Stories for Boys Who Dare to be Different von Ben Brooks – Eine Geschichte vom Anderssein (inkl. Gewinnspiel)

Stories for Boys Who Dare to be Different von Ben Brooks – Eine Geschichte vom Anderssein (inkl. Gewinnspiel)

Oktober 8, 2018 11 Von BenniCullen

Herzlich Willkommen zu diesem Beitrag (:

Heute startet die etwas andere Blogtour zu “Stories for Boys who dare to be different” von Ben Brooks aus dem Loewe Verlag – organisiert von Benny von Bücherfarben, Ina von Ina’s Little Bakery, Anna von Fuchsias Weltenecho und mir. Als vor einigen Monaten Franzi vom Loewe Verlag auf mich zugekommen ist und mir dieses Buch vorgestellt hat, wusste ich: Hierzu muss es einfach eine größer-angelegte Aktion geben, denn das Buch verdient das… und zwar wie! Die Ansammlung von 100 Geschichten über Jungen und Männer, die den Mut hatten, anders zu sein und ihren ganz eigenen Weg zu gehen, gibt es seit heute in jeder Buchhandlung und ist eine Mischung aus wahnsinnig sympathisch-erzählten Geschichten und sehr einzigartigen Zeichnungen der jeweiligen Hauptcharaktere! Tatsächlich umfasst das Buch Geschichten in jedem erdenklichen Jahrhundert, aus jeder nur vorstellbaren Zeit und den unterschiedlichsten Schwerpunkten: Von Politikern, über Musiker und Schauspieler, bis hin zu fiktionalen Charakteren und Menschen aus Wirtschaft, Erziehung und Glauben – alles vertreten und auf ganz individuelle Art und Weise erzählt. Wir Blogger wollen euch in den kommenden Tagen vor der Buchmesse die einzelnen Aspekte des Buches näher bringen und können jetzt schon sagen: Es lohnt sich!  Natürlich ist aber auch klar: Wir können gar nicht auf alles eingehen, sondern zeigen euch nur unseren Blickwinkel auf das Buch – wollen aber noch einmal betonen, dass jeder von euch ganz individuell eigene Schlüsse ziehen kann und soll.

Los geht’s also mit meinem Beitrag und ich habe mich dazu entschieden, ein Thema zu zeigen, dass mich persönlich sehr stark betrifft. Und immer wenn es so persönlich wird, hat man es irgendwie schwer, denn man macht sich angreifbar und gleichzeitig reißt man vielleicht Wunden auf, die noch gar nicht so richtig verheilt sind – wisst ihr was ich meine? Deshalb möchte ich euch gerne die Geschichte vorstellen, die mich jetzt dazu inspiriert hat, meine zu erzählen: Wir alle haben zumindest den Namen Oscar Wilde mal gehört und wissen eventuell auch, dass er einer der größten englischen Schriftsteller überhaupt ist. Seine Werke werden zahlreich zitiert, auf Unis besprochen und gehören einfach zu den Pflichtlektüren, wenn man sich mit englischer Literatur beschäftigen möchte.  Doch was die wenigsten wissen, ist, dass seine Werke erst nach seinem Tod so richtig bekannt und gewürdigt wurden. Doch noch viel trauriger ist die Tatsache, dass Oscar eigentlich nur wegen einem einzigen Grund starb: Weil er einen Mann liebte. Dies führte zu einer Verurteilung zu Zwangsarbeit, die ihm die letzten Kräfte raubte.

Die Geschichte hat natürlich noch viele weitere, sehr interessante Facetten und ich persönlich liebte “The Picture of Dorian Gray”, welches ich im Englischstudium lesen durfte. Doch was mich noch viel mehr berührte, als die Geschichte rund um die Themen Schönheit und die Konsequenzen eines Doppellebens, war Wildes Geschichte selbst. Ein junger Mensch, der so begabt ist, so voller Kreativität strotzt und ein solches Vermächtnis hat – all das steht im Schatten eines wirklich brutalen Umgangs mit ihm aufgrund seiner Sexualität. Versteht mich nicht falsch – so schlimm hat es mich (Gott sei Dank) nie erwischt. Doch es zeigte mir in einem ganz wichtigen Zeitpunkt in meinem Leben etwas wirklich, wirklich wichtiges: Es ist nie falsch, der zu sein, der man ist. Und man ist auch nicht jemand, aufgrund einer Sache. Man ist jemand, aufgrund ganz vieler Sachen. Die Persönlichkeit besteht aus mehr als nur der Sexualität. Sie besteht aus Interessen, Fähigkeiten, komischen bis nicht so komischen Eigenheiten, Gedanken, Einstellungen, Entscheidungen und und und. Sie sollte nicht auf eine Sache reduziert werden. Und schon gar nicht auf die Sexualität. Denn diese ist etwas so persönliches und so intimes, dass sie niemanden etwas angeht – eigentlich. Denn tatsächlich ist es so, dass sie sehr viel in unserer Gesellschaft bestimmt. Und das nicht nur im 19. Jahrhundert, sondern auch noch heute im 21. Jahrhundert.

Ich will jetzt wirklich nicht die Frechheit besitzen, mich selbst mit Oscar Wilde zu vergleichen – denn ich würde haushoch verlieren 😀 Dennoch zeigt seine Geschichte einfach, wie weit wir schon gekommen sind, wie lang wir aber immer noch laufen müssen, um dorthin zu kommen, wo wir sein sollten. Denn auch ich merke immer wieder, wie ich auf genau eine Sache reduziert werde. Oft von Menschen, die das gar nicht so meinen, dann finde ich es auch nicht schlimm. “Ich wollte schon immer mal einen schwulen Freund” oder “Du bist schwul? Ach wie coooooooool!” – solche Aussagen sind nett gemeint, kommen ganz oft auch total süß rüber, aber mindestens ebenso will ich sagen: “Nur weil ich schwul bin, bin ich noch lange nicht cool”. Denn glaubt mir Mädels (und ihr seid es, die solche Aussagen meistens bis immer treffen): Nicht jeder Schwule ist cool. Wirklich nicht. Ich spreche aus Erfahrung 😀 Aber wie bereits gesagt: Solche Aussagen sind ja irgendwie süß. Manchmal nervig, aber meistens wirklich süß. Dann jedoch kommen schon irritierendere Aussagen: “Du bist ja schwul, du musst ja quasi rosa mögen”, “du bist ja schwul, du musst ja quasi shoppen mögen”, “du bist ja schwul, du musst ja quasi Fußball hassen” und und und – ich könnte jetzt wirklich weiter machen und jegliches Klischee aufzählen. Leider sind es nicht nur Klischees, sondern ganz, ganz oft traurige Realität. Denn ja, manche schwule Männer mögen wirklich rosa, gehen shoppen und finden nichts besser als mit einer Pulle Champagne zuhause zu sitzen und Shopping Queen zu gucken – hört sich für mich sogar nach einem ziemlich lustigen Tag an (bis auf das mit der Farbe Rosa, die mag ich nicht). Aber es gibt mindestens genauso viele schwule Männer, die auf Fußball stehen, abends in die Kneipe gehen und nichts schlimmer finden als shoppen zu gehen. Wirklich, ich kenne sie, Leute 😀

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Und ja, auch über diese Aussagen lacht man als schwuler Mann oft – ganz einfach, weil man keine Lust auf Diskussionen hat. Aber ganz oft müsste man eigentlich was sagen. Denn es wird ja nicht besser. Mit all dem kann ich aber leben. Habt eure Klischees, habt eure vorgefertigte, unreflektierte Meinungen – no stress! Aber was mich wirklich, wirklich verletzt, ist, wenn mich selbst die Personen auf genau eine Sache, nämlich meine Sexualität, reduzieren, die eigentlich so viel mehr von mir kennen als das. In klareren Worten: Tatsächlich hatte ich ein sehr “schlimmes” Coming Out. Ich setze das “schlimm” deshalb in Gänsefüßchen, weil ich weiß, dass es viele noch sehr viel schlimmer erwischt haben. Dennoch: Ich habe meiner Familie das intimste überhaupt gestanden und sie hätten nicht schlimmer reagieren können. Ich zähle nicht auf, was ich alles für Dinge gehört habe, ich sage nur so viel: Ich dachte wirklich, ich würde das nicht packen. Hätte ich damals nicht meinen Freund und meine Freunde gehabt – ich wüsste nicht, wo ich heute bin. Die Situation mit meinen Eltern wurde besser, ist aber immer noch nicht so, wie sie vorher war… und wird dies wohl auch nie mehr werden. Denn egal was ich tue, was ich erreiche oder welche Träume ich auslebe – für sie steht alles im Schatten meiner Sexualität. Ich habe mein Studium erfolgreich abgeschlossen? Schön, hättest du jetzt noch eine Frau und Kinder wäre alles perfekt, so aber… Du hast als Blogger Dinge erreicht, ein eShort veröffentlicht und arbeitest mit großen Verlagen zusammen? Schön, aber wenn du auf Autos stehen würdest und Kumpels hättest, wäre das noch schöner. Du bist erfolgreich im Job, finanzierst dein Leben eigenständig und kannst dir sogar Dinge leisten? Super, allerdings wäre eine Frau oben drauf noch besser. Nicht immer sagen sie das so deutlich, aber immer kann ich es erkennen. In ihren Worten. In ihren Blicken. In ihren Gesichtsausdrücken. Manchmal trifft mich das schlimmer, manchmal auch gar nicht, weil ich es gewohnt bin. Und doch denke ich mir jedes Mal wieder: Das dürfte eigentlich nicht sein!

Ich möchte hier gar nicht negativ werden. Mir geht es wunderbar. Ich habe Menschen in meinem Leben, die mich genauso nehmen wie ich bin – und mich deshalb auch noch lieben! Ich habe ganz viel Glück. Es sind vielleicht nicht die offensichtlichsten Menschen – tatsächlich habe ich Freunde, die mich bedingungsloser lieben, also so manches Familienmitglied – aber das hat ja nichts zu bedeuten. Im Gegenteil: Die Tatsache, das man geliebt wird, ist das aller, aller wichtigste! Und meine Botschaft für diesen Beitrag soll sein: Wir sind alle Menschen mit den unterschiedlichsten Charakteren und es wäre schade, wenn diese Vielseitigkeit verdorben wird, indem man sie auf eine Sache reduziert. Wir sind immer noch die selben, die wir schon immer waren. Ich habe ganz oft gemerkt, dass ich eigentlich gar nicht so anders bin als noch vor 10 Jahren als ich mein Coming Out eben noch nicht hatte. Dennoch wirke ich jetzt auf viele anders, weil sie diese eine Information von mir haben. Vielen ist es egal, weil sie eben nicht nur darauf schauen, aber gerade bei meiner Familie oder meinen Eltern merke ich: Es ist eben nicht egal und für sie bin ich eben nicht derselbe. Aber das bin ich. Ich bin immer noch der Benni, der für sein Leben gern singt und Klavier spielt. Ich bin immer noch der Benni, der stundenlang Buch liest und absolut versunken ist, ohne irgendwas mitzubekommen. Ich bin immer noch der Benni, der regelmäßig Dinge kaputt macht und sagt: “War aber nicht mit Absicht” und ich bin auch immer noch der Benni, der so laut lacht, dass der Hund zusammenzuckt. All das bin immer noch ich. Ja, ich habe mich entwickelt, aber tief im Inneren bin ich immer noch der Mensch, der ich damals schon war. Damals, als die Welt für viele in meinem Leben noch gut war. Nur für mich nicht. Und vielleicht ist auch das die Lehre aus diesem Beitrag: Sei so wie du bist, solange du glücklich damit bist – denn alles andere macht sie vielleicht glücklich, aber dich nicht. Ich glaube ganz fest dran: Wenn die ganze Welt nur auf sich achten würde und das tun würde, was sie glücklich macht (also, natürlich alles im legalen Rahmen), dann gäbe es sehr schnell, nur noch sehr wenige Probleme. Deshalb: Sei du selbst – alles andere ergibt gar keinen Sinn.

Zum Schluss lasse ich euch noch eines meiner aktuellen Lieblingslieder da: “Immer noch” von ela. Ein Song, der ziemlich gut beschreibt, wie ich mich fühle, wenn ich an meine Eltern und meine Familie denke – und der deutlich macht: Ich bin ich – und dennoch derselbe.

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https://www.youtube.com/watch?v=SMgQX8JBjbM

Gewinnspiel

Es gibt auch was zu gewinnen 😀 Dank der lieben Unterstützung des Loewe Verlags darf jeder Blogger während der Blogtour jeweils ein Exemplar von “Stories for Boys Who Dare to be Different” von Ben Brooks verlosen – ist das nicht der absolute Wahnsinn? So habt ihr einfach mal die Chance auf 4 Exemplare. Was ihr dafür tun müsst? Das ist jeweils unterschiedlich, ich habe ich dazu entschlossen das Gewinnspiel sowohl hier als auch auf meiner Facebook-Seite zu veranstalten – wenn ihr also die doppelte Chance haben wollt, könnt ihr einfach bei beidem kommentieren und erhaltet somit die Chance auf ein Exemplar <3 Was ihr dafür tun müsst? Beantwortet einfach folgende Frage:

Welcher Junge oder Mann hat dich in deinem Leben so beeinflusst wie kein anderer?

Ich bin auf eure Antworten sehr gespannt und freue mich schon auf die Geschichten – egal ob mit ganz vielen Worten erzählt oder einfach nur mit einem Satz… ich bin gespannt!

Teilnahmebedinungen:

Das Gewinnspiel endet am  16. Oktober um 23:59 Uhr. Der Gewinner erklärt sich damit einverstanden, dass sein Name hier veröffentlicht wird. Diese Gewinner werden im Anschluss an die Auslosung angeschrieben und müssen dann ihre Adresse an mich weitergeben, die ich dann an den Loewe Verlag weiterleite. Die Adresse könnt ihr mir NUR unter listentolenny@gmail.com schicken, alles andere (Facebook-Nachrichten, Instagram-DMs, Blogkommentar, etc.) wird nicht berücksichtigt. Facebook, Instagram oder WordPress haben nichts mit diesem Gewinnspiel zu tun. Ein Teilnehmer kann maximal einen Preis gewinnen, sodass es am Ende vier Gewinner gibt (einen für jeden Blogger). Das Gewinnspiel wurde durch den Verlag selbst unterstützt. Versendet wird nur nach Deutschland, Österreich und der Schweiz. Der Rechtsweg sowie eine Barauszahlung sind ausgeschlossen.
In Kooperation mit dem Loewe Verlag.

Mit einem KLICK auf das Bild gelangt ihr zur Verlagsseite (:

Ihr wollt noch weitere, inspirierende Geschichte rund um “Stories for Boys Who Dare to be Different” von Ben Brooks?

Dann klickt euch in den nächsten Tagen zu den süßen Mäusen und lasst euch von emotionalen Geschichten, tiefgründigen Gedanken und persönlichen Einblicken faszinieren:

10.10.2018:  Beitrag von Anna von Fuchsias Weltenecho

11.10.2018: Beitrag von Ina von Ina’s Little Bakery

12.10.2018: Beitrag von Benny von Buecherfarben