teil eben auch.

Puh, ich weiß gar nicht wohin mit meinen Gedanken und hätte sogar noch mehr schreiben können. Insgesamt überzeugte mich die Trilogie wirklich nur mittelmäßig. Denn eigentlich ist die hier vorliegende Geschichte einfach keine Trilogie, sondern höchstens eine Dilogie, eigentlich aber ein Einzelband. Hinzu kommt, dass man keinen Plot hatte, der durchgängig überzeugte und der versucht wurde, mit weiteren Sichtweisen zu retten. Das gelang nur teilweise und auch nicht wirklich optimal. Werde ich die Geschichte rund um Ruby und James wieder lesen? Nein. Werde ich mich ewig an sie erinnern? Ja, denn ich werde immer daran denken müssen, dass mich Mona Kasten nach den Juwelen (also der Again-Reihe) wirklich enttäuscht hat. Plot, Aufbau, Figuren und Organisation – das alles wollte für mich einfach keine Einheit werden, was schade ist, denn sie hätten es tun können. Nun gut, es ist wie es ist, insgesamt gebe ich der Trilogie somit 3 Sterne – ich würde fast sagen 2,5, aber aufgrund der Ereignisse in Band 3 runde ich auf, auch wenn es das schlussendlich auch nicht gerettet hat.

Was sagt ihr? Habt ihr die Trilogie schon gelesen? Und wie fandet ihr es? Was sagt ihr zu meinen Kritikpunkten? Stimmt ihr mir zu oder seht ihr es ganz anders? Lasst es mich gerne wissen (: