Reihenvorstellung: Die Silber-Trilogie von Kerstin Gier

Reihenvorstellung: Die Silber-Trilogie von Kerstin Gier

September 27, 2018 3 Von BenniCullen

Herzlich Willkommen zu einem neuen Beitrag!

Und gleichzeitig zu einer neue Art von Beitrag, denn eine solche Reihenvorstellung oder -besprechung habe ich tatsächlich noch nie verfasst. Geplant war es schon länger, aber irgendwie hat sich das nie ergeben. Nun habe ich schon bei mehreren Reihen gedacht: TU ES! Und damit das endlich mal passiert, folgt nun also der erste von hoffentlich ganz vielen Beiträgen solcher Art. Den Anfang macht die “Silber”-Trilogie von Kerstin Gier, die ja in den Jahren 2013 bis 2015 für hohe Wellen sorgte und die Jugendbuchwelt begeisterte! Ich persönlich hatte die Reihe länger im Auge, bevor ich sie mir dann in den letzten beiden Jahren besorgt und in meinem Sommerurlaub begonnen – und ja, auch verschlungen – habe. In den nächsten Wochen las ich dann auch die andere beiden Teile und schwupp, hier gibt’s jetzt quasi meine Rezensionen zu den einzelnen Büchern (manche warten da schon lange drauf :D). Damit also viel Spaß (:

Silber: Das erste Buch der Träume

Wie schon gesagt, las ich dieses Buch in meinem Urlaub und OH. MEIN. GOTT. Ich war sowas von verliebt und beendete die Geschichte in weniger als zwei Tagen – das sagt schon genug, oder? Doch kommen wir zu den wichtigen Aspekten: Zunächst beeindruckte mich – wie immer bei Kerstin Gier – der Humor. Wie die Autorin es immer und immer wieder schafft alltägliche Geschehnisse so darzustellen, dass man als Leser ständig grinst – einfach unglaublich und wirklich, wirklich magisch! Doch dann kamen die Figuren hinzu: Liv war mir ab der ersten Seite gleich sympathisch und ihre Schwester Mia wurde sofort auch zu meiner. Doch auch die anderen Figuren bestachen durch ihre individuelle Art, die zur zauberhaften Atmosphäre der Geschichte beitrugen. Doch das eigentliche Highlight war etwas ganz einfaches: Die Idee. Diese Magie mit den Träumen war so faszinierend und gleichzeitig so gut dargestellt, dass ich wirklich glauben wollte, es gäbe Traumtüren wirklich. Besonders die Hintergrundgeschichte (die ich nicht näher darstellen werde, schließlich möchte ich niemanden spoilern) hatte so viel Potenzial und versprach zwei Folgebände, die es in sich haben würden – ob das dann auch kam? Das erfahrt ihr gleich, der erste Band bekam aber bis dato volle fünf Sterne.

Silber: Das zweite Buch der Träume

Enthusiastisch und total aufgeregt stürzte ich mich in Band 2, denn die Geschichte endete zwar in sich abgeschlossen, allerdings gab es auch einige offene Stellen, die ich unbedingt füllen wollte. Doch was zunächst folgte, ernüchterte mich etwas, denn die Geschichte verfolgte nicht ihren Hauptplot, sondern konzentrierte sich auf Teeniedrama deluxe. Leider. Eigentlich dachte ich erstmal, dass Kerstin Gier den Leser reinlegen möchte und dieses Teeniedrama nur anteasert. Doch dann verfolgte sie diesen Ansatz konsequent, dabei passte das so gar nicht zur Geschichte. Schade, denn hier hatte mich die Geschichte dann wirklich etwas verloren. Dennoch mochte ich immer noch die anderen Aspekte: Humor, Schreibstil, Setting, Figuren,… nur der Plot war das Problem. Nun gut, oft so mit dem zweiten Teil einer Trilogie, deshalb las ich weiter und war schlussendlich froh, dass ich ihn am Ende durch hatte. Für diese Ernüchterung hätte ich dann noch 3 Sterne vergeben, weil: mittel, aber eben nicht besonders. Ich machte mir hier schon Gedanken, denn viele warnten mich davor, dass die Reihe immer mehr abnehmen würde. Enthusiastisch wie ich aber nun mal bin, wollte ich das nicht hören und schnappte mir nach einigen Tagen Band 3.

