Unser Lied für Israel – Der #Kandidatencheck: BB Thomaz

Unser Lied für Israel – Der #Kandidatencheck: BB Thomaz

Januar 31, 2019 6 Von BenniCullen

Herzlich Willkommen zu diesem Check!

Heute ist Kandidaten Nummero 3 an der Reihe und diesmal ist es eine Sängerin, die manchen vielleicht ein Begriff sein dürfte – denn als eine der wenigen Acts im Vorentscheid, trat sie schon einmal in einer großen Abendshow auf. Die Rede ist von BB Thomaz, eine der sieben Acts, die am 22. Februar in Berlin ihren Song präsentieren wird und hofft, damit Deutschland beim Eurovision Song Contest 2019 in Tel Aviv vertreten zu dürfen. Doch wer ist die 34-Jährige eigentlich? Und warum möchte sie zum ESC?

Bild: NDR

Von The Voice zum ESC

Wie bereits Linus Bruhn ist auch BB Thomaz ehemaliger The Voice-Kandidat – allerdings im Vergleich ein sehr viel erfolgreicherer Kandidat der Show. Denn BB schaffte es 2017 bis ins Finale und wurde dort Vierte – gecoacht von keiner anderen als Yvonne Catterfeld. Die damals 32-Jährige präsentierte in den Shows u. a. Songs von Jessie J, Beyoncé und Alicia Keys und performte sogar mit Kelly Clarkson deren Single Love So Soft. Vor The Voice war BB aber schon sehr aktiv und arbeitete als Backgroundsängerin für verschiedene Bands. Als Solointerpretin sang sie außerdem bei einigen Projekten als Leadsängerin in den Bereichen Funk und Soul (wofür sie sogar mit dem Deutschen Rock & Pop Preis ausgezeichnet wurde), 2010 erfolgte dann die Veröffentlichung ihres Debüts Blackbird unter dem Namen Béatrice Thomas in Eigenregie. Seit 2014 tritt sie allerdings nur noch als BB Thomaz auf und veröffentlicht regelmäßig Songs.

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https://www.youtube.com/watch?v=6JVxLFQsBZE

Die Soulstimme des Landes

BB überzeugte schon bei The Voice mit ihrer souligen Stimmfarbe und genau diesen Einschlag erkennt man bei all ihren Songs: Bereits auf Blackbird, ihrem Debüt unter ihrem Geburtsnamen, hört man den Soul und RnB heraus, wenn auch in einer etwas veralteten Variante (ehrlicher Weise muss ich sagen, dass ich etwas überrascht war, dass das Album erst 2010 heraus kam – klingen tut es wie die Musik Anfang der 2000er). Doch auch ein anderer Stil ist immer wieder spürbar: Dance und Elektro. BB experimentiert gerne mit diesen Genres und mischt sie ohne Hemmungen querbeet. Nach ihrem Debüt kam lange nichts mehr, dann erfolgte die Umbenennung in den Künstlernamen BB Thomaz. Die erste Single unter diesem Namen hieß dann Fighter und wurde deutlich elektronischer, gleichzeitig konnte man aber auch erkennen, dass es BB wichtig schien, ihre Stimme in den Vordergrund zu stellen. So mischte sie harte elektronische Klänge mit ihrer souligen Pop-Stimme und heraus kam ein Song, der definitiv schon in eine vielversprechende Richtung ging, allerdings noch etwas holprig daher kam.

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https://www.youtube.com/watch?v=HU1mEWwLbnk

Die nächste Singleauskopplung hieß dann Dreamer und war sehr viel rhythmischer als seine Vorgänger und punktet bei mir zumindest aufgrund seiner Harmonien und fast schon ethnischen Rhythmen – auch wenn dieser Ooooomph fehlt, der aus einem guten Song einen wahren Ohrwurm macht (Problem vieler Indiekünstler). Im Anschluss erfolgten ein paar Experimente, u. a. mit Kyle “K2” Stewart II (whoever that is), ein Ausflug in akustische Klänge mit Serenity (nicht wirklich mitreißend) und ein Livemitschnitt eines Songs, der auch nicht richtig in die Pötte kommen will. 2019 soll nun also BB Thomaz’ Jahr werden, in dem sie endlich den Durchbruch schafft, auf den sie so lange wartet. Begonnen hat sie das Jahr mit der Veröffentlichung einer neuen Single, die sie gemeinsam mit dem Produzenten Daniel Wierzceiko geschrieben hat und die schon sehr viel vielversprechender ist als alles bisher dagewesene: Der Song Much More klingt zeitgemäß und vereint die bisher gezeigten Genre perfekt mit BBs wahnsinnig toller Stimme. Für mich ein wahres Juwel und ein Indiz dafür, dass die Sängerin kann – wenn sie einen richtigen Produzenten, gute Songschreiber und einen Sound hat, der experimentell und gleichzeitig modern ist.

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https://www.youtube.com/watch?v=AtKeSBAdx40

Demons

Nun aber zum Song, den BB beim deutschen Vorentscheid 2019 präsentiert wird: Geschrieben wurde Demons von ihr selbst, Tim Schou (Teilnehmer 2011 für Dänemark, 5. Platz in Düsseldorf), Andrew Tyler (Mitkomponist von Change Your Mind von ELI, TV-Kampagne von T-Mobile) und Ricardo Bettiol (schrieb u. a. für Gestört aber GeiL). Zunächst wirkt es so als ob viele Singer-Songwriter mit BB geschrieben hätten, interessant wäre es jetzt zu wissen, wer den Song produziert, denn das scheint bei ihr noch viel wichtiger zu sein. Inhaltlich mag der Song also ganz gut komponiert sein, produktionstechnisch bleibt aber alles noch offen. Um was es in dem Song geht, das weiß man bisher noch nicht.

Mein Fazit

Insgesamt finde ich BB als Type wirklich toll und ihre Stimme gefällt mir auch wirklich gut – allerdings mag ich bis auf Much More keinen ihrer Songs so richtig. Alles klingt etwas altbacken, mittelmäßig und vor sich hin plätschernd. ABER und hier kommt das große ABER: Ich glaube, dass sie nur die richtigen Leute um sich rum braucht, damit sie abliefern kann. Und ich denke, dass das gegeben ist, denn BB hat tolle Songwriter erhalten, die bestimmt auch auf ihren Stil eingegangen sind und hoffentlich einen wahren Ohrwurm mit intelligent geschriebenen Lyrics zusammgengebastelt haben. Und seien wir ehrlich: Wenn sie auch nur so was ähnliches wie Much More liefert, dann bin ich dabei 😀 Ich habe außerdem irgendwie im Gefühl, dass das was Großes wird mit BB – ich bin gespannt, ob sich das bewahrheitet. Momentan ist sie eine meiner Favoritinnen, denn mit so viel Erfahrung hat sie es doch einfach verdient endlich mal durchzustarten, oder? Dieser Favoritenstatus könnte sich aber noch ändern, besonderes wenn man sich in irgendeinem Elektrofeld verliert und nicht mehr rauskommt. Das hoffe ich aber nicht und bin sehr positiv, dass BB Thomaz abliefert und Deutschland begeistern wird – gönnen würde ich es ihr.