ULfL – der #Kandidatencheck: Natia Todua

ULfL – der #Kandidatencheck: Natia Todua

Februar 15, 2018 0 Von BenniCullen
Herzlich Willkommen zum vierten Kandidatencheck 2018!

Bereits am Montag habe ich euch verkündet, dass ich mich in den ersten Wochen intensiv mit den Kandidaten des deutschen Vorentscheids Unser Lied für Lissabon (ULfL – kicher) beschäftigen werden. Ich werde etwas zur Historie sagen, dann zu den bisher veröffentlichten Songs gehen und im Anschluss Schlüsse für ein mögliches Lied für Lissabon ziehen. Daraufhin möchte ich gerne eine Einschätzung abgeben, wie ich den jeweiligen Teilnehmer einordne und was ich mir für eine Inszenierung wünschen würde. Das alles ist natürlich total subjektiv, schließlich sind das hier alles meine Eindrücke und mein Geschmack. Natürlich werde ich auch Informationen heranziehen, die die Kandidaten in ein paar Interviews schon geäußert haben – also beispielsweise, was den Song angeht oder wie die Bühne aussehen könnte. Ein bisschen #gossip schadet ja nie, gel?

© NDR

Heute geht es um die The Voice of Germany-Gewinnerin 2017: Natia Todua! Die gebürtige Georgierin möchte für Deutschland zum Eurovision Song Contest, um ihre Dankbarkeit an uns auszudrücken – ob das gut gehen kann?

Der Shooting-Star aus Georgien
Natia Todua bewarb sich vor ihrer Teilnahme bei TVOG bereits bei The X Factor in Georgien und der Ukraine, wo sie beide Male scheiterte. Sie kam dann im August 2016 nach Deutschland, um als Aupair zu arbeiten und hatte als großes Ziel, ein Studium an der Popakademie in Baden-Württemberg anzufangen. 2017 bewarb sie sich dann bei dem Castingformat von ProSieben und Sat. 1 und durchlief erfolgreich die Blind Audition, wo sie es in Team Samu bis ins Finale schaffte. Dort gewann sie mit über 50 Prozent der Stimmen eindeutig. Im Anschluss drauf begab sie sich auf große Tour durch Deutschland, die sie am 20. Januar beendete. Natia ist die erste The Voice of Germany-Gewinnerin, die in der Sendung keinen eigenen Siegersong präsentierte, sondern lediglich ein Cover des Songs “With a Little Help from My Friends” von den Beatles sang. Dieser diente auch als Siegertitel, wenngleich er auch nicht als Download offiziell veröffentlicht wurde. Neben dem laufenden Wettbewerb war Natia auch unter den Bewerbern zum deutschen Vorentscheid und gab selbst an, dass sie am Tag nach dem Finale am Workshop teilnahm, um dort ein Video für die Eurovisions-Jury und die internationale Jury aufzunehmen. Daraufhin schaffte sie es unter die Top6, die beim deutschen Vorentscheid antreten.

Bildquelle

Natia und ihre (nicht vorhandenen) Songs
Wie bereits deutlich wurde, kann Natia noch keine eigenen Songs vorweisen. Das liegt eben an der Tatsache, dass es keinen Siegersong bei The Voice of Germany gab. Mal unter uns: Auch ich war enttäuscht, denn eigentlich mochte ich genau das am Finale am meisten, weshalb ich das letztjährige Finale der Sendung auch wirklich richtig blöd fand. Aber gut, zurück zu Natia, die sowohl auf der Tournee durch Deutschland als auch bei Interviews und sonstigen Auftritten immer nur Cover ihrer Lieblingssongs sang. Auffällig ist dabei, dass sie besonders ältere Künstler und Songs zu favorisieren scheint. Bei TVOG sang sie Queen, The Beatles und Cy Grant, lediglich in den Battles sang sie einen relativ aktuellen Song (“Blurred Lines” von Robin Thicke), allerdings auch nur, weil es ihr Coach und Mentor Samu Haber aussuchte. Zwar performte sie auch im Finale aktuelle Hits von Sunrise Avanue und Beth Dito, aber auch nur, weil sie keine andere Wahl hatte. Lag diese bei ihr, so entschied sie sich für (teils bereits vergessene) Klassiker. Ob das ein Indikator für ihr Lied für Lissabon sein könnte?

Natias Song für Lissabon
Wie am 13. Februar verkündet wurde, heißt Natias Song “My Own Way”. Dieser entstand in einem Songwriting Camp, welches die Verntwortlichen vom 11. bis 13. Januar veranstalteten und dem Natia, wenn auch nur kurz, beiwohnte. Dort erzählte sie ihre Geschichte und erklärte den Songwritern, was für eine Art Song sie gerne performen möchte. Auf YouTube kann man sich einen Ausschnitt aus ihrem Gespräch anhören (dort singt sie einen Auszug) und stellt schnell fest, dass es sich um eine an Amy Winehouse erinnernde Nummer handelt. Genau diesen Stil erwartet man ja auch irgendwo von der Sängerin, die eine sehr markante Stimme hat, die polarisiert. Dabei klingt der Titel auch so, dass man sich gut vorstellen könnte, dass es dabei um ihren ganz eigenen Weg zum Gewinn geht. Ich denke, mit diesen beiden Vermutungen (Amy Winehosue-RnB-Sound und ihre eigene Geschichte) liegen wir ganz gut. Darüber hinaus würde ich dann auch darauf schließen, dass wir eine Midtempo-Nummer bekommen. Natia steht in der Mitte der Bühne, Lichter und Bühnendesign sind sehr elegant, aber modern. Die Sängerin präsentiert sich ausgefallen und singt – das war’s! Gar nicht mal so schlecht, schließlich dürfte man damit auffallen (Schlichtheit und so, aber dennoch eben verrückt wegen Natias Erscheinung). Ob das wirklich so wird wie gerade beschrieben?

Natia hat in einem Interview mit Eurovision Song Contest Deutschland verraten (Video ist verlinkt), dass ihr Song super-modern und super-schnell und im Pop-Genre anzusiedeln ist. Dabei ist es sehr cool und interessant. Ob sich die Richtung des Songs nochmal verändert hat? Eigentlich sollte es ja eine Mischung aus Jazz, Blues, RnB und Pop werden. Es bleibt uns wohl nichts anderes übrig als abzuwarten und den Dienstag herbeizusehnen. Sollte Natia tatsächlich einen sehr schnellen Song gewählt haben, bin ich gespannt, was sie uns bieten wird – denn eine richtige Dance-Einlage kann ich mir von ihr noch nicht wirklich vorstellen.

Mein Fazit
Ich mag Natia als Person wirklich gerne und auch einige ihrer Cover bei TVOG waren wirklich große Klasse. Allerdings geht mir ihre Stimme nach mehrmaligem Hören wirklich ein wenig auf die Nerven und ab und an ist es mir dann doch etwas zu gequetscht. Hier kommt es tatsächlich auf den Song an, auf den ich wirklich sehr gespannt bin, denn wenn es wirklich ein niveauvoller RnB meets Pop-Song á la Amy Winehouse wird, dann könnte mich Natia gänzlich überzeugen – ich stehe nämlich total auf solche Songs. Der Verantwortlichen wollten ja polarisieren und dieses Ziel erreichen sie mit Natia Todua. Manche lieben ihre außergewöhnliche Stimme, andere sind davon genervt. Manche finden, dass es noch zu früh für eine Teilnahme beim ESC ist, andere feiern sie genau deshalb. Manche haben Angst, dass ihr das selbe Schicksal bevorsteht wie Jamie-Lee 2016, andere sind der festen Überzeugung, dass nur sie uns in die Top10 bringt. Ich bin mit meinen Vermutungen noch vorsichtig und halte es nicht für ausgeschlossen, dass mich die junge Sängerin noch gänzlich überzeugt – oder auch total enttäuscht, es scheint alles möglich. Bis dahin behalte ich sie im Auge und warte den Song ab.