sweetener von Ariana Grande

sweetener von Ariana Grande

August 17, 2018 0 Von BenniCullen

Ich als großer Arianator musste einfach das neue Album von Ariana Grande haben. Denn nachdem mir “Yours Truly”, “My Everything” und “Dangerous Woman” so gut gefallen haben, obwohl sie alle eine andere Seite der Sängerin zeigten (ihr Debüt fokussierte sich auf ihre Stimme, während der Nachfolger auf die Hits aus war und sich das dritte Werk auf das Songwriting konzentrierte), wollte ich einfach wissen, was die Sängerin abliefert, nachdem sie in den letzten Jahren wirklich so einiges erlebt hat – positiv wie negativ. Nachdem die US-Sängerin im April ihre erste Singleauskopplung veröffentlichte, im Anschluss auf Promotour ging und laufend Features mit anderen Künstler veröffentlichte (“Bed” mit Nicki Minaj in etwa oder “Dance to This” mit Troye Sivan), kündigte sie ihre zweite Single für Juli an und das Album “sweetener” für August. Und so wartete ich geduldig auf die neue LP und vertrieb mir die Zeit mit ihren alten Alben sowie mit den bis dato veröffentlichten Songs – die Vorfreude steigerte sich ins unermessliche und nun ist es so weit: Ariana Grandes viertes Studioalbum ist draußen… doch hat sich die Warterei gelohnt? Welche Seite zeigt die Sängerin auf Album Nr. Vier? Und besonders wichtig: Kann es mit den alten Alben mithalten?

Es fing alles so vielversprechend an: “no tears left to cry” als erste Single zeigte eine völlig andere Seite der Sängerin und begeisterte mich nicht nur aufgrund des Textes, der definitiv für die Manchester-Opfer geschrieben wurde, sondern auch aufgrund des sehr zeitgemäßen und experimentellen Sounds. Dabei ging der Refrain sofort ins Ohr und wurde zu keinem Zeitpunkt nervig. Heute noch höre ich mir den Song total gerne an und auch auf dem Album gehört er definitiv zu meinen Favoriten. Gleiches gilt übrigens für die zweite Single “God is a woman”, die sich sehr unterschied von der ersten Auskopplung und das im wohl positivsten Sinne: Sie zeigte eine selbstbewusste Sängerin, die moderne Beats perfekt mit einem sehr tiefgründigen Text vereint. Apropos Beat: Auch die Promosingle “the light is coming” mit einem Gastauftritt von Nicki Minaj wusste mich zu unterhalten. Anders als viele andere Fans, fand ich, dass der Song wieder etwas sehr experimentelles hat und Ariana Grande damit bewies, dass sie sehr viel vielseitiger ist als viele glauben. Somit gefielen mir alle bisher veröffentlichen Tracks – beste Voraussetzungen für das Album, oder?

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https://www.youtube.com/watch?v=ffxKSjUwKdU

 

Naja, in diesem Fall anscheinend nicht. Denn nach dem ersten Hören der Platte war ich doch etwas enttäuscht: Kein Track stach besonders heraus, besonders am Anfang war es für mich eine Art Song in sechs verschiedenen Ausführungen. Zu Beginn beeindruckte mich noch das Intro “raindrops (an angel cried)”, in dem Grande a cappella singt und mit ihrer Stimmgewalt überzeugt. Doch dann lies die Qualität stark nach: “blazed” mit Pharrell Williams klingt am Anfang vielversprechend, verliert allerdings irgendwann an Struktur und ging mir persönlich dann viel zu lang. “R.E.M.” klingt zunächst wie ein wahrer Dancetrack, lässt aber dann eben auch nach und klang für mich am Schluss nach einem Brei an Sounds. Und auch der Titeltrack “sweetener” oder der darauffolgende Song “successful” waren für mich jetzt nicht gerade Sternstunden der Sängerin. Besonders diese beiden Songs erinnerten mich an die Tracks, die bei “Dangerous Woman” auf der Deluxe Edition waren – ein schlechtes Zeichen, schließlich hatte es einen Grund, warum es diese Songs nicht auf das eigentliche Album geschafft haben.

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https://www.youtube.com/watch?v=kHLHSlExFis

 

Ein erster Lichtblick waren dann die Tracks “everytime” und “breathin”, die den Sound nochmal änderten und Grandes Stimme in den Vordergrund stellten. Hier kam wieder die Hit-Ariana zum Vorschein, die im US-Radio rauf und runter läuft und Spaß bei der Produktion ihrer Songs hat. Zwar darf man diese Songs nicht mit früheren Singles vergleichen (denn dann würden sie schon wieder alt aussehen), aber sie überzeugen auf ihre ganz eigene Weise. Eine Sache, die die anderen Tracks bisher nicht geschafft haben. Im weiteren Verlauf mochte ich besonders “goodnight n go”, da man hier die Stimme der Sängerin erneut in den Fokus rückt, was mich etwas an die Songs auf “Yours Truly” erinnerte, wenn auch in modernerem Gewand und nicht im Throwback-Sound wie damals. Zwar kein Single-Kandidat, aber immerhin schön anzuhören, weil Ariana Grande ja doch eine sehr außergewöhnliche und starke Stimme vorzuweisen hat. Gleiches gilt für den Abschlusstrack “get well soon”, der wieder stimmlich besticht, aber auch dessen Text weiß für sich einzunehmen und bringt einen dazu, genau hinzuhören. Schön, auch das gelang den anderen Songs bis dato nicht.

Ganz und gar unnötig und wahrscheinlich auch nur aufgrund von PR-Zwecken war der Song “pete davidson”, ein Intro, welches die Sängerin ihrem Verlobten gewidmet hat. Musikalisch zeigt sie hier nichts neues, weshalb ich mich ernsthaft frage, warum sie ihn (bis auf den PR-Aspekt) überhaupt auf das Album gepackt hat. Für mich unnötig und überhaupt nicht zielführend. Hier hätte ich mir lieber einen wahren Singlekandidat gewünscht, anstatt eines Intros, das zu nichts führt und lediglich den letzten Song teasert – schade!

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https://www.youtube.com/watch?v=OQitfe8u7i4

 

Insgesamt lässt mich “sweetener” mit gespaltener Meinung zurück: Einerseits mag ich den experimentellen Sound, den Ariana Grande besonders in ihren Singles zum Ausdruck gebracht hat, andererseits gab es auch sehr viel Füllmaterial – wenn nicht sogar ausschließlich Füllmaterial. Vergleicht man die Platte mit den Vorgängern, wird man schnell feststellen, dass der Longplayer so gar nicht mithalten kann. Die Singles lohnen sich wirklich, wer sich wirklich was Gutes tun möchte, der hört sich einfach die Songs “everytime”, “breathin”, “goodnight n go” und “get well soon” an – gemeinsam mit den bereits veröffentlichen Tracks ergibt das ja ein sehr gutes Minialbum. Denn für mich lohnt sich das gesamte Album nicht – leider! Mittelmaß gibt bei mir deshalb auch nur 3 Sterne – mein kleines Arianator-Herz schmerzt bei dieser Aussage, aber so ist es nun mal.

P. S.: Übrigens wirklich sehenswert ist die Carpool Karaoke-Ausgabe der Sängerin mit James Cordon – hier kommt ihr Persönlichkeit total gut durch und ihre Stimme ist einfach UNFASSBAR!

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https://www.youtube.com/watch?v=_8ZDK_E5p84