Unser Lied für Lissabon: Der #Songcheck

Unser Lied für Lissabon: Der #Songcheck

Februar 19, 2018 2 Von BenniCullen
Herzlich Willkommen zum #Songcheck!

Auch in diesem Jahr werde ich euch wieder meine Eindrücke zu den einzelnen Songs mitteilen, die im Rennen sind, um Deutschland beim Eurovision Song Contest 2018 in Lissabon zu vertreten! In den letzten Wochen habe ich euch bereits im #Kandidatencheck die sechs Teilnehmer Ivy Quainoo, Natia Todua, Michael Schulte, Xavier Darcy, RYK und voXXclub vorgestellt und euch außerdem über herumfliegende Gerüchte informiert. Seit Dienstag, de 13. Februar stehen nun auch die Titel der Songs fest und es wurde verkündet, dass in einer Woche, also am 20. Februar 2018 alle Songs des deutschen Vorentscheids veröffentlicht werden. Nachdem der NDR zwei Monate intensiv nach möglichen Künstler gesucht und diese dann gefunden hat, wurde nach passenden Songs gesucht. U. a. veranstalteten die Verantwortlichen ein Songwriting Camp in Berlin, um den Acts Gelegenheit zu geben mit unterschiedlichen nationalen und internationalen Songwritern zu arbeiten. Außerdem hatte jeder Act vor und nach dem Camp bis zum 31. Januar 2018 Zeit, um selbst oder mit ihrem bekannten Team an Liedern zu arbeiten. Daraufhin wurde die insgesamt 30 potenziellen Songs an die Eurovisions-Jury und die internationale Jury weitergereicht, die ihre Einschätzungen abgaben, sodass die Teilnehmer noch einmal einen Input von außerhalb erhielten. Letztendlich war es aber in ihrem Ermessen mit welche Lied sie nun für das Ticket nach Lissabon kämpfen. Und um diese Lieder soll es nun gehen. Ich berichte über meine Eindrücke und habe auch Co-Blogger gefragt – es wird spannend!

© NDR

Die Songs
Drei der Stücke wurden im oben erwähnten Songwriting Camp verfasst. Bei zwei der drei Stücke hat Thomas Stengaard mitgewirkt, das ist der Mann, der auch “Only Teardrops” mitkomponiert und damit 2014 gewonnen hat. Außerdem sind unter den Komponisten eine Vielzahl an renommierten Songschreibern: Jörgen Elofsson hat beispielsweise ein Album für Agnetha (ja, der ABBA-Agnetha) geschrieben. Ali Tamposi, die mit Jörgen gemeinsam Ivys Lied “House of Fire” komponiert hat, ist außerdem für die Rita Ora-Hits “Anywhere” und “For You” sowie dem Winter-Sommerhit “Havana” von Camilla Cabello verantwortlich. Joe Walter, der beim voXXclub-Song “I mog Di So” mitgeschrieben hat, ist Mitglied der Band Jennifer Rostock und hat den Sommerhit “Bonfire” von Felix Jaehn feat. ALMA entwickelt. Außerdem ist er auch für ein paar Radiohits der Sängerin verantwortlich. Erfreulich ist außerdem, dass sowohl RYK als auch Xavier Darcy und Michael Schulte an ihren Songs mitgeschrieben haben – RYK ist sogar alleiniger Verfasser seines Werks. Das klingt alles sehr vielversprechend, mal sehen, was all diese Lobeshymnen am Ende auf die Beine stellen. Ich berichte euch zunächst, was ich von den Interpreten und deren Songs erwarte, im Anschluss höre ich mir die Tracks an und schreibe gleichzeitig und danach meine Gedanken auf. Ich teile Inszenierungsmöglichkeiten mit und schaue auch darauf, wie gut oder schlecht der Song beim ESC abschneiden könnte, bevor ich mir ein abschließendes Fazit erlaube. Außerdem habe ich ein paar Co-Blogger gebeten, mir ihre Meinung darzustellen. So erhaltet ihr also ein sehr vielseitiges Bild! Die Titel der Songs sind also wie folgt:

Ivy Quainoo – “House on Fire”
Musik und Text: Jörgen Elofsson und Ali Tamposi

© Franz Schepers

Was ich erwarte: Eigentlich wollte ich ja eine Uptempo-Nummer, da ich “You Got Me” von Ivy so toll finde und immer noch der festen Überzeugung bin, dass wir mit diesem Song eine Top10-Platzierung beim ESC erreicht hätten. Nun hat Ivy aber verkündet, dass es eher in Richtung Ballade geht, allerdings mit kräftigen Beats und ein paar modernen Ansätzen. Klingt in meinen Ohren ziemlich interessant, bedenkt man, dass in der Pressemitteilung ihrer PR-Agentur ebenfalls steht, dass der Song sehr catchy und hitverdächtig sein soll. Klar, sowas schreibt man halt gerne, schließlich hat man Interesse daran, den Song an den Mann zu bringen, dennoch hoffe ich inständig, dass es tatsächlich so kommt und Ivy einen modernen Song präsentiert, der zwar langsam, aber dennoch interessant ist. Spezifisch erhoffe ich mir eine Elektro-Ballade, die den Zuhörer in den Bann zieht und gar nicht mehr aus dem Kopf geht (so wie Lettland 2015 – siehe HIER). Im schlimmsten Fall bekommen wir dann aber eine 0815-Pop-Ballade, die man schon tausendfach gehört hat. Das hoffe ich jetzt allerdings nicht, sondern bin hoffnungsvoll, dass Ivy uns mit ihrer Art und ihrem Gesang begeistert – in etwa so, wie sie mich mit ihrem Solo-Song “Running Red Lights” begeistert hat.

Bildquelle
© RCA Deutschland

Mein erster Eindruck: Okay, damit hätte ich jetzt gar nicht gerechnet. “House on Fire” ist irgendwie minimalistisch, hat gleichzeitig aber auch diesen Pop-Character, den man von Ivy erwartet. Irgendwie elektronisch, aber irgendwie auch sehr poppig. Sehr interessant, das trifft es wirklich. Kein 0815-Track, den man schon tausend Mal gehört hat. Schön, dass Ivy sich so individuell und eigen präsentiert, genau das erwartet man auch von einer Künstlerin, die sich in den letzten Jahren selbst gefunden hat. Die Beats im Hintergrund überraschen, sind aber auch gleichzeitig wirklich sehr subtil. Insgesamt mag ich diese Eigenständigkeit, allerdings ist der Song irgendwie so in einem Fluss – kein Höhepunkt, kein Moment, in dem man völlig ausrastet, weil man so begeistert ist, nichts. Irgendwie experimentell, aber irgendwie auch sehr langatmig… Ich habe das Gefühl hier kommt es wirklich auf die Präsentation an.


Die Inszenierungsmöglichkeiten: Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, was ich hier schreiben soll 😀 Anfangs dachte ich ja (ohne den Song zu kennen), die Bühne würde abfackeln bei dem ganzen Feuer. Aber irgendwie würde das gar nicht zum Song passen. Ich habe wirklich keine Ahnung, wie man “House on Fire” auf die Bühne bringt. Sorry 😀 Ich mag den Song wirklich, aber mir kommen keine Bilder bei ihm. Vielleicht so viel: Anfangs muss alles auf Ivy ausgerichtet sein und dann muss was passieren, sodass man interessiert auf den Bildschirm schaut und gar nicht anders kann als Ivy zu folgen. Es muss etwas sehr einnehmendes und überzeugendes sein, damit man auch wirklich komplett überzeugt ist, denn dem Song fehlt der wahre Höhepunkt  – der muss visuell nachgereicht werden. Wie, das überlasse ich den Experten (die es hoffentlich beim Vorentscheid gibt).

Die Eurovision-Tauglichkeit: Oh Gott, ich weiß es so gar nicht. Es wäre zumindest ein Experiment und nicht ganz so 0815 wie die letzten Jahre. Der Song und Ivy sind so speziell, dass das Gesamtpaket definitiv polarisieren werden. Nicht unbedingt schlecht, den polarisierende Beiträge kommen meist nicht unter die letzten, oft unter die besten und manchmal eben auch ins Mittelfeld. Was davon eintreten könnte, wage ich nicht zu beurteilen – zumindest nicht bis wir die Performance und somit das Gesamtpaket sehen.

Mein Fazit: Immerhin ist es keine Stangenware! “House on Fire” ist sehr speziell und wird somit auch die Fans in Europa und Deutschland spalten. Die einen werden fasziniert sein, die anderen verstehen es gar nicht. Genau das wollten die Verantwortlichen und genau das liefert Ivy. Ich persönlich mag es, auch wenn mir der richtige Höhepunkt fehlt – der hoffentlicht visuell, wie bereits erwähnt, nachgereicht wird. Ich vergebe für den Song aus ESC-Sicht 8 Punkte, einfach weil er aneckt – und das ist schon mehr als die letzten Jahre.

Und damit es nicht langweilig wird, habe ich mir gedacht, ich befrage
ein paar Co-Blogger, was sie von den Songs halten. Hier also die Eindrücke geschätzter (Book-)Blogger:

“Erst dachte ich: ‘Uhhhhh, das wird im Refrain gut”, aber dann bleibt es leider genauso lahm wie in den Strophen. Die Steigerung ist leider zu klein innerhalb des Liedes, das Flackern klingt als sei das Micro defekt und generell ist es eher langweilig und ein Lied, welches man spätestens nach zwei Liedern vergessen hat.” 
– Shari von Alles Alerlei
“Ohhhh, eigentlich liebe ich Ivy Quainoo und der Song ist auch ganz gut, aber zu seichter Pop für den ESC. Aufgrund der Ausstrahlung von Ivy würde man bestimmt ein paar Punkte bekommen, aber eben eher im Mittelfeld versauern”
– Phil von Philsosophie
“Ich muss sagen, ich fand ihn eigentlich echt relativ gut, allerdings wird er irgendwann bisschen monoton. Ein bisschen Pepp in der Mitte oder zum Schluss hat gefehlt.”
– Raffi von Raffis Bookshelf

 

“Das ist eigentlich ganz nett, könnte man auch gut in den Charts spielen 🙂 gefällt mir”
– Mel von thousandpagesofafangirl
 
“Ich
finde es leider sehr lam, im Radio würde ich weiterschalten. Sie klingt
gut, aber für den ESC braucht man mehr episch und over the top und das
Lied ist halt einfach zu langweilig.”
– Nora von Papierfreunde
 “Gefällt mir eigentlich ganz gut. Ich finde die Stimme passt zum Song und den Text mag ich auch. Klingt alles sehr stimmig.”
– Vanni von The Vannik

Natia Todua – “My Own Way”
Musik und Text: Loren Nine Geerts, Ricardo Bettiol, Martin Gallop, Jaro Omar

Was ich erwarte:
Natia kündigte an, dass ihr Song “super-schnell” und “super-cool” ist
und genau das möchte ich auch! Energie, Eingängigkeit und Tempo. Ich
hoffe, dass man es geschafft hat, Natia in den Mittelpunkt des ganzen zu
stellen und eine gute Mischung zwischen ihrem eher altertümlichen Stil
und modernem Sound gefunden hat. Gleichzeitig hoffe ich auch, dass der
Titel Programm ist: Natia soll ihren ganz eigenen Weg gehen – inhaltlich
als auch melodisch. Ich hoffe, der Song gibt ihr Raum, ihre Stimme
ausreichend präsentieren zu können und zu experimentieren. Gleichzeitig
soll das ganze aber eingängig und poppig sein – denn mal ehrlich: Wer
glaubt schon daran, dass der NDR total das Experiment wagt wie Portugal
letztes Jahr? Eben, keiner. Muss es ja aber auch nicht, denn ein
wirklich eingängiger Popsong kann auch funktionieren (Lena, Loreen,
Mans,…). Ich bin total gespannt und höre mir den Song nun an.