Silber: Das dritte Buch der Träume

Aufgrund meines Eindrucks zum zweiten Band dauerte es auch etwas, bis ich mich an den dritten Teil wagte. Zwar hörte ich von vielen, dass dieser wieder einen spannenden Plot bieten soll, dennoch brauchte ich eine kleine Pause. Nachdem ich diese dann hatte, war ich bereit für das Finale! Und eben dieses begann wirklich vielversprechend: Der Plot war von Anfang an sehr stark, zeigte immer neue Facetten und in Kombination mit den eh schon wirklich starken Aspekten gefiel mir der dritte Teil bis zum letzten Drittel wirklich gut. Doch dann folgte das Finale, die Auflösung , der große BÄÄÄÄÄÄÄNG… oder auch nicht. Denn was da letztendlich aufgelöst wurde, war wirklich mehr als enttäuschend. Es war erniedrigend. Für die Figuren. Für die Geschichte. Und für die Idee. Denn da wäre so viel Potenzial gewesen, so viele Möglichkeiten ein Meisterwerk aus dieser Reihe zu machen… doch so kam es mir vor, als wenn man sich vorher nicht überlegt hat, wo man mit der Geschichte hin will. Tja, und dann hat man es sich leicht gemacht und kam mit diesem Plot an. Leider gar nicht meins und auch ein Grund, warum ich zwar gerne an die Story zurückdenke (aufgrund der Charaktere, dem Setting und dem Humor), allerdings immer dieses Ziehen in der Magengegend habe, weil ich einfach mit dem Abschluss so gar nicht zufrieden bin. Das stört mich oft nicht, aber hier besonders, denn es hätte so gut werden können. Deshalb gab es dann auch nur 3 Sterne – da wäre mehr gegangen.

Insgesamt ist “Silber” für mich eine Trilogie, die alle Fans von Kerstin Gier natürlich lesen müssen, die aber keine uneingeschränkte Empfehlung von mir bekommt. Denn dafür war mir der Plot – besonders gegen Ende – nicht gut genug durchdacht. Wer Geschichten liebt, weil sie besonders humorvoll und atmosphärisch sind, die aber Schwächen im Plot haben – dem sei die Reihe ans Herz gelegt. Wem aber ein Plot wirklich wichtig ist, der sei gewarnt: Richtig spannend bleibt es nicht bis zum Ende. Band 1 ist ein wirklich gelungener Auftakt, dessen Möglichkeiten aber in den Folgebänden leider nicht ausreichend weitergeführt werden. Was bei der Edelstein-Trilogie noch so gut funktioniert hat, dass man nämlich einen Plot hat, der sich komplett über drei Bände zieht und erst wirklich zum Schluss aufgelöst wird, scheitert hier an einer Idee, dessen Ende man sich nicht bewusst war. Ja, es gibt ihn, den roten Faden von Band 1 bis 3 – nur ist der leider schwach. Und genau hier lag das Problem der Reihe. Ja, ich erinnere mich gern zurück. Aber nein, ich werde sie nicht noch einmal lesen, denn dafür bin ich von den Entwicklungen zu sehr enttäuscht. Es schmerzt mich, das sagen zu müssen, denn Liv ist wirklich großartig… weshalb sie auch ein besseres Ende verdient hätte. Nun gut, so ist es nun mal und immerhin hatte ich eine schöne Zeit mit der Trilogie. Zwar nicht bis zum Schluss, aber kurzzeitig – und das ist ja auch schon mal schön. Abschließend würde ich “Silber” 3,5 Sterne geben – mehr aber nicht.