Unser Lied für Israel – Der #Kandidatencheck: lilly among clouds

Unser Lied für Israel – Der #Kandidatencheck: lilly among clouds

Februar 3, 2019 5 Von BenniCullen

Herzlich Willkommen zum nunmehr 4. #Kandidatencheck!

Heute soll es um eine Singer-Songwriterin gehen, die sich viele beim deutschen Vorentscheid gewünscht haben und die von der Einstellung, ihrem Sound und ihrer Herangehensweise sehr an RYK aus dem letzten Jahr erinnert. Denn so wie er, geht auch lilly among clouds ihren eigenen Weg – nicht nur beim deutschen Vorentscheid, sondern in ihrer Karriere generell! Wer die Sängerin ist, was sie zu bieten hat und was das für den Vorentscheid heißt, das erfahrt ihr jetzt!

Bild: NDR

Die Indie-Künstlerin, die ihren eigenen Weg geht

lilly among clouds veröffentlichte erstmals 2015 ihre erste EP unter gleichem Namen, auf dem man ruhigen und sehr emotionalen Akustikpop finden kann, der durch seine Intimität und Individualität besticht und der mich persönlich von der Stimmfarbe sehr an Madeline Juno erinnert hat, die ja 2014 beim Vorentscheid mitgemacht hat. Allerdings ist Lilly keine Mainstream-Maus, die den großen Plattenfirmen traut, sondern eine Indie-Künstlerin, die selbst alles entscheidet – so wirkt es zumindest. In den folgenden zwei Jahren veröffentlichte sie dann weitere Singles, bevor 2017 ihr Debütalbum Aerial Perspective erschien. 2018 gab’s dann den neuen Song Wasting My Time, der bereits über eine Millionen Mal auf Spotify gestreamt wurde.

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https://www.youtube.com/watch?v=czdM0uqr4ok

Akustik trifft Elektro und Pop

Ihre große Spannbreite zeigt sich in ihren Songs: Während der Song Blood & History noch eher akustisch gehalten ist, klingt Keep besonders im Refrain sehr elektronisch angehaucht, ohne dabei zu übertreiben. Der Mix macht es hier und wirkt sehr experimentell, wenn auch manchmal zu verträumt und ziellos – dennoch zeigte lilly among clouds bereits auf ihrem Debüt, dass sie viele Richtungen einschlagen kann, wenn sie das möchte. Besonders deutlich wird das bei der Single Listen to Your Mama, die zwar wie der perfekte Radio-Song wirkt, die aber auch diesen einzigartigen Charakter der Sängerin hat. Und anscheinend gefällt Lilly dieser Mix aus Akustik und Elektro ganz gut, denn auch ihre 2018 erschienene Single Wasting My Time hat diesen Mix, wenngleich sie auch viel poppiger wirkt als alle bisher erschienenen Songs. Der Stil der aktuellen Single erinnert dabei etwas an die Sounds von Alice Morton, was ja nichts schlechtes ist, schließlich gilt sie als eine der Newcomer der letzten Jahre.Ob ihr Lied für Israel auch in diese Richtung geht?

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https://www.youtube.com/watch?v=hAg3oWUV7CI

Surprise

Genauso wie Lillys Teilnahme am deutschen ESC-Vorentscheid eine Überrsachung war, so liefert sie eben diese auch mit ihrem Song für Israel: Surprise! Anders als die meisten Vorentscheidskandidaten entstand dieser aber nicht im Songwriting Camp, sondern wurde von Lilly gemeinsam mit Udo Rinklin geschrieben – hier gibt es wieder eine Parallele zu RYK aus dem letzten Jahr, der ja auch keinen Song aus dem Camp präsentierte, sondern sein eigenes Werk. Schön, dass Individualisten auch ihre Chance erhalten. Ansonsten ist noch nichts zum Song bekannt – nicht mal, um was es gehen wird. Lassen wir uns also überraschen (Wortspiel im Beitrag untergebracht – check!).

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https://www.youtube.com/watch?v=BUPeM78jyN4

Mein Fazit

Tatsächlich bin ich etwas hin- und hergerissen: Einerseits mag ich den individuellen Stil und auch den Sound feier ich (zumindest das elektronisch), aber es gibt immer einen Punkt in den Liedern, an dem ich abschalte, weil es mir zu viel ist. Kann ich gar nicht so richtig beschreiben, aber ist nunmal so. Wünschen würde ich mir allerdings, dass man in die Richtung der etwas neueren Songs geht, die etwas tanzbarer und energiereicher sind und die zumindest zum Mitwippen einladen. Eine schwere Ballade oder ein akustisches Fest – das fände ich nicht so toll, ich habe dieses Jahr einfach Lust auf etwas Schnelleres! Deshalb zählt lilly among clouds zwar nicht zu meinen Favoriten, dennoch behalte ich sie im Auge, denn ich traue ihr durchaus zu einen Song abzuliefern, der den perfekten Mittelweg zwischen Singer-Songwriter und Mainstream-Radio-Pop schafft – ob man das dann möchte, ist eine andere Frage.