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Meine ersten Eindrücke: Okay, wow. Ich habe sofort ganz genau auf die Lyrics gehört und sie sind genau das, was ich mir erhofft hatte. Natia singt davon, wie alle Menschen ihr immer gesagt haben, sie könne ihren Traum nicht leben, weil der so unrealistisch und unkonventionell erscheint. Nun hat sie aber den Mut gefunden, ihren eigenen Weg zu gehen. Im zweiten Refrain ermutigt sie sogar die Zuhörer dazu, ihren eigenen Weg zu gehen – i like! Es passiert konstant etwas im Song: Am Anfang wirkt alles sehr düster und reduziert, es kommen aber treibende Beats und Geigen hinzu. Als Akzente gibt es immer wieder Glockenschläge. Der Refrain explodiert dann sogar ein wenig und es ist ein sehr bekannter Rhythmus eingebaut, weswegen man sofort das Gefühl hat, den Song bereits zu kennen – aber nicht so, dass man Plagiatsvorwürfe erheben könnte, es ist einfach nur ein bekannter Rhythmus. Gefällt mir wirklich gut. In der Bridge wird alles runtergefahren und am Ende dann der Höhepunkt, ohne zu übertreiben. Hier hätte man vielleicht noch mehr in die Vollen greifen und etwas mit der Standardstruktur eines Popsongs brechen können.

Mein persönliche Meinung: Ich hatte sofort wieder das Bedürfnis, den Song noch einmal anzuhören – was ich dann auch mehrmals getan habe 😀 Ja, es ist eine Pop-Nummer, die das Rad natürlich nicht komplett neu erfindet. Schön finde ich aber dennoch, dass ständig was passiert und man sofort mitswingt – wisst ihr was ich meine? Musikalisch sind wir natürlich im selben Genre wie unsere letztjährigen Beiträge, wobei sich das ganze sehr viel erdiger und natürlicher anhört als noch “Ghost” oder “Perfect Life”. Auch textlich gefällt mir “My Own Way” SEHR viel besser als die genannten Lieder, da es hier tatsächlich um Natia geht und ich ihr das alles abkaufe. Persönlich bekommt sie daher 8 Punkte von mir.

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© Universal Music

Die Inszenierungsmöglichkeiten: Außerdem kann ich mir den Song schon total gut auf der Bühne vorstellen, weil er einfach einige Inszenierungsmöglichkeiten bietet. Dabei braucht es hier gar keine Tänzer, sondern sollte tatsächlich auf Natia zugeschnitten sein. Anfangs dunkel, zum Refrain hin sollte die Bühne dann aber ethnisch vielseitig und bunt erstrahlen. Natia sollte sich frei bewegen können und sich dann vielleicht ein paar besondere Gadgets einfallen lassen (Bilder, Close-Ups, Feuerwerk – alles möglich). Schöne fände ich schnittige Kamerafahrten, aber der NDR kann das irgendwie immer nicht.

Die Eurovision-Tauglichkeit: Ist das ein ESC-Gewinner? Nein. Ist es ein guter Song, der definitiv ankommen und uns einen Platz auf der linken Tabellenhälfte verschaffen könnte? Vielleicht – mit der richtigen Inszenierung, die leichtfüssig, frisch und locker ist. Und so eine Inszenierung traue ich den Verantwortlichen durchaus zu. Einziges Manko, das ich sehe: Das ist halt alles ganz nett und poppig und radiotauglich – aber eben nicht mehr. Die Gefahr könnte also sein, dass es uns wie die letzten Jahre ergeht.

Mein Fazit: Abschließend kann man sagen: Ich finde den Song nicht schlecht, aber da geht noch was. Und ein sicherer Garant für die Top10 oder die linke Tabellenhälfte ist es nicht – daher muss es Abzüge geben. Nichtsdestotrotz: I like it, weiß aber, dass das jetzt nicht der radikale Neuanfang ist, den man sich eigentlich versprochen hat. Ich persönlich mag den Song sehr gerne, eben weil es ein typischer Popsong ist, aber mein “professionelles Ich” schüttelt eher den Kopf. Mein Fan-Herz vergibt deshalb 8 Punkte, mein ESC-Experten-Herz eher 5 – sorry! Wenn dieser Song tatsächlich gewählt wird, dann halte ich einen Mittefeldplatz nicht für ausgeschlossen (insofern er gut auf die Bühne gebracht wird), fürchte aber, dass es eher so ausgehen wird wie in den letzten Jahren: Unter die letzten fünf.

Und damit es nicht langweilig wird, habe ich mir gedacht, ich befrage ein paar Co-Blogger, was sie von den Songs halten. Hier also die Eindrücke geschätzter (Book-)Blogger:

“Ich befürchte, dass das ein Lied ist, mit dem man es maximal ins Mittelfeld schaffen könnte. Der Anfang ist irgendwie seltsam, dafür der Refrain ganz catchy, aber ich glaube, dass es ein Lied ist, was insgesamt untergeht, dass man zwar mitsummt wenn es läuft und nicht scheiße findet, in der gesamten Competition jedoch untergeht und man es nach dem nächsten Beitrag schon wieder vergessen hat. So ein typisches Lied, wo man beim Schnelldurchlauf dann denkt: ‘Ach, stimmt, das gab’s ja auch’.”
– Shari von Alles Alerlei

“Muss sagen, ich seh das genauso wie Shari. Dachte mir auch so: ‘Ja, ganz nett, auch schön wenn man es hört, aber in der Masse wird es vermutlich untergehen.”
– Raffi von Raffis Bookshelf

 

“Ich finde das Lied ganz okay, aber gewinnen wird sie bestimmt nicht. Ich glaube, es wäre besser gewesen, wenn es vielleicht ein Mann gesungen hätte. Ist halt nett, aber mehr auch nicht.”
– Vanni von The Vannik


Michael Schulte – “You Let Me Walk Alone”

Musik und Text: Michael Schulte, Thomas Stengaard, Nisse Ingwersen, Nina Müller

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Was ich erwarte: Emotionen. Singer-Songwriter. Gitarrensounds. Akustik. Diese Worte fassen es ganz gut zusammen. Michael Schulte ist für mich der Ruhepol des deutschen Vorentscheids 2018 und ich erhoffe mir wirklich großes. Wie schon bekannt wurde, handelt sein Song vom Verlust seines Vaters mit 14 Jahren und allein das Single-Cover lässt erahnen, wie emotional es werden könnte. Ich hoffe, es wird sehr eindringlich und intim, sodass man vorm TV sitzt und sich voll und ganz auf Michael und seinen Gesang konzentriert. Der Sänger hat ja bereits einen Aufruf gestartet: Zuschauer sollten ihm Fotos mit ihren Vätern schicken, die dann in seiner Performance eingebaut werden – wie, wollte er noch nicht verraten. Ich bin sehr gespannt, hoffe aber, dass es nicht allzu kitschig wird. Manchmal ist weniger halt auch einfach mehr. Das aber nur nebenbei, hier soll es ja um den Song gehen und da hoffe ich auf ein akustisches Meisterwerk mit emotionalen Lyrics und ganz viel Eindringlichkeit.

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© VERY US RECORDS

Mein erster Eindruck: Piano und Michaels Stimme – mehr braucht es nicht. Gänsehaut, ich habe Tränen in den Augen. Wie schön ist dieser Song bitte? Unfassbar, was Michael hier rausholt. Emotionen pur, die genauso rüberkommen wie er es möchte. Das ist besonders, einzigartig und berührt einfach sofort. Ich versinke in diesem Song und kann gar nicht aufhören, ihn mir immer und immer wieder anzuhören. Sehr, sehr schön und ein richtiges Brett! So etwas brauchen wir in Lissabon, um endlich mal wieder auf die linke Tabellenhälfte zu kommen – und mit diesem Song auch sicherlich in die Top10. Wen dieser Song kalt lässt, der hat kein Herz – ernsthaft! Etwas erinnert mich die Art des Stücks an Roman Lob, allerdings tausend Mal emotionaler und echter. Ich bin total geflasht.

Die Inszenierungsmöglihckeiten: Reduziert, intim und heimisch – das erwarte ich auf der Bühne. Vielleicht fängt Michael am Piano an, bewegt sich dann ein kleinen wenig auf der Bühne und macht ganz viele Close Up-Shots, bevor man dann in der Bridge die Bilder einbaut, die Michael von seinen Fans zugeschickt bekommen hat (Eurovision Deutschland hatte berichtet, klickt HIER um mehr zu erfahren). Ich kann mir das richtig gut vorstellen und bekomme jetzt schon Gänsehaut, wenn ich nur daran denke. Michael, you go!

Die Eurovision-Tauglichkeit: 100 %. Mit diesem Song kann sich ganz Europa identifizieren, denn jeder hat schon mal einen lieben Menschen verloren oder vermisst zumindest jemanden. Ich glaube, dass man mit Michael und diesem Song eine Top10-Platzierung landen kann, insofern es gut auf die Bühne gebracht wird und die Message klar ist. Von den bisher gehörten Songs ist dieser hier mein klarer Favorit – und das mit großem Abstand! 12 points dafür!

Mein Fazit: Emotional, authentisch und echt – Michael Schulte liefert ab und bietet mit “Yout Let Me Walk Alone” alles, was man sich nur wünschen kann. Der Song geht unter die Haut, hat wirklich schöne Lyrics und ist melodisch wirklich eingängig. Für mich bisher klarer Favorit und zwar national sowie international. Sollte Herr Schulte damit nach Lissabon fahren, würde ich mir keine Sorgen machen: Das Mittefeld ist mindestens drin, Top10 dürfte auch möglich sein. Was wollen wir eigentlich nach den letzten Jahren mehr?

Und damit es nicht langweilig wird, habe ich mir gedacht, ich befrage
ein paar Co-Blogger, was sie von den Songs halten. Hier also die Eindrücke geschätzter (Book-)Blogger:

“Das klingt am Anfang voll wie Werbung von einer Krankenkasse. Aber die Stimme ist wirklich schön. Okay, das finde ich richtig, richtig toll! Das lade ich mir runter!”
– Mel von thousandpagesofafangirl

 

“Schöne Message in den Lyrics, aber leider melodisch totaler Mainstream-Pop ohne besonderen Wiedererkennungswert, dem das typisch Theatralische für den ESC fehlt. Entweder etwas mehr Reduziertheit oder mehr over the top hätte dem Lied gut getan. Positiv hierbei aber, dass es sehr eingängig ist und man schon ab dem zweiten Refrain misummen kann. Gute Chancen für das Mittelfeld.”
– Shari von Alles Alerlei

 

“Ich muss sagen, ich hätte die Stimme nicht erwartet. Aber als es ein bisschen lief konnte sie mich echt begeistern. Ich finde, es ist etwas Besonderes, aber ob man damit aus der Masse hervorsticht, da bin ich mir nicht 100 %ig sicher.”
– Raffi von Raffis Bookshelf
 
“Ich bin voll dabei. Ich liebe Michael Schulte, aber um etwas rauszureißen, brauchen wir für den Song eine mega Bühnenshow. Das Lied ist toll, keine Frage und das wird öfter bei mir laufen, aber es ist halt auch nichts Besonderes für den ESC.”
– Vanni von The Vannik

Xavier Darcy – “Jonah”
Musik und Text: Xavier Darcy, Loren Nine Geerts, Axel Ehnström, Thomas Stengaard

© Nils Schwarz Photography

Was ich erwarte: Wie schon in meinem #Kandidatencheck gesagt, habe ich die wenigsten Erwartungen bei Xavier Darcy. Er entspricht halt so gar nicht meinem Musikgeschmack, aber gut, das mag ja nichts heißen. Ich bin halt ein Pophörer und deshalb fühle ich mich zu Acts wie Ivy Quainoo, Natia Todua oder Michael Schulte hingezogen. Dass wir mit Pop aber nicht wirklich weit kommen (2013 bis 2017 waren ausschließlich radiofreundliche Popsongs am Start), muss vielleicht wirklich mal was gänzlich anderes daher. Die Antwort darauf könnte Xavier sein, der, laut Pressemitteilung, Singer-Songwriter-Vibes mit Stadion-Rock verbindet und mit “Jonah”, nach eigenen Aussagen, den schnellsten Song des Vorentscheids präsentiert. Sollte das tatsächlich eintreten und er eine energiegeladene Performance abliefern, dann wäre ich tatsächlich für ihn – auch, wenn er jetzt kein Sänger ist, den ich wahrscheinlich zu meinen Favoriten zählen würde. Dennoch erhoffe ich mir jetzt wirklich eine groß-angelegte Rock-Nummer, die eingängig und spritzig ist, gleichzeitig aber auch ansteckt und mich vom Stuhl haut – hohe Erwartungen mittlerweile, mal sehen ob Xavier denen Stand halten kann.

Bildquelle
Artwork: © Laura Zettl
Foto: ©
 Alexander Weiß

Mein erster Eindruck: Folkig, akustisch und dennoch radiotauglich. Xaviers raue Stimme kommt sehr gut durch. Man muss sofort mit dem Fuß mitwippen und lässt sich leicht mitreißen. Das hier ist ein Live-Song, das habe ich im Gefühl. Textlich und melodisch bin ich jetzt nicht ganz so begeistert, aber das war mir irgendwie von vornherein klar: Xavier ist einfach nicht so meine Art von Musik. Das ist gar nichts verwerfliches, dennoch kann ich die musikalische Leistung dahinter respektieren und könnte es auch verstehen, wenn viele diese Art von Performance und Song feiern würden. Allerdings gefallen mir die anderen bisher gehörten Songs wesentlich besser. Mal sehen wie es beim zweiten und dritten Hören ist. Sagen kann ich aber schonmal: Es passiert was und ich bin mir sicher, Xavier wird die Bühne rocken!

Die Inszenierungsmöglichkeiten: Klassisch-rockig. Xavier mit Gitarre auf der Bühne, dahinter eine Band und gute Kamerafahrten – also eigentlich genau das, was die deutschen Verantwortlichen können 😀 Auch wenn ich jetzt nicht Fan des Songs bin, muss ich eingestehen, dass man bei der Inszenierung zumindest nichts falsch machen kann. Xavier hat auf Instagram in seinen Stories bereits Einblicke in sein Video gegeben und ich muss sagen: Sollte das auch auf der Bühne so inszeniert werden, könnte das wirklcih gut werden.

Die Eurovision-Tauglichkeit: Ehrlich? Das hier würde zumindest auffalen und wäre kein 0815-Pop-Track, somit würden wir uns schonmal von den ewigen Frauen mit Popsongs weiterentwickeln. Ob “Jonah” dann aber beim internationalen Publikum ankommen wird? Ich weiß es nicht und kann es auch ehrlich gesagt nicht einschätzen, da die Musik einfach nichts für mich ist. Hier kommt es tatsächlich auf die Live-Performance an: Wenn diese gut ist, dann könnte das funktionieren. Könnte.

Mein Fazit: Gemischt. Xavier Darcy muss man im Auge behalten, denn er könnte live erst so richtig aufdrehen. Dennoch bin ich noch nicht zu 100 % überzeugt und bin sehr gespannt, wie er bei Jurys und Publikum ankommen wird. Ich halte alles für möglich und wäre bei ihm als deutscher Vertreter zumindest zufrieden, weil er mal was ganz anderes ist. Deshalb: Ich drücke die Daumen, allerdings nicht so sehr wie bei anderen Künstlern 😉

Und damit es nicht langweilig wird, habe ich mir gedacht, ich befrage
ein paar Co-Blogger, was sie von den Songs halten. Hier also die Eindrücke geschätzter (Book-)Blogger:

“Auf den ersten Hörer klingt es wie eine wirklich typisch-frohe ESC-Nummer, die gut nach vorne geht, sich jedoch ein bisschen vom Standard der ESC-Nummern durch die besondere Stimmfarbe des Sängers absetzt. Jedoh vermute ich, dass, wie die meisten solcher Songs auch dieser, keine wirklichen Chancen haben wird – einfach, aufgrund der Gewöhnlichkeit seines Klangs zwischen 80er-Jahre-Pop von Joshua Kadison, welcher zwischen Adele und Coldplay im Radio läuft.”
– Shari von Alles Alerlei

 

“Ich glaube von allen Lieder würde er für Deutschland bisher am besten abschneiden. Seine Stimme erkennt man wieder und es klingt auch nicht als ob man es schon öfter gehört hätte. Allerdings werden wir wohl trotzdem ehr weiter unten landen, weil die ihn bestimmt nur einfach auf die Bühne stellen und sagen: ‘Sing einfach’.”
– Vanni von The Vannik

 

“Die Stimme ist auf jeden Fall mal was anderes, aber trotzdem sehr angenehm. Könnte dadurch etwas rausstechen.”
– Mel von thousandpagesofafangirl

 

“Ich weiß ehrlich gesagt nicht ganz, was ich von dem Song halten soll. Ich find er ist etwas spezieller, aber gleichzeitig auch wieder ähnlich mit anderen Künstlern, die man hört.”
– Raffi von Raffis Bookshelf


RYK – “You & I”
Musik und Text: Rick Jurthe

 

Bildquelle

Was ich erwarte: “You and I” kennen wir ja bereits als Akustik-Piano-Nummer, nun präsentiert uns Ryk eine Orchester-Version als Vorentscheidssong. Dennoch erwarte ich immer noch eine sehr melancholische und emotionale Nummer, die sich auf die Stimme konzentriert und diesen sehr spannenden Aufbau hat, den man bereits aus der Original-Nummer kennt. Seien wir jedoch ehrlich: Bei diesem Song kommt es so gar nicht auf den Song an, sondern an die Aufmachung: Im nun gelöschten Video war man eher auf die Performance konzentriert, da war der Song eher Nebensache. Zumindest bei mir. Ich mochte den Refrain ganz gerne, allerdings war es mir insgesamt zu depressiv. Daher bin ich jetzt einfach mal gespannt, was sich Ryk in der neuen Version hat einfallen lassen und lasse mich eher überraschen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass ich den Song an sich ganz nett finde und dann erst beim Live-Auftritt begeistert bin – deshalb: Mal sehen, ob Ryk mich auch nur mit Lied begeistern kann.

© RYK

Mein erster Eindruck: Ryk hat einfach eine wirklich interessante Stimme. Und die kommt in “You and I” wirklich durch. Ich bewundere seine künstlerische Leistung und bin gefesselt – von seiner Stimme, dem Aufbau und dem Text. Ich finde es toll, dass der Song eine zweite Strophe bekommen hat und bin mir sicher, dass Ryk auf der Bühne alles geben wird. Schön finde ich die Streicher im Hintergrund, weil es wirklich zur Stimmung beiträgt. Das Stück kriegt dadurch  etwas wirklich Einzigartiges, was ich total liebe. Ich bin positiv überrascht, auch wenn der Song jetzt nicht mein Favorit ist – dennoch freue ich mich auf die Inszenierung und den Auftritt am Donnerstag.

Die Inszenierungsmöglichkeiten: Wenn ihr das Video zu “You and I” gesehen habt, welches es bis vor Kurzem auf YouTube zu sehen gab, dann wisst ihr auch, wie sich RYK präsentieren wird: Schlicht am Klavier und eine Tänzerin. Das war’s. Ob es diese Performance tatäschlich auch beim Vorentscheid geben wird? Ich fände das ja sehr interessant und bin gespannt, was man sich da bei den Kamerfahrten und dem Licht überlegt hat. Wichtig ist, dass man diese intimie Atosphäre des Songs auf die Bühne bekommt – dann macht man alles richtig.

Die Eurovision-Tauglichkeit: Auch dieser Beitrag wird – ähnlich wie Ivy und Xavier zuvor – polarisieren. Manche werden ihn lieben, andere hassen und genau das wollten die Verantwortlichen. Ich denke, dass wir mit “You and I” einen guten Mittefeld-Platz machen würde. Der Song hat etwas an sich, was einen aufhorchen lässt. Man ist gefesselt, sowohl von der Stimme als auch von der Performance, da bin ich mir sicher. Deshalb darf man ihn noch nicht ganz ausschließen. Ob er dann wirklich um das Ticket für Lissabon mitkämpfen wird, ist die Frage. Bei den Juroren dürfte der RYK wirklich gut ankommen.

 

Mein Fazit: Ich mag es und bin wirklich gespannt auf die Performance. Ich bin mir zwar nicht wirklich sicher, ob Deutschland so etwas wählen würde, aber wenn es richtig gemacht ist, warum nicht? Bei den TV-Zuschauern dürft er es vielleicht schwer haben, aber die Jurys und das Panel werden RYK ziemlich hoch bewerten, da bin ich mir ziemlich sicher. Auch von mir würde er jetzt erstmal 8 Punkte bekommen, was ziemlich gut ist. Ob er tatsächlich ein ernsthafter Anwärter ist, um Deutschland beim ESC 2018 zu vertreten?

 

Und damit es nicht langweilig wird, habe ich mir gedacht, ich befrage
ein paar Co-Blogger, was sie von den Songs halten. Hier also die Eindrücke geschätzter (Book-)Blogger:

 

 

“Schöne Ballade, die durch ihre Reduziertheit auf Klavier, Streicher und Stimme am Anfang die passende Eindringlichkeit verleiht und sich dennoch zu steigern weiß. Könnte eventuell Probleme haben durch die etwas ungewöhnliche Rhythmik, die auf den ersten Moment nicht so eindringlich ist. Es besteht also eine 50/50-Chance entweder genau dadurch wie ne Bombe einzuschlagen und sich ins Gedächtnis zu singen oder gnadenlos unterzugehen. Gefällt mir persönlich bisher am besten.”
– Shari von Alles Alerlei
 
“Angenehm und eine besondere Stimme. Lied mag ich auch, aber für den ESC auch etwas zu ruhig. Würde vielleicht etwas höher als im unteren Drittel landen, aber mehr glaube ich nicht.”
– Vanni von The Vannik

 

“Ich finde bis jetzt jedes Lied gut.”
– Mel von thousandpagesofafangirl

 

“Gefällt mir aktuell fast am meisten. Sehr schöne Ballade. Besonders die Stimme ist toll. Dennoch weiß ich nicht, wie weit es kommt. Könnte mir schon vorstellen, dass es nicht ganz in der unteren Hälfte landen könnte… schwer einzuschätzen.”

 

– Raffi von Raffis Bookshelf

voXXclub – “I mog Di so”
Musik: Merty Bert, Mike Busse, Philipp Klemz, Lennard Oestmann
Text: Joe Walter, Philipp Klemz, Martin Simma, Merty Bert, Mike Busse

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Was ich erwarte: Ja, was denn? Dieser Act ist der wohl polarisierenste Teilnehmer dieser ESC-Saison. Viele feiern, viele meckern und ganz viele machen sich Sorgen, dass die Jungs tatsächlich für Deutschland an den Start gehen. Ich nehme das alles mit sehr viel Humor und finde die Jungs wirklich mega sympathisch. Nein, die Musik ist wieder so gar nicht meins, aber hey, immerhin ist es mal was wirklich ganz anderes als der übliche Radiosound. Deshalb erhoffe ich mir von “I mog di so”, dass er ein Partysong seines Gleichen ist und eine Energie vermittelt,die sofort auf den Zuhörer übergeht. Dabei ist mir wirklich alles egal, Hauptsache die Jungs haben Spaß und genau das sieht der Zuschauer und hört der Zuhörer – wisst ihr was ich meine? Der Track soll ja eine neue Version von “Spitzenmadl” aus ihrem aktuellen Album sein – das macht mir allerdings etwas Sorgen, denn für mich ist es ein Song mit angezogener Handbremse: nett, aber eben nicht auf dem Energielevel, das man von voXXclub kennt. Hoffen wir also, dass wirklich ALLES umgekrempelt wurde.

 

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© Electrola

Mein erster Eindruck: Oh wow. Da ist ja wirklich alles drin: Jodeln, Volksmusik/Schlager-Beat. Polka-Referenz. Ein Pott voller deutscher Klischees, perfekt zusammenkomponiert von voXXclub. Ich finde es ja wirklich lustig und muss direkt lachen und mitschaukeln. Nein, wir haben natürlich keine Chance mit voXXclub, aber lustig sind sie halt – das muss man ihnen lassen. Und ganz ehrlich? Was haben wir nach zwei letzten Plätzen und einem vorletzten Platz noch zu verlieren? Immerhin machen die Jungs Stimmung und live werden sie wahrscheinlich nochmal richtig aufdrehen. Das kann ich mir zumindest wirklich gut vorstellen. Schade finde ich, dass es eine englische Zeile gibt – die passt für mich irgendwie nicht rein. Ja, natürlich versteht dann der letzte Europäer auch, worum es geht, aber authentischer wäre es gewesen, wenn sie komplett auf Deutsch performt hätten.

Die Inszenierungsmöglichkeiten: Die Jungs werden die Bühne zum beben bringen und ihre gewohnten Tanzmuster vorführen. Das wird lustig, unterhaltend und sehr energiegeladen – so sehr, dass ich glaube, dass sie mit einer wirklich mitreißenden Performance sogar das Televoting gewinnen könnten. Ich denke, wir alle haben hier sehr genaue Inszenierungsmöglichkeiten im Kopf, weshalb ich jetzt nicht weiter darauf eingehen werde 😀

Die Eurovision-Tauglichkeit: Bei so einem Act wie voXXclub ist wirklich immer alles drin. Beim ESC waren schließlich auch Omis auf Platz 2 hinter Loreen. So könnte es auch für voXXclub laufen – oder eben genau andersrum und die Band platziert sich (wie der französische Betirag 2014) auf dem letzten Platz. Wirklich alles ist drin, ich traue mich gar nicht zu sagen, was ich für wahrscheinlicher halte. Man muss sich aber bewusst machen: Der letzte Platz könnte definitiv möglich sein und ist sogar eher wahrscheinlich als ein Platz in den Top10. Natürlich kann man sich bei einem Spaß-Act immer darauf berufen, dass es eben ein solcher war – aber wirklich verbessern würde das die Stimmung bei uns ja trotzdem nicht.

Mein Fazit: Lustige Truppe, die mir auch wirklich sympathisch sind und bei denen ich auch abfeiern würde, wenn sie in Lissabon dann auftreten. Allerdings muss man dann weg von einer ernsthaften Beschätigung mit dem ESC. Das hier wäre Spaß und Freude pur – völlig egal, was dann das Resultat ist. Sollte mir am Vorentscheidsabend wirklich nichts gefallen, dann wäre ich sogar für die Jungs. Wenn mich dagegen auch nur ein Act irgendwie berührt, dann war’s das für die Jungs bei mir. Aber hey: Immerhin werden wir Spaß haben und eine tolle Performance sehen – vielleicht ja auch in Lissabon, wer weiß.

Und damit es nicht langweilig wird, habe ich mir gedacht, ich befrage
ein paar Co-Blogger, was sie von den Songs halten. Hier also die Eindrücke geschätzter (Book-)Blogger:

“NEIN. voXXclub einfach nur NEIN. ABER: Wenn wir die losschicken würden, könnten wir vielleicht gewinnen. Die sind so schräg.”
– Shari von Alles Alerlei

 

“Das wäre mal was wirklich anderes!”
– Vanni von The Vannik
“Ich bin für voXXclub, weil die voll cute bei ‘Ghost’ waren.”
– Mel von thousandpagesofafangirl

 

“Naja, es ist halt einfach was anderes. Find aber die Message besser als die von vielen anderen bayerischen neuen Volksmusikgruppen, die so auf  ‘Nur Bayern’-Trip sind. Für mich aber trotzdem mehr fürs Volksfest im Bierzelt. Wie die Chancen da stehen würden, kann ich gar nicht sagen.”

 

– Raffi von Raffis Bookshelf

Mein Ranking
Das waren sie also: Alle Songs im Check! Was für eine bunte Mischung. Ich muss sagen, dass ich von der Qualität wirklich begeistert bin. Gleichzeitig finde ich es toll, dass fast alle Acts polarisieren und die Meinungen der Fans wirklich bei fast jedem Song auseinander gehen. Das wollen wir doch, denn nur wenn ein Act polarisiert, fällt er beim ESC auf und kann dann auch Punkte bringen. Seit Veröffentlichung höre ich mir die Songs konstant an – das war eine lange Nacht, sage ich euch! Nichtsdestotrotz hat es sich gelohnt, denn ich habe mich verliebt – in wen, erfahrt ihr jetzt, denn ich errate euch meine Plätze 1 bis 6. Lasst mir gerne euer Ranking da (:

1. Michael Schulte – “You Let Me Walk Alone”
2.voXXclub – “I Mog Di so”
3. Ivy Quainoo – “House on Fire”
4. Natia Todua – “My Own Way”
5. RYK – “You and I”
6. Xavier Darcy – “Jonah”

Ja, Michael Schulte hat mich einfach geflasht. Emotional, musikalisch, persönlich… einfach alles! Ich hoffe wirklich, dass die Performance noch oben drauf kommt. Und ja: voXXclub sind auf meinem 2. Platz. Das hätte ich auch nie gedacht. Aber ganz ehrlich: Bevor wir eine weitere Sängerin mit Pop-Song schicken (siehe mein Plätze 3 und 4), schicken wir doch lieber fünf Typen in Lederhosen, oder? Wenn schon, denn schon. Ryk und Xavier sind ja ganz nett, aber einfach nicht ganz so sehr meins wie die anderen vier. Kaufen werde ich mir also die ersten vier Songs, auf RYK und Xavier kann ich verzichten. Damit bin ich zu 100 % #TeamSchulte und zu etwas weniger #TeamvoXXclub 😀 Und wenn es wirklich nur nach mir gehen würde, dann eben auch #TeamIvy – aber wirklich nur, wenn nichts anderes mehr geht und ihre Performance total einzigartig ist.

Mit Blick auf den Eurovision Song Contest würde ich sagen, dass wir in diesem Jahr wirklich außergewöhnliche Beiträge dabei haben: Michael, RYK und Xaiver könnten mit ihren Songwriter-Qualitäten überzeugen, voXXclub wird polarisieren und die Bühne abfackeln und Ivy und Natia könnten live noch einmal mehr überzeugen. Es bleibt spannend, persönlich denke ich, dass wir mit Michael und RYK durchaus Chancen auf die Top10 beim ESC hätten. Gleiches gilt für Ivy, zumindest, wenn sie eine außergewöhnliche Performance bietet – das müssen wir aber noch abwarten!

Die #Kandidatenchecks – lernt die sechs Acts kennen!
Meine Erwartungen zu den einzelnen Songs könnt ihr in den #Kandidatenchecks nachlesen, dort stelle ich die Teilnehmer nicht nur vor, sondern präsentiere auch ihre bisher veröffentlichten Songs und mache mir Gedanken, wie ihr mögliches Lied für Lissabon anhören könnte – und was ich mir ganz persönlich wünschen würde. Klickt einfach auf die jeweiligen Namen:

Bild links unten: © EBU
Ivy Quainoo|Michael Schulte|Nadia Todua|Xavier Darcy|Ryk|voXXclub
 
 
 
 
 

Vergesst nicht am Donnerstag einzuschalten: Auf meinem Blog gibt es (wie jedes Jahr) einen #LIVE-Blog, in dem ich über meine Eindrücke zum Vorentscheid berichten werde – und das während der eigentlichen Sendung! Wer also nicht alleine schauen möchte, der darf gerne vorbeischauen (: Außerdem habe ich (auch wie immer) Gäste, die Punkte ganz in ESC-Manier vergeben. Den Durchschnittswert poste ich dann immer in den Beiträgen, das war in den letzten Jahren wirklich immer total lustig. Join us and be aboard 😉

+++ Reaktionen am Veröffentlichungstag +++

Am Abend des 19. Februar 2018 war es so weit: Auf iTunes kursierten Hörproben der sechs Songs und schnell gab es auch Links, die auf die neuseeländische Version des Downloadanbieters führten – dort war der 20. Februar nämlich schon im vollen Gange 😀 Fans rasteten förmlich aus und es schien kein Halten mehr zu geben. Heute veröffentlichten dann fünf der sechs Teilnehmer ihre Songs auf YouTube als Video und stellten ihre Songs auch auf (fast) allen gängigen Streaming- und Downloadportalen online. Was sind also nun die Reaktionen der internationalen und nationalen Fans sowie der Presse? Welcher Song sticht heraus? Welcher wird links liegen gelassen? Und welche Wünsche gibt es bei den Beobachtern?

Zunächst kann man aber mal die Zahlen sprechen lassen: Mit einem Platz 67 in den iTunes-Charts sind voXXclub mit ihrem Song “I mog Di so” kommerziell erfolgreichster Act (bisher). Danach folgt Ivy auf Platz 101 und Michael Schulte auf Platz 104 (Stand: 20. Februar 2018, 19:55 Uhr). Am Nachmittag war Michael noch am höchsten platziert – so schnell kann sich das ändern. Ich halte es auch für sehr gut möglich, dass diese drei Acts den Sieg unter sich ausmachen. Auf Spotify sind die Tracks noch in keinen Charts vertreten. Auf Amazon ist Ivy auf Platz 13 der Popcharts, Michael macht es sich auf dem 15. Platz gemütlich. In den dortigen Albumcharts ist Ivy ebenfalls die erfolgreichste: Ihr “House on Fire” platziert sich auf der 58, während Michal auf Platz 60 auftaucht. Zum ersten Mal tauchen aber auch RYK und Natia auf: Ersterer auf der 89, letztere auf 92. Hier sind man ein deutliches Zweigespann von Ivy und Michael.

Anders dagegen auf YouTube: Natias Video zu “My Own Way” ist in den Trends auf der 43, eine Auflistung, in der nur noch ein anderes Vorentscheidungsvideo auftaucht. Sowohl Michael Schulte und RYK haben dagegen knapp 9.000 Aufrufe auf ihre Videos (zum Vergleich: Natias Video hat “nur” 2.000 Aufrufe mehr und schafft es in die Charts). Das Lyric-Video zu Ivys Song hat dagegen nur 6.200 Aufrufe. voXXclub sind dann der 2. Act in den Trends: Ihr “I mog Di so” schafft es auf Platz 44 in den Trends. Wenn man also den Zahlen glaubt, dann wird es ein Rennen zwischen Ivy, Michael und voXXclub (eventuell noch Natia als TVOG-Gewinnerin). Ob es tatsächlich so kommt?

Jetzt aber mal zu den Fans: Deutsche ESC-Schauer wünschen sich fast einstimmig RYK als Vertreter Deutschlands, so zumindest, was man von Blogs so hört. International kommt dagegen Michael Schulte sehr gut an und wird schon als sehr wahrscheinlicher deutscher ESC-Act gehandelt. Auch William von wiwibloggs bestätigt dies und wünscht sich den emotionalen Song in Lissabon. Dagegen sind viele von Natia und Ivy enttäuscht und prognostizieren schon bei einer möglichen Wahl die letzten Plätze. Andererseits finden viele “House on Fire” von Ivy auch ziemlich interessant. RYK findet international auch Unterstützung, aber nicht ganz so sehr wie Michael. Xavier Darcy kommt gut an, allerdings springt der Funke wohl nicht so über. voXXclub wird internatinoal meist oft liegen gelassen.

Was heißt das alles also für Donnerstag? Nun, ich glaube, dass Zahlen nicht lügen: Michael, Ivy und voXXclub werden nicht nur oft gekauft, sondern werden auch am Donnerstag viele Anrufe bekommen. Selbes ahne ich für Natia: Ich könnte mir gut vorstellen, dass ein paar TVOG-Zuschauer noch hinter ihr stehen. Wer dann das Televoting gewinnt, das hängt von den Auftritten ab. Momentan würde ich voXXclub und Michael vorne sehen, aber warten wir die Auftritte ab.
Anders dagegen die internationale Jury: Ich denke, dass sie Michael und RYK, aufgrund ihrer Singer-Songwriter-Qualitäten, vorne platzieren werden und ihnen so die Top-Punkte schenken. Das Eurovisions-Panel, das den europäischen Geschmack wiederspiegeln soll, wird dagegen wohl Ivy und Michael vorne haben – so zumindest meine Vermutung.

Wer also momentan weit vorne ist? Eindeutig Michael Schulte, voXXclub und Ivy Quainoo. Außenseiterchancen hat RYK, der mit einem speziellen Auftritt hervorstechen kann. Natia dürfte im Televoting eventuell ein paar höhere Punkte erhalten (wenn es gut läuft sogar vielleicht die 10 oder 12 Punkte), allerdings von den Juroren links liegen gelassen werden. Xavier Darcy wird vielleicht respektiert, dürfte aber keine großen Wellen schlagen – zumindest noch nicht. Mal sehen, was ich Donnerstag zu berichten habe